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unsere Flaschenpost.

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Made in China: Glasklare Produktion Teil 2: Brandschutz

Zum Launch der neuen soulbottles steel kommt hier der nächste Artikel mit Blick hinter die (Produktions)-Kulissen. Wir stellen euch einige Maßnahmen vor, die wir mit unserem chinesischen Lieferanten zum Thema Brandschutz umgesetzt haben.

Wir von soulbottles möchten mit unseren Produkten in China (und überall auf der Welt) für bessere und sichere Arbeitsbedingungen sorgen. In der Stahlflaschenproduktion gibt es noch viele Herausforderungen und im letzten Artikel habe ich euch erzählt, was unsere Motivation und unsere Hoffnungen rund um die Produktion unserer soulbottles steel in China sind. In diesem Artikel möchte ich in das Thema Brandschutz etwas tiefer einsteigen.

 

Produktion in China: nicht ohne Brandschutz

Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen und ich kannte Brandschutz fast immer nur als was „Lästiges und Nerviges”, das Schuld daran war, dass ich meine Schuhe nicht in den Hausflur stellen sollte. Trotz individueller Frusterlebnisse ist Brandschutz aber extrem wichtig, insbesondere bei produzierenden Unternehmen. Für Feuer braucht es immer zwei Dinge: Einen Auslöser, zum Beispiel eine Person, die eine Zigarette irgendwo hinschmeißt oder einen Kurzschluss in einem Kabel. Dazu etwas, das brennbar ist, zum Beispiel Papier, Stoffe, Farben und Lacke. In Textilfabriken ist dieses Problem besonders bekannt und viele von euch erinnern sich sicher an den tragischen Unfall in Bangladesch 2013, bei dem mehr als 100 Menschen bei einem Brand gestorben sind. Unfälle kann es immer wieder geben und es ist vermutlich unmöglich, sie komplett zu verhindern. Doch dieser Vorfall hat vor allem dramatische Mängel bezüglich der Sicherheitsstandards in der Fabrik offenbart.Unsere zwei Ziele zum Thema Sicherheit bei soulbottles sind: Erstens, Unfälle zu vermeiden und zweitens, sollte es doch zu einem Notfall kommen, funktionierende Systeme zu haben, die das Schlimmste verhindern.

 

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Auch eine Stahlflaschenfabrik birgt ein gewisses Brandrisiko: Es gibt viele Menschen, große Maschinen, Schweißarbeiten, brennbare Farben und häufig auch viele Kartonagen. Dazu kommt noch, dass in China häufig trotz Rauchverbots auch drinnen geraucht wird. Und viele Fabriken über mehrere Etagen arbeiten.

 

Einblicke bekommen und aktiv handeln

Als wir uns für eine Produktion unserer soulbottles steel in China entschieden haben, war uns daher klar: Wir achten bei all unseren Lieferant*innen auf den Brandschutz, kontrollieren es bei jedem Besuch und geben Hinweise und Verbesserungsvorschläge. Und wenn die Neuerungen mit hohen Kosten verbunden sind, dann beteiligen wir uns als Kunde auch daran.

Da Brandschutz ein großes und wichtiges Thema in Fabriken ist, gibt es dazu auch viele internationale Richtlinien. Wir orientieren uns zum Beispiel an der International Labour Organization (ILO) die hier die wichtigsten Dinge zum Brandschutz als Text und Video zusammengefasst hat. Da viele Länder, auch China, Mitglied der ILO sind, gibt es häufig ähnliche Richtlinien wie in Deutschland. Leider werden sie, das war auch unsere Erfahrung vor Ort, nicht immer so streng kontrolliert. 

 

Das haben wir verändert

Wir sprechen alle Dinge mit unserem Partner sehr offen an und nach unserem ersten Besuch 2019 haben wir folgende Dinge verändert:

  1. Wir haben alle Fluchtwege neu eingezeichnet, denn die Farbe war in unserer Fabrik schon ziemlich ab. Dadurch ist es klarer zu sehen, wo Ware gelagert werden soll und wo nicht. Die Fluchtwege sind jetzt alle drei Meter mit Pfeilen auf dem Boden gekennzeichnet. Darüber hinaus kann so besser zwischen Produktion und unbedingt frei zu haltenden Fluchtwegen unterschieden werden. Wir haben ein ähnliches Farbsystem auch in unserem eigenen Lager. Und es hat tatsächlich einen großen Effekt, wenn die „Verkehrswege” und Lagerflächen streng getrennt werden. Auch für die Produktivität.

  2. Wir haben dafür gesorgt, dass das gesamte Alarmsystem generalüberholt wird. Das wär nämlich ähnlich alt wie die Farbe am Boden. Jetzt gibt es moderne Feuermelder und Sirenen auf jeder Etage. Und die funktionieren auch. Außerdem funktionieren jetzt alle Bewegungsmelder für das Licht im Treppenhaus.

  3. Als wir das erste Mal da waren, gab es zwar viele Feuerlöscher, aber die standen teilweise etwas konzeptlos herum. Wir haben dann gemeinsam mit den Produktionsleitern geprüft, wo sie am besten hängen sollten und die Beschilderung enorm verbessert. Auch das ist wichtig, da man im Brandfall sofort wissen muss, wo der nächste Feuerlöscher ist 

  4. Uns war klar, dass all unsere Maßnahmen nur langfristig was bringen, wenn alle Mitarbeiter*innen und das Management auch dahinter stehen. Wir wollen ja nicht, dass nur aufgeräumt wird, wenn wir kommen, sondern, dass es wirklich ein Verständnis für die Problematik gibt. Wir wollten daher einen Kurs für alle Mitarbeitenden ermöglichen. Aus eigener Erfahrung wussten wir, dass solche Kurse dann häufig eine Woche gehen und danach hat man alles wieder vergessen. Unsere Idee: Wir haben mit unserem Partner Sustify einen App-basierten Kurs entwickelt, der über mehrere Monate einmal pro Woche von allen Mitarbeiter*innen gemacht wurde. So hat sich das gelernte Wissen besser verfestigt. Außerdem konnten wir nachverfolgen, wie viele Mitarbeiter*innen mitgemacht und wie sie sich verbessert haben. Am Ende gab es für alle ein Zertifikat für den bestandenen Kurs. Wir haben mit einem Übersetzer einige Mitarbeiter*innen interviewt und Feedback eingesammelt. Die Reaktionen waren so gut, dass wir weitere Kurse planen und durchführen werden. 

Das ist natürlich nicht alles, was wir zum Thema Brandschutz durchgeführt haben. Und grundsätzlich ist es enorm wichtig, nicht nur einmal etwas anzustoßen, sondern auch regelmäßig vor Ort zu sein, Themen zu verfestigen und regelmäßig zu überprüfen. Nach dem ersten Besuch waren wir noch zwei weitere Male in China, um die Fortschritte in der Fabrik anzuschauen.

 

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Neue Kooperationspartner vor Ort

Leider hat Corona (ach ja, da war ja was) auch hier für ein paar extra Herausforderungen gesorgt. Ursprünglich wollten wir im Februar 2020 erneut nach China reisen. Doch bis heute ist die Reisesituation noch nicht ganz geklärt und der Besuch konnte bislang nicht stattfinden –  natürlich müssen auch wir hier Risiken sehr genau abwägen. Deswegen versuchen wir mit Partner*innen vor Ort zu arbeiten. Hier sind wir auf das Taos Network gestoßen, mit dem auch Fairphone und Shiftphones (die haben uns den Tipp gegeben, danke dafür!) kooperieren und mit denen wir in Zukunft zusammenarbeiten werden. Taos ist selbst in China ansässig und wird künftig Audits und Verbesserungsvorschläge mit uns und unseren Lieferant*innen gemeinsam erarbeiten und, ganz wichtig, auch kontrollieren. Das halten wir auch langfristig für eine sinnvolle Lösung, weil wir natürlich Flüge vermeiden wollen. Und auch, weil sich Taos beispielsweise besser mit chinesischen Gesetzen und Richtlinien auskennt.

In Bezug auf Brandschutz haben wir schon sehr viel erreicht, aber es gibt viele weitere Themen, die wir bei unserer Produktion in China wichtig finden und die teilweise schwieriger umzusetzen sind. Im nächsten Artikel werde ich tiefer auf das Thema Schutzkleidung und Ausrüstung oder auch „Personal Protective Equipment (PPE)” eingehen.

Wenn ihr solche Maßnahmen unterstützen möchtet, dann freuen wir uns, wenn ihr uns auf dem Weg begleitet und eine soulbottle steel kauft oder euren Freund*innen von unserem Projekt China erzählt. Wenn ihr Tipps oder Feedback habt oder eigene Erfahrungen rund um faire und sichere Produktion gesammelt habt, sind wir immer neugierig, es zu hören.

 

 

 

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