Irgendwie Jakobsweg, aber anders

Letzte Woche hatten wir unser monatliches Finanzreporting. Die können manchmal echt langweilig sein oder auch zäh und anstrengend. Aber dieses mal, plötzlich, fast nebenbei, sagte Moritz: “Damit haben wir insgesamt über 300.000 soulbottles verkauft.” Wow,... 300.000 Stück…

Ihr wisst’s wahrscheinlich eh, aber mit jeder verkauften soulbottle fließt 1€ an Viva Con Agua St. Pauli e.V. (VcA), eine NGO, die mit diesem Geld Trinkwasserprojekte umsetzt. Weil mal ganz ehrlich: das Problem, sich zwischen richtig gutem Leitungswasser und Mineralwasser aus dem Supermarkt entscheiden zu müssen, ist ein Problem, welches viele anderen Länder leider nicht haben. Viele Menschen haben gar keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser! Schätzungen gehen von bis zu 1 Milliarde Menschen aus, die nicht mal eben den Wasserhahn aufdrehen können.

Und das will soulbottles ändern! Deswegen - zurück zum Punkt: 300.000 soulbottles heißen dann auch 300.000€. Das ist mehr Geld, als ich jemals auch nur ansatzweise hatte und wahrscheinlich haben werde. Und gefühlt haben wir das “irgendwohin” überwiesen. Was passiert damit eigentlich?

In meinem Kopf und meinem Herz hat das nie so richtig zusammengepasst – Geld überweisen reicht nicht. Wirkliche Zusammenarbeit kann nur funktionieren, wenn man sich kennenlernt, einander versteht. Und klar, das ist echt schwierig. Und dabei dann nicht wie der “Ick-helf-dir-jetz-mal-kurz-Typ" rüberzukommen, sondern aufrichtig und auf Augenhöhe, das ist noch schwieriger. Aber genau das wollen wir versuchen!

Deswegen laufe ich jetzt mit Benny Adrion (Gründer von Viva con Agua St. Pauli e.V.) und weiteren 23 internationalen Läufern von Kigali (Ruanda) nach Kampala (Uganda). Zu Fuß. 550 Kilometer. Einen Monat lang. Das wird wahrscheinlich ein bisschen anstrengend und wir setzen uns bewusst einer schwierigen Trinkwasser- und Sanitärsituation aus.

 

Dabei werden wir viele Menschen treffen, Musik und Kunst machen (ich hab meine Gitarre schon eingepackt), Fußball spielen und hoffentlich: in wirklichen Kontakt kommen. Ob das klappt? Keine Ahnung. Ich wünsche es mir und werde hier darüber berichten.

Und klar: natürlich möchten wir mit der Aktion auch etwas bewirken und Aufmerksamkeit erzeugen, denn vielen Menschen leuchtet es vielleicht gar nicht ein, dass es in dieser Region Wasserprobleme gibt. Ist auf den ersten Blick auch komisch: Durch Uganda zieht sich der Äquator und Ruanda ist gleich südlich davon. Müsste das Klima da nicht mild und gleichbleibend sein? Warum haben solche Länder Wasserknappheit? Länder, die so nah am Victoriasee liegen, dem drittgrößten See der Welt. Kleiner Spoiler: der Klimawandel hilft der Region jedenfalls nicht.

Weil man Aufmerksamkeit aber nicht trinken kann, hoffen wir außerdem auf möglichst viele Spenden für die zwei Wasser-Projekte in Uganda und Ruanda.

Und da kommt ihr ins Spiel. Supportet uns und sorgt dafür, dass mehr Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen. Das könnt ihr hier machen:

http://www.vivaconagua.org/index.htm?post&id=2302

Ich werde versuchen, mich zwischendrin und danach noch mal auf diesem Blog zu melden und wenn möglich ein paar Fotos mit euch teilen. 

Am 1.11. geht es los. Ich bin schon sehr aufgeregt.

#waterwalk2017

PS: Wenn ihr jetzt denkt, “so eine Geldverschwendung!” kann ich euch beruhigen: Die Reisekosten übernehmen die Teilnehmer*innen selbst und ich zumindest mache diese Reise in meinem “Urlaub”.

PPS: Wenn ihr jetzt denkt, “na toll dann trinkst du da ja die ganze Zeit aus Plastikflaschen” kann ich euch auch beruhigen, wir werden eine mobile Aufbereitungsstation mitnehmen. Und die heißt übrigens wie ich: PAUL (steht für Portable Aqua Unit for Lifesaving). Das nehme ich als gutes Zeichen!

_UPDATE_

Läuft bei uns


06. November: Die ersten Kilometer sind geschafft und jeder weitere zählt. Und die Stories zu dem Fußmarsch kannst du bei uns auf Instagram verfolgen. Alle Spenden fließen an Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. in Uganda. Deswegen support support und schreib' unserem soulbottles Gründer eine Email an paul@soulbottles.com mit der jeweiligen Summe, die du spenden möchtest. Denn: "Wenn 10 Leute sponsern und ich den ganzen Weg schaffe, ist das ein Trinkbrunnen und Wasser für 300 Menschen!" Zitatende. Wenn das nicht unterstützenswert ist!

 

 
 

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