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Projektbesuch in Nepal: Lauras Reisetagebuch

Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. organisiert regelmäßige Reisen in ihre Projektgebiete. So kann sich der Verein davon überzeugen, dass Projekte nachhaltig gestaltet werden, Wissen darüber sammeln, wie zukünftige Zusammenarbeit noch besser funktionieren kann und über den ULA (Universal Language Approach) Wasserwissen vermitteln. Was ist Viva con Agua und ULA? Das könnt ihr hier nachlesen. 

2018 konnte Laura das Projektteam von Viva con Agua nach Nepal begleiten, denn dort fließt unser Spendeneuro pro verkaufter soulbottle hin. Laura war mehrere Wochen unterwegs, hat Projekte und Schulen besucht und dabei immer fleißig Tagebuch geführt. Wir sind unfassbar dankbar für die ganzen Eindrücke und wollen sie euch natürlich nicht vorenthalten! Hier kommen Auszüge aus Lauras Reisetagebuch:

 

So 11.11.2018 – es geht los! 

Das Abenteuer beginnt. Nach aufgeregten letzten Stunden zuhause fällt schlussendlich die Tür ins Schloss. Kurz zum Flug. Highlight: Weißwein vom aufmerksamen Stewart in Emailletasse gefüllt bekommen. Besteck war aus Metall im Papiersachet und wiederverwendbare Hartplastikschalen – Baby steps but still! Lowlight: 100ml Wasser einer deutschen Firma in kleinen Joghurtbechern.

Nach einer langen Reise kommen wir endlich in Kathmandu an. Kathmandu wird einem oft beschrieben als dreckig, überfüllt und laut. Ich kann nachvollziehen, woher diese Aussagen kommen: Doch ist es, wie so oft, nur eine Frage des Blickwinkels. Ja es ist staubig, aber trocken. Primär nehme ich die bunten Häuser, Blumen und Menschen wahr. Das Grau der unbefestigten Straßen tritt in den Hintergrund. Es ist voll. Voller Leben und Menschen, die achtsam miteinander umgehen.

 

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 Mari und Agnes beim Bemalen der Toiletten. Photocredits: Marco Fischer

 

Do 15.11. • Field trip mit SheFa

Nach dem Besuch der Schule in Kathmandu nun heute der erste Fieldtrip zu einem Projektgebiet. Das besondere: dies ist das erste Projekt, welches nicht von Viva con Agua und der Welthungerhilfe umgesetzt wird, sondern von VcA und der Sheshkant Foundation. Diese lokale NGO wurde nach dem Erdbeben in 2072 (Nepali Zeitrechnung, für uns in 2015) gegründet, um der Regierung unter die Arme zu greifen.

Nach einer zweistündigen Fahrtkommen wir am Rand der windenden Straße zu stehen. Die Böschung hinunter führt uns ein Weg direkt zu den Häusern und zur Schule, wo wir bereits erwartet werden. Jede*r von uns wird lächelnd begrüßt, mit einer Blumenkette (Tagetes, Studentenblume) behangen und gesegnet. Für viele von uns das erste Mal, dieses Begrüßungsritual zu erfahren. Es ist etwas sehr emotional geladenes und gleichzeitig spürt man eine stark präsente Tradition und Selbstverständlichkeit.

Nach dem Mittagessenstarten wir wieder mit unserem Song [Die Künstler Mal Élevé, MC Buk und Dabu Fantastic haben das Lied Pani für Viva con Agua geschrieben. Am Anfang der Projektreise hat das Team das Lied gelernt und einen Tanz dazu entwickelt]. Zunächst auf einer Art Bühne aber dann mischen wir uns unter die Kinder. Dass auch wir einige Wörter Nepali sprechen und in dem Lied singen, bricht sofort das Eis. Vielleicht lachen sie uns auch ein bisschen aus. ;P

 

 

Ein Gebäude und den Treppenaufgang wollen wir gemeinsam gestalten [Gemeinsames Gestalten ist Teil des Univeral Language Approachs von Viva con Agua]. Um alle Altersstufen einzubinden, haben wir uns für Handabdrücke entschieden. Alle werden mit eingebunden, von jedem ist ein persönlicher Teil dabei und am Ende: Hände waschen! Als wir die Kinder an die Hand nehmen, klappt das ganz schnell und bringt uns allen viel Freude. Zwischendrin waren so viele Kinderhände vor meinen Augen, die bunt bemalt werden wollten, dass ich den strahlend blauen Himmel nicht mehr sah.

Währenddessen gab es noch weitere Gruppen, die unter anderem mit Tobi Fußball spielten oder mit Pablo und Agnes in den Räumlichkeiten der Schule gemeinsam Musik machten. Alle konnten ähnliches berichten: dass es nach anfänglicher Schüchternheit, doch recht schnell klappte mit der Verständigung über Musik, Kunst oder Sport. 

Als klar war, dass wir langsam aufbrechen, kamen einige der älteren Kids auf einzelne von uns zu, um noch Selfies für ihren Facebook-Account zu machen und sich darüber auch direkt mit uns zu verknüpfen. Mobiles High-Speed Internet ist leichter zugänglich als sauberes Trinkwasser – für uns irgendwie irre.

 

So 18.11. • Hattibang, Janapriya Secondary School

Nun geht es los in die Gebiete, in denen VcA gemeinsam mit der Welthungerhilfe Projekte umgesetzt hat. Wir reisen in kleineren Gruppen mit Jeeps. Die Fahrt ist ganz anders als alles bisher, die Wege steiler, schmaler und steiniger. Auf unserem Weg begegnen uns sehr viele Kinder, die in ihrer Uniform zur Schule laufen. Sie berichten von teilweise zweistündigen Fußmärschen.

An unserem ersten Homestay in Hattibang angekommen, gehen wir direkt hinab zur Janapriya Secondary School, wo wir mit Blumenketten und einer Segnung empfangen werden. Dann machen wir uns auf den Weg – ein Pfad geht steil und steinig einen Hügel hinauf. Hier sehen wir den ersten Tapstand [eine gesicherte Quelle mit Wasserhahn], der knapp zwei Wochen vor unserer Ankunft fertig gestellt wurde.

 

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Laura bei der Bergrüßungszeremonie. Photocredits: Marco Fischer

Als nächstes gelangen wir zu einem Wassertank. Hier ist der Zement noch etwas feucht, da die Fertigstellung noch in den letzten Zügen liegt. Das Setup der Reservoirs ist überall gleich. Zuerst wird ein Fundament geschaffen, die Rohre eingefügt und anschließend der Korpus für den Tank mit flexiblen Rohren abgebildet. Diese bilden dann das Gerüst für den Beton, bevor die Leitungen zu den Haushalten oder Tapstands gelegt werden. Für die Beschaffung der Rohmaterialien wird so gut es geht auf lokale Produkte und auf Dinge, die die Gemeinschaft selbst beschaffen kann oder vor Ort hat, zurückgegriffen. Die Arbeitsleistung kommt komplett aus der Community, Mittel um die Materialien zu besorgen kommen von der Welthungerhilfe. Vor der Installation dieses sicheren Sammelbeckens betrug der Fußweg bis zu drei Stunden zur Quelle.

Zurück an einer Schule in Hattibang wurde für die angrenzende Community im Rahmen des Projektes ein Reservoir installiert. Das Wasser wird aus der Quelle via natürlichem Gefälle gesammelt und an vier Tapstands sowie zu den Waschmöglichkeiten und Toiletten an der Schule geleitet. Der Tank fasst 5.000l Wasser und versorgt 322 Menschen. Als Einstieg mit den Schüler*innen wählen wir wieder unseren Song – es bricht auch etwas das Eis, aber der letzte Schubser in die richtige Richtung kommt vom Direktor der Schule: auf einmal springt er nach vorne, und gibt ne kleine Breakdance Einlage. Da war die Stimmung dann vollends gelöst! Die Kinder bemalen ihre Toilettenhäuschen, Washstands und Schulgebäude. Das war erst etwas schleppend – doch spätestens als einige der Mutigeren ihre Handabdrücke auf die Wand gesetzt hatten, waren alle dabei.

 

Mo 19.11. • World Toilet Day in Tolang / Chisapani

Guten Morgen am World Toilet Day! Wir brechen nun zu einer längeren Wanderung zu unserer nächsten Unterkunft auf. Unsere Unterkunft liegt im Einzugsgebiet der Chisapani Quelle. Das Projekt beinhaltet ein Auffangbecken und Reservoir mit insgesamt 6.000l, aus denen drei Wasserstellen gespeist werden. Versorgt werden damit 96 Menschen, die in 16 Haushalten leben. Wie in allen anderen Gemeinschaften in diesem Gebiet, gibt es auch hier keine Pumpe und der nächste Tapstand liegt unterhalb des Dorfes. 

 

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Laura auf der Wanderung. Photocredits: Marco Fischer

Nun besuchen wir von unserer Unterkunft aus eine weitere Siedlung innerhalb der Gemeinschaft. Das Paar, welches wir besuchen, baut sich gerade seine eigene Toilette! Der Zement wird direkt neben dem Häuschen mit den gegebenen Ressourcen angemischt und innerhalb mit Seilen gezogenen Abmessungen hochgezogen. Es ist total berührend diese eigene Motivation und das Involvement, von dem wir immer hören, so hautnah zu erleben. Was fehlt noch? Der Fäkalienbehälter. Die Rohre, die alles aus dem Klo in diesen unterirdischen Raum leiten, liegen bereit. Die Rohre sind beim Toilettenbau übrigens das einzige, das von der Welthungerhilfe und Viva con Agua gesponsert wird. Alles Restliche wird sich von der Community selbst erarbeitet.

 

Sa 23.11. • Friendship Concert

Last day! Am Nachmittag trafen wir uns alle im Bikalpa Art Center, einer versteckten Location zwischen einem Krankenhaus und Industriegebäuden. Bevor der offizielle Teil losging, nutzen wir in unserer Gruppe die Zeit für ein ausführlicheres Reflektieren. Was hat mich bewegt, was würde ich anders machen, was nehme ich mit. Jede*r hatte Zeit, diese Fragen für sich zu beantworten, bevor wir in die große Runde gingen und unsere Antworten mit allen teilten. Es war eine sehr schöne, emotionale Stimmung, wo jede*r zu Wort kam und ihren*seinen Raum hatte. Es war ein sehr verbindender Start in den letzten gemeinsamen Abend.

Die Eröffnung der Veranstaltung lag beim Botschafter Roland Schäfer und Agnes – der Anlass des ganzen war unter anderem auch die 60-jährige freundschaftliche Beziehung von Nepal und Deutschland. Außerdem die Freundschaft zwischen Viva con Agua Deutschland und Schweiz sowie all der neuen Freundschaften, die sich während dieser Reise ergeben haben.

Und jetzt: Party! Unsere beiden Künstler reißen die Hütte ab, wir machen Selfies, drucken das Logo der Veranstaltung als Siebdruck auf T-Shirts und genießen den letzten Abend einfach in vollen Zügen.

[Die Erklärungen in eckigen Klammern wurden nachträglich zum besseren Verständnis hinzugefügt]

 

Und wie gehts weiter?

Wir lassen natürlich weiterhin fleißig 1 € pro verkaufter soulbottle an Viva con Agua fließen und werden dabei helfen, noch viele weitere Projekte umzusetzen. Außerdem werden wir demnächst die 1 millionste soulbottle verkaufen, das heißt auch 1 Million Euro Spende für Viva con Agua. Wir freuen uns wahnsinnig und haben uns was besonderes dafür ausgedacht. Mehr Infos kommen bald auf unserem Blog!

 

 

 

 

 

 

 

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