Fast ein Liebesbrief:
unsere Flaschenpost.

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Das war unser 2019 • Ein Jahresrückblick

Was für ein Jahr! Vom Produktionsstart in China über Wasserprojekte, soulincubator und Klimastreiks ist jede Menge passiert bei uns. Und wir sind so viel gewachsen wie noch nie: Ganze 34 Menschen sind neu ins soulbottles Team gekommen, gemeinsam haben wir allein dieses Jahr 289.493€ an Spenden an Viva con Agua überwiesen – ein neuer Rekord! 

Ohne eure Unterstützung wäre das nie möglich gewesen. Danke, dass ihr soulbottles nutzt, verschenkt und weiterempfehlt, dass ihr mit uns Kampagnen und Partnerschaften auf die Beine stellt und mit jedem Schluck unsere Vision etwas mehr in der Welt verbreitet: Unseren Traum von nachhaltigem Konsum, Ressourcenschonung und sauberem Trinkwasser für alle. 

Mein ganz besonderer Dank gilt aber jenen Menschen, die ich tagtäglich im Büro antreffe: Die Menschen, die mit so viel Herz, Leidenschaft und Spaß bei uns arbeiten, die verrückte Träume in konkrete Projekte verwandeln, alles geben für Wasser und die sich genauso wertschätzen, wie sie eben sind. 

Exakt ein Jahr ist es jetzt her, dass ich bei soulbottles angefangen habe und Teil dieser riesigen Familie geworden bin: Ein Jahr voller wunderbarer Kampagnen, spannender Projekte und ordentlich Impact. Manchmal ist es noch immer schwer zu glauben, was wir alles gemeinsam wuppen, wie wir ohne Chefs und Hierarchien und dafür mit so viel Motivation und Empathie zusammenarbeiten und was für einen wahnsinns Spaß wir dabei haben.

Danke euch 74 wunderbaren soulbottles Kolleg*innen für ein unfassbar schönes 2019! 

Jetzt aber der Reihe nach: Hier ist eine Sammlung der besten Geschichten und Erinnerungen des letzten Jahres aus unserem Team.

 

Ein plastikfreier Start ins Jahr

Los ging das Jahr mit Less plastic is fantastic: Wir sensibilisierten für die globale Plastikkrise und Recycling-Missverständnisse und zeigten euch in mehreren Schritten, wie ihr unterwegs Plastik vermeidet, eure Küche und das Bad plastikfrei macht und nachhaltig putzen könnt. 

Im Team flossen zu Beginn des Jahres neben Vino auf der erst im Januar nachgeholten Weihnachtsfeier vor allem kreative Gedankenströme: Bei unserem Innovationstag im Februar beteiligten sich Menschen aus allen Kreisen und suchten noch nachhaltigere Lösungen für Verpackungen, Palettenlieferung und co. Präsentiert wurde in voller Verkleidung, mit Sketchen, fancy Präsentationen und improvisierten Performances – wie auch sonst?

 

Impact-Messung: Was ihr durch die soulbottle bewirken konntet

Ende Januar haben wir eine Impact-Umfrage über unsere Kanäle geteilt, um zu messen, was wir gemeinsam mit euch eigentlich in der Welt für einen Unterschied machen: Wie nutzt ihr die soulbottle, hat sich euer Trinkverhalten seit der soulbottle verändert (und wenn ja wie) und wie viel Plastik konnten wir gemeinsam aus der Welt schaffen? 

Kathi, die sich vor allem mit dem Impact von soulbottles beschäftigt und die Umfrage geleitet hat, konnte durch die Beteiligung von knapp 700 Menschen Einiges lernen: Zum Beispiel, dass die soulbottle schon in Klassenzimmern, am Arbeitsplatz und am WG-Küchentisch zu Diskussionen über Plastikkonsum geführt und ganze Freundeskreise zum Umdenken gebracht hat. Auch schreibt ihr uns von Gesprächen über Leitungswasser, über persönliches Umdenken und den ersten Gang zum Unverpacktladen. Ihr seid wacher geworden, hinterfragt die Unternehmen, bei denen ihr einkauft und achtet allgemein mehr darauf, was ihr (in)direkt durch alltägliches Handeln bewirkt. Und das ist so ziemlich das allerschönste Lob, was wir von euch hätten bekommen können!

Sagenhafte 75% von  euch konsumieren nachhaltiger, seit sie eine soulbottle haben. Der Leitungswasserkonsum hat sich bei euch um 83% erhöht, dementsprechend ist die Nutzung von Einwegflaschen bei euch um unglaubliche 92% gesunken. Wow! 

 

Brunnen, Musik & Dancemoves zum Weltwassertag 

Der 8. März ist für uns einer der wichtigsten Tage im Jahr: Weltwassertag! Gemeinsam mit Viva con Agua haben wir Teppiche, Sofas, Kissen und Matratzen auf unserem Officeboden verteilt, eine improvisierte Bühne errichtet und ein verdammt gemütliches Sofakonzert geschmissen. Das Ziel? Gemeinsam mit hunderten von weiteren Konzerten an einem Tag genügend Spenden für fünf neue Brunnen zu sammeln. Neben Wasserstories aus unseren Projektgebieten gabs tolle Musik von Jomila, Marina und Laura Grandy. Als dann Tristan aka DJ Bueno Kind die Plattenteller übernahm, wurden plötzlich alle Sofas zur Seite gerückt, und man munkelt, dass bestimmte Wasserfreaks noch bis spät ins Morgengrauen hinein um die Wette tanzten...

 

Jungfernfahrt für’s soulmobil: Unsere Klassenfahrt zur Glasproduktion

Es gab so einige Momente in 2019, in denen mich unser Team, das zusammengewürfelte Office aus Gebrauchtmöbeln und unsere Art der gemeinsamen Entscheidungsfindung an eine gigantische WG erinnert hat: Jede*r ist ein bisschen eigen, sagt seine*ihre Meinung gerade heraus und große Entscheidungen diskutieren wir gemeinsam aus. Wenns sein muss, dann halt in mehreren Runden. So auch die Anschaffung eines soulmobils: Unser Messewunder, Minivan und allererster Begleiter auf Reifen. Rebekka, die Retail Sales, Feelgood Managerin und Rechtschreibkönigin bei uns ist, erzählt von seinem ersten Einsatz: 

„Wir haben unser neues soulmobil direkt mit einer Klassenfahrt zu unserem Glashersteller und unserem Bedrucker eingeweiht. Es war unglaublich spannend zu sehen, wie unsere Glasflaschen hergestellt und bedruckt werden. Ich finde es total schön zu wissen, wo und wer unsere soulbottles produziert. Danke an Julian, der diese coole Klassenfahrt organisiert hat.”

Auf besagter Klassenfahrt lernten wir über gigantische Schmelzwannen, sahen glühende Glastropfen in Flaschenformen flitzen und erfuhren von sagenhaften 60-80% Recyclingglas, aus dem soulbottles inzwischen hergestellt werden. Und wisst ihr was das bedeutet? Mit einem gesteigerten Altglasanteil ist unsere Produktion durch weniger Rohmaterialien, viel weniger Energiezufuhr und Kreislaufprinzipien nochmal ordentlich nachhaltiger geworden! 

 

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Nach dem Glaswerk ging’s direkt weiter zu unserem Bedrucker. In eine große Maschine werden bis zu drei Siebe eingespannt und mit Farbe bepinselt. An diesen farbigen Sieben saust die Flasche vorbei, bekommt ihr Motiv aufgedruckt und wandert bei ca. 600°C in den Ofen, wo die Farbe mit dem Glas verschmilzt – deswegen können unsere Motive auch beim besten Willen nicht verkratzen.

 

Clean up Berlin! Aufräumen mit Radio Fritz

Im April haben wir mit Radio Fritz im Rahmen unserer gemeinsamen Aktion „Wir gegen Plaste” über 150 Menschen zusammengetrommelt, sie mit Zangen, Tüten und Handschuhen versorgt und zack – in drei großen Teams einmal quer durch die Hauptstadt zum Müllsammeln geschickt. 

Der Tag war erschreckend und befreiend zugleich. Entlang der Spree, in Parks und auf Bürgersteigen fanden wir mehr Abfall als wir tragen konnten. Von Plastikverpackungen, Flaschen und Zigarettenstummeln bis hin zu Koffern, Spritzen und alten Klamotten war wirklich alles dabei. Das Beeindruckendste an der Aufräum-Aktion waren nicht unbedingt die unzähligen Kippenstummel weit und breit, sondern zu sehen wie viele Menschen an einem sonnigen Samstag ihre Zeit zum Müll Einsammeln nutzen, schreibt Kathi. 

 

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Natürlich können wir an so einem Samstag das Müllproblem nicht auf einmal aus der Welt schaffen; der Gedanke hinter Cleanups ist ein anderer: Aufräumaktionen geben Menschen die Möglichkeit, ohne Anklagen und Beschuldigen Teil der Lösung statt des Problems zu werden und den Wandel selbst in die Hand zu nehmen. Denn wer mit anpackt, zeigt allen anderen Passant*innen: Das Müllproblem geht uns alle an, und wir als Gesellschaft können das kollektiv und mit einem Lächeln tun! Wer einmal selbst Müll von der Straße aufgeräumt hat, wird sich seiner Umgebung viel bewusster. Und würdest du noch deine Kippen fallen lassen, wenn direkt vor dir jemand grinsend ein paar Stummel einsammelt, während du auf deinen Bus wartest? Eben.

 

Von Geisternetzen und Croissants gegen Plastiktüten

Im Mai haben wir uns mit Bracenet zusammengetan und uns gemeinsam gegen Fischernetze in den Weltmeeren stark gemacht. Denn ein verlorenes oder absichtlich versenktes Fischernetz macht weiterhin, was es schon immer tat: Es fischt, verheddert und tötet Millionen von Lebewesen und zersetzt sich nach ca. 600-800 Jahren in Mikroplastik. Alleine im Great Pacific Garbage Patch, einem gigantischen Müllstrudel im Pazifik, machen solche Geisternetze 46% des Plastikmülls aus. Zeit sie da rauszuholen! Bracenet angelt die Netze mit Healthy Seas und Ghost Fishing aus dem Wasser und fertigt daraus tolle Armbänder – und für uns einen special Tragegriff für deine soulbottle! Und natürlich entstand in der Zusammenarbeit auch eine tolle neue soulbottle: Unsere Korallenreich

Auch bei Croissants und Café ging es weiterhin um Plastik in und an den Meeren: Denn Melati Wijsen, die mit nur 12 Jahren mit ihrer kleinen Schwester Bye Bye Plastic Bags gegründet hat und damit Plastiktüten aus ihrer Heimatinsel Bali verbannte und inzwischen vor den Vereinten Nationen, der Weltbank, auf TED und vielen weiteren Institutionen über die globale Plastikkrise spricht, hat uns einen Besuch abgestattet. Mit dabei waren auch unsere wundervollen Partner*innen vom Bundesverband Meeresstiftung, Bracenet, Avoid Waste und der Surfrider Foundation.

 

Unternehmertum mit Sinn bei den Vereinten Nationen und SEND e.V. 

Gemeinsam mit unserer ehemaligen Designerin Mariana (von der unsere Drinkitnow stammt) machte ich mich Anfang Mai außerdem auf zum Global Festival of Action for Sustainable Development der Vereinten Nationen. Auf der internationalen Konferenz mit Vertreter*innen aus Regierungen, gemeinnützigen Organisationen, kulturellen Institutionen und Unternehmen bauten wir einen großen Infostand mit einer soulbottle-Skulptur aus Plastikmüll und allerlei Fakten rund um die globale Plastikkrise und brachten das Thema so direkt ins Zentrum der Konferenz. 

Nur zwei Wochen später hieß es: SEND e.V. Jahrestreffen! soulbottles engagiert sich schon seit Jahren als Mitglied beim Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND), dieses mal sprachen wir unter anderem über sinnorientierte Formen von Firmenbesitz und Rechtsform – denn soulbottles ist seit 2018 offizielles Purpose Unternehmen und steht für zweckgebundenes Business und Verantwortungseigentum. 

 

Viva con Agua Familientreffen

Und es war noch immer Mai, als ich mich gemeinsam mit unserem Gründer Paul und Mona, die für Retail Sales verantwortlich ist, aufmachte zum Viva con Agua Netzwerktreffen im Kliemannsland. Inzwischen ist soulbottles mit fast 900.000€ Gesamtspende zum größten Sponsor von Viva con Agua geworden – und da wollen wir beim Jahrestreffen des Netzwerks natürlich auf jeden Fall supporten! 

 

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„Die Atmosphäre beim Netzwerktreffen im Kliemannsland hat mich richtig beeindruckt. Wir waren über 800 Menschen und alle sind so unfassbar liebevoll und rücksichtsvoll miteinander umgegangen: ‚Na klaro, verlegen wir die Party nach drinnen, damit die Kinder vom Nachbar schlafen können!’  ist nur ein Beispiel für die Selbstverständlichkeit von Respekt und Empathie im Netzwerk, auch bei Hunderten von Leuten.  Und wir konnten trotzdem ganz entspannt bis in die frühen Morgenstunden tanzen. Über Viva con Agua habe ich meinen Weg zu soulbottles gefunden und ich bin so froh darüber, dass ich genau diese Art von Umgang auch bei soulbottles täglich erleben darf!” schreibt Eva, die im Team mit mir für Redaktion und auch für PR zuständig ist. Kennengelernt habe ich sie … dreimal dürft ihr raten: auf dem Netzwerktreffen!

 

Lasst uns Plastik aus der Spree fischen

Langsam kam der Sommer, und mit ihm: Badelaune, Eis, der erste Sprung ins Wasser. So auch an unserem Teamtag. Bei praller Sonne schipperten wir einen Tag lang auf sechs elektrobetriebenen Wasserkutschen über Spree und Landwehrkanal. Nicht aber ohne Ziel: Ausgestattet mit Keschern, Zangen und Müllsäcken galt es mit dem eigenen Team so viel Plastik aus dem Wasser und vom Ufer zu sammeln, wie nur möglich! 

Das sah dann ungefähr so aus: soulies flitzten an beiden Uferseiten entlang, irgendjemand rief lautstark „weiter rechts, Frau Kapitän”, zwei Leute tranken Bier auf dem Deck und drei balancierten Kescher und Zangenaction ins Wasser, möglichst ohne selbst über Board zu gehen. Die allermotiviertesten sortierten schon mal vorsorglich die Fundstücke nach Müllgruppe und bauten das abzuliefernde Müllkunstwerk, selbstverständlich zu melodischen Berliner Technoklängen. Nach exakt zwei Stunden waren wir versorgt mit Lachanfällen, bestimmt 7 großen Säcken Müll und ordentlich Hunger wieder am Treffpunkt und es kam zur Preisverleihung. Zu meinen Lieblingsfunden gehören bis heute eine komplett ausgestattete Bob Marley Handtasche mit Buch und Geldbeutel und eine kleine Schatzkiste. Abgegeben haben wir unsere Fundstücke natürlich bei der Polizei und den Abfall bei der Berliner Stadtreinigung. Es macht mich überglücklich, dass wir auch an unserem Teamtag bei einem Cleanup bonden können, richtig viel Spaß miteinander hatten und nebenbei ganz selbstverständlich etwas Gutes für die Umwelt und unsere Stadt tun!

 

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Wenn Kunst zu Wasser wird: Die Millerntor Gallery 

Alle für Wasser! Im Juli cruisten wir mit dem längst eingegroovten soulmobil nach Hamburg, denn es ist Zeit für Viva con Aguas alljährliche Millerntor Gallery! Im eigens überall besprayten St. Pauli Stadium trafen für die Gallery tausende Besucher*innen auf Künstler*innen, Musiktalente, Street Artists und jede Menge Menschen aus dem Viva con Agua Kosmos. Die Konzerte, Parties, Kunstauktionen und besprayten Wände hatten es in sich: Denn die Millerntor Gallery ist eine einzige, gigantische Spendenaktion für WASH-Projekte, also Trinkwasser, Hygienebildung und Sanitäranlagen. Allein am soulbottles Stand kamen so über 2.000€ Spende zustande, insgesamt waren es 2019 mehr als 140.000€. Hier geht’s zum ausführlichen Report.

 

Steel geht an den Start! 

Im Juli hat unser Warten ein Ende: Nach ewiger Produktionssuche, unendlichen Diskussionsrunden und hunderten von Mails ging die erste Generation der soulbottle steel im Juli endlich live. Die Produktion in China hat uns alle vor komplett neue Herausforderungen gestellt und kam mit ebenso vielen Möglichkeiten für noch mehr Wirkung. Paul, ohne den es die steelbottle wahrscheinlich noch immer nicht geben würde, hat alle Bedenken und Learnings für euch transparent zusammengefasst: so kam es zur soulbottle steel

Reka, die bei uns unter anderem Website und Online Marketing wuppt, erzählt: „Für mich war es ein riesiges Projekt, unsere neuen soulbottles steel auf die Website zu bringen und allen Menschen, die nötigen Informationen bereitzustellen. Mit vielen helfenden Händen haben wir eine schöne Landingpage gezaubert, auf der die soulbottles steel jetzt in vollem Glanz erstrahlen. Als ich am 25.07. endlich den Livebutton gedrückt habe, war ich super aufgeregt, bin wie wild durchs Büro gerannt und hab die freudige Botschaft verkündet. Nach der ersten Aufregung stieg die Spannung, wie unsere soulfriends auf die neuen Buddels reagieren – und siehe da, ganz schnell trafen die ersten Bestellungen ein und wir haben super positives Feedback zu den Flaschen und unserer Kommunikation bekommen. Ich war sehr erleichtert, dass sich die ganze Arbeit für alle gelohnt hat und wir genau die Infos und Gefühle vermitteln konnten, die wir uns vorgenommen haben!” Wir alle freuen uns schon, wenn die soulbottle steel in die nächste Entwicklungsphase kommt und wir die neue Version nicht nur online, sondern über alle Vertriebskanäle in die Welt schicken können.

 

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Rassismuskritisch denken lernen: Exit Racism mit Tupoka Ogette 

Mitte des Jahres war bei uns der Startschuss für Exit Racism: Wir wollen mehr lernen über rassismuskritisches Denken, Sprechen und Handeln, eigene Muster und Sozialisierung hinterfragen und uns weiterbilden. Dafür holen wir uns Unterstützung von Tupoka Ogette, die nicht nur das sehr empfehlenswerte Buch „Exit Racism” geschrieben hat, sondern auch in Seminaren erklärt, was es mit white privileges, rassistischer Sozialisierung und unbewusst diskriminierenden Verhaltensmustern auf sich hat. Wir sind wacher geworden, haben in vieler Hinsicht unsere Augen öffnen können, einander viel Empathie gegeben und wissen gleichzeitig, dass unsere Reise noch lange nicht zu Ende ist. Inzwischen ist Exit Racism zu einem festen Bestandteil unserer Workshops für soulbottles Neulinge und alte Hasen geworden, wir machen regelmäßige Rollenspiele und freuen uns, auch mit anderen „-ismen” noch viel bewusster und kritischer umgehen zu können! 

 

Happy birthday to us! soulbottles wird 7

Am 8. August ist soulgeburtstag! Ganze sieben Jahre sind wir jetzt schon alt geworden und feierten das Ganze in einer sehr gemütlichen Runde auf unserer Rampe vor unserer Logistikhalle, in der fleißige Packwo*man täglich eure soulbottles zusammenpacken. Mona und Jara bauten eben mal ne Bar aus Paletten auf, Jules stellte den Grill daneben, René versorgte uns mit megaguten Dips und Salaten und irgendwer holte noch die fetten Lautsprecher hervor – und fertig war unser kleines Grillfest zur Geburtstagsfeier. Klar, vegetarisch, keine Sorge! 

 

Mikroplastik, Wasserforschung und Abkühlung im Müggelsee 

Zweimal machten wir uns 2019 auf zum Berliner Müggelsee, um unser Wasserwissen zu vergrößern. Schon im April ging es auf zum Wasserwerk Friedrichshagen, und wir erfuhren von den Mitarbeitenden der Berliner Wasserwerke so Einiges über die Kontrollen des Deutschen Trinkwassers, den Prozess und die Reinigung des Wassers und die hohe Sicherheit und Qualität. Wusstet ihr, dass Trinkwasser zu den meist kontrollierten Lebensmitteln überhaupt gehört? Und dass man allein in Berlin 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen könnte, wenn alle Menschen Leitungs- statt Flaschenwasser trinken würden? 

Mitte August fuhren wir dann zurück zum See, diesmal aber zum IGB Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, wo 140 Wissenschaftler*innen über Frischwasser, deren Ökologie, Management und nötige politische Implikationen forschen. Wir lauschten Ulrike Scharfenbergers Erkenntnissen über die Auswirkungen von Klimawandel auf Nährstoffe im Wasser und wie es eigentlich passieren kann, dass ein See kippt. Saskia Rhese erklärte uns den Effekt von Mikroplastik, welches auch über geklärtes Abwasser, Abrieb und andere Umwelteinflüsse in den Gewässern landet. Und wir erfuhren von Jörg Lewandowski von Möglichkeiten, wie man durch pharmazeutische Rückstände oder Chemikalien verschmutztes Wasser auf natürliche Weise wieder aufbereiten kann. 

Und natürlich brachten auch wir einen Impulsvortrag mit und sprachen über soziales Unternehmertum, nachhaltige Lieferketten und gesellschaftliche Veränderung durch sinnvolle Produkte. Und auch noch beim Sprung ins Wasser, Bier und Ballspielen überlegten wir gemeinsam mit den Forschenden, wie good business noch viel mehr mit der Wissenschaft zusammenarbeiten könnte. Aber mehr dazu im Bericht der IGB

 

Plastikfrei und Festival? Nicht ohne uns! 

Es vergehen wenige Sommer bei uns ohne Festivals. Und dieses Jahr konnten wir mit dem Team und Viva con Agua direkt dabei sein! Ich übergebe das Wort mal an Lennart, der euch sonst am Telefon begrüßt und die Fragen, Rückgaben oder Begeisterung eurer Mails beantwortet: „Ein schöner Moment? Das ist ja dann auch mein schönster Moment ever mit soulbottles! Ich würde sagen das About You Pangea Festival, auf dem wir gemeinsam mit Viva con Agua waren und echt super viel Spaß zusammen hatten beim Feiern und Tanzen. Es war toll zu sehen, wie viele Menschen sich für unseren Workshop interessiert haben und mit viel Freude ihre Festivalbecher bemalt haben. Viele Festivalbesucher*innen waren echt interessiert zu erfahren, wer wir sind und was wir tun, um die Welt ein kleines bisschen besser und plastikfreier zu machen. Ganz besonders schön war auch unsere Checkin-Runde und das mini-Tactical auf dem Campingplatz – hat mir ganz viel Verbindung fürs Team gegeben!” 

 

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Laser Naming

Zum Feiern ist uns kein Grund zu viel! Und so kann auch ein neuer Laser zum Gravieren von soulbottles ein schöner Anlass für eine Zeremonie werden – Steffi, die unser Laserteam aufgebaut hat, berichtet: „Einer der schönsten Momente war für mich die Laser-Naming Ceremony: Aus der Notwendigkeit, unsere mittlerweile 3 Laser gut unterscheidbar zu benennen, haben wir ein kleines Event für das ganze Team gemacht: Mit lustigem Namensfindungs-Wettbewerb, der hübschesten gefüllten Pinata in Laserform, Schoko-Laser-Gewinnen und Queen-Songs (einer der Laser heißt nun „Mercury"). Einfach toll, die Arbeit mit so viel Quatsch und Spaß verbinden zu können!”

Und noch eine weitere Geschichte aus dem Laserkosmos hat Steffi auf Lager, die sehr stark unsere Arbeitskultur im gesamten Team widerspiegelt: „Stark beeindruckt hat mich dieses Jahr, wie wir unseren neuen Laser-Schichtplan mit 80 Produktionsstunden pro Woche inklusive Abend- und Wochenendschichten ausgehandelt haben. Dabei die Bedürfnisse von 6 Menschen zu berücksichtigen ist nicht leicht, v.a. wenn auch andere firmeninterne Rollen, externe Zweitjobs, Kinder, Studium, Anfahrtswege und Biorhythmus/Gesundheit gleichermaßen eine Rolle spielen. In einem großen Teammeeting haben wir geschafft, dass sich wirklich jedes Teammitglied mit den Schichten wohl fühlt. Mir bedeutet dieser Moment sehr viel, denn wir beweisen damit: industrielle Produktion kann wirklich effizient UND Mitarbeiter*innenfreundlich sein.”

 

Wir streiken – für’s Klima

Neben fairem und empathischem Umgang mit allen Menschen, die direkt oder indirekt mit soulbottles in Kontakt sind, ist die Umwelt für uns absolute Priorität. Akribisch zählen wir alle unsere Emissionen, reduzieren was uns möglich ist und kompensieren den Rest mit unserem Partner Myclimate. Doch gerade verändert sich unser Klima so rasant, dass individuelle Klimaneutralität wie in unserem Unternehmen nicht mehr ausreicht: Wir brauchen sofortige, systemweite Veränderungen. Wir brauchen Gesetze, die unsere Zukunft schützen, eine schnelle und effektive Energiewende und ein Wirtschaftssystem, welches die Ressourcen des Planeten schont, Biodiversität schützt und die Wirkung auf Planeten und soziale Gerechtigkeit über Profitmaximierung stellt. Für all diese Werte stehen wir bei soulbottles schon durch die Art, wie wir arbeiten, aber wir möchten auch dafür sorgen, dass sich diese Denkweise so schnell wie möglich verbreitet. 

 

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Als uns Fridays for Future um Unterstützung für den globalen Klimastreik bat, mussten wir nicht lange überlegen. Wir waren bereits mit Entrepreneurs for Future in Kontakt, dem Verband aller Unternehmen, die von der Regierung deutlich mehr Klimaschutz fordern, und organisierten schnurstracks den gesamten Streikblock für alle Unternehmen, die am 20.09. die Bürotür verschlossen und ihre Klimaforderungen auf den Straßen Berlins verkündeten.  In nur einer Woche hatten wir – ohne jegliche Demoerfahrung – einen Lautsprecherwagen, Redner, DJs und freiwilliges Sicherungspersonal organisiert, eine Schilderbastelaktion auf die Beine gestellt, Presse herbeigerufen und eine Telegramgruppe eingerichtet. Unglaublich aufregend war es, nervenraubend und gleichzeitig ein pures Gefühl von Revolution, von Hoffnung und von einem sichtbaren Wandel in unserer Gesellschaft. Den Moment, den bis zum Horizont im Schildermeer tanzenden Entrepreneurs zu verkünden, dass unsere Klimademo Rekordzahlen von 1.4 Millionen allein in Deutschland erreicht hatte, werde ich wohl nie vergessen! 

Das Ergebnis jedoch war ernüchternd: Trotz großem Interesse der Medien an dem Engagement der Wirtschaft für die Klimademo gefährdet die Bundesregierung mit dem viel zu niedrig angesetzten Klimapaket nicht nur eigens gesetzte Klimaziele, sondern auch schlicht die Zukunft unseres Planeten. Kein Wunder also, dass wir auch beim nächsten Klimastreik am 29.11. wieder unseren kompletten Betrieb lahmlegten und stattdessen mit dem Team auf die Straße zogen. Und auch 2020 werden wir weitere Wege finden, uns bestmöglich einzubringen und für den Erhalt unseres Planeten einzustehen.

 

Ein Team im Hippiedorf: Lasst uns über Gefühle, Gewaltfreiheit und Saunameister sprechen 

Es ist eine Tradition geworden, dass wir mit allen soulbottles Partner*innen mindestens einmal im Jahr auf „Retreat” fahren,  uns selbst reflektieren, uns weiterentwickeln und uns Zeit fürs Miteinandersein nehmen.
„Mein schönster soulbottles Moment war dieses Jahr, als wir für unser Teamretreat im ZEGG in Bad Belzig waren und neben der Arbeit an Inhalten auch viele verbindende Momente zusammen hatten – sei es bei den GFK-Übungen (Gewaltfreie Kommunikation) und Spielen oder bei der gemeinsamen Abendgestaltung. Ein Moment, der mir besonders in Erinnerung bleibt: Alle soulies krabbeln auf allen Vieren jauchzend durch den Raum und versuchen ihren Kolleg*innen die Socken zu klauen”, schreibt Lennart, der das Retreat aus seiner Rolle Persönlichkeits- und Kulturentwicklung mitorganisiert hat. Und natürlich durfte eins nicht fehlen: der gemeinsame Ausklang in der Sauna! 

 

101 Initiativen gegen Plastikmüll: Der soulincubator beginnt 

Und auch wenn schon so viel passiert ist bis Oktober, kamen wir gefühlt noch mal so richtig in Fahrt. Denn nach der soulbottle steel starten wir ein zweites Mal ins komplette Neuland mit einem gigantischen Projekt: Der soulincubator. Schon lange träumen wir davon das Plastikproblem in den Griff zu bekommen und der immer größer werdenden Flut effektiv entgegenzuwirken. Und wie oben beschrieben, schafft die soulbottle auch tatsächlich in  eurem Alltag ein großes Umdenken und somit viele tausend Kilo eingespartes Plastik. Doch es gibt noch so viele wirkungsvolle Ideen da draußen für eine Welt ohne (Einweg-) Plastik, die wir schleunigst umsetzen, anwenden und groß machen sollten. Und da wir aus eigener Erfahrung wissen, wie knifflig die ersten Schritte von der Idee zur eigenen Firma oder gemeinnützigen Organisation sind, haben wir mit Project Together, der Röchling Stiftung und inzwischen auch einer Förderung des ESF ein Förderprogramm ins Leben gerufen, mit dem wir seit Oktober diesen Jahres 101 Initiativen fördern. 

Aline, zuständig für unsere Social Media Kanäle und Newsletter, erinnert sich: „Es gab in meinen ersten Monaten hier schon super viele schöne Momente. Einer davon war der Kick-off Tag zu unserem Förderprogramm soulincubator. Es war toll, die Initiator*innen der Projekte persönlich zu treffen, ihre Ideen zu hören und zu sehen, wie sie sich im Kampf gegen den Plastik(müll) zusammenfinden und synchronisieren. Ein sehr intensiver Tag mit vielen begeisterten, motivierten und inspirierenden Menschen.” 

 

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Neben den wirklich inspirierenden und wirkungsvollen Projekten des soulincubators und der tollen Zusammenarbeit mit unseren Partner*innen von Project Together, der Röchling Stiftung, dem Europäischen Sozialfond, der Purpose Stiftung und Viva con Agua bin ich ganz besonders Paul und Sebastian aus unserem Team unendlich dankbar für all die Energie und Arbeit, die sie in die Realisierung des soulincubators gesteckt haben – denn ohne das Engagement der Beiden und so einige schlaflose Nächte hinter der enormen Bürokratie von ESF-Formalitäten hätte unser Förderprogramm nie so groß werden können. 

Für Paul war der schönste Moment des letzten soulbottles-Jahres deshalb wohl auch „als der ESF Bescheid endlich(!) kam. Den ganzen Sommer lang hatten wir in der sengenden Hitze diesen verdammten Antrag fertig gemacht, dann kamen fünf Monate Zitterpartie um die Finanzierung. Und erst, als das Programm schon losging, hatten wir endlich Gewissheit, dass alles genauso klappt, wie wir es uns und den Projekten gewünscht hatten.” 

 

All you need is less

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und wie immer heißt es: Weihnachtsstress! Als wir uns im Marketing- und Außenwirkungskreis zusammensetzten, waren uns drei Dinge ziemlich schnell klar: 

  1. Wir wollen keine Weihnachtskampagne, keine religiöse Ausrichtung und keine zusätzliche Aufmerksamkeit für ein Fest des übermäßigen Konsums 

  2. Stattdessen möchten wir aufklären, informieren und viel lieber verbreiten, dass Selbstliebe und Zeit mit den Liebsten viel wertvoller ist als jedes (materielle) Geschenk

  3. Also lasst uns Spaß, Bastelfieber, Gemütlichkeit und Geselligkeit in den Winter bringen!

Geholpert hat es trotz der Einigkeit mit dem Kampagnennamen. „Drei bottles für Flaschenbrödel” gehörte definitiv zu den Favoriten, genauso wie „Kevin trinkt allein zuhaus” oder auch „Last Christmas I gave you my bottle”, wäre da nicht die untrennbare Weihnachtsverbindung … Entschieden haben wir uns dann doch für „all you need is less”. Wie sich das gegen „Baby, it’s soul outside” durchsetzen konnte, ist sicher nicht nur euch ein Rätsel… ;) 

Quatsch beiseite: Wer Chai- oder Keks-Rezepte, Umweltfacts über Weihnachten oder Tipps für einen nachhaltigen Winter mit weniger Stuff und mehr Entspanntheit möchte: Schaut mal im Blog vorbei!

 

Poetry, Livemusik und Glühwein: Die soulbottles Weihnachtsfeier 

Ein fettes Grinsen breitet sich in meinem Gesicht aus, wenn ich nur anfange, an die Weihnachtsfeier zu denken! 74 einzigartige, großartige Menschen, und eine wundervolle Stimmung mit allen! Es gab Poetry Slam, Spiele und alte Fotos, Livemusik der Musiker*innen aus dem Team, es wurde gegessen, getrunken, gelacht und getanzt. Und nach der ersten Party zogen wir weiter in unser seit ein paar Monaten angemietetes soulcafé, in dem  bald ein weiterer Remote-Arbeitsplatz und kleiner Laden im Schillerkiez entsteht. Patrick, unser LeadLink des Kommunikations-, Marketing- und Sales-Kreises, fasst zusammen:Es war so schön nach unserer Weihnachtsfeier um halb zwei ins neue soulcafé zu kommen und das ganze Team war schon da, in Tanz, Gekicher und Gespräche vertieft und hatte sich angeheitert das ganze Café zu Eigen gemacht.

 

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Wir ziehen Bilanz: Ein aufregendes Jahr voll Umwelttalk, Wasserwirkung und Plastic Action!

Umweltthemen, Klimawandel und die Plastikkrise waren dieses Jahr so bedeutend wie noch nie für uns, und werden es mit großer Sicherheit weiterhin bleiben! Neben der Kampagnen haben wir auch hinter die Kulissen geschaut und mit Hilfe eurer Antworten aus der Impact-Umfrage berechnet, welche Ersparnisse an nicht-produzierten Plastik all ihr soulbottles Nutzer*innen bis dato bewirkt habt: 

Über 100.000.000 vermiedene Plastikflaschen

Über 5.100 Tonnen nicht produziertes Plastik

Über 21.400 eingesparte CO2-Emissionen 

Und selbstverständlich konnten wir durch den Spendeneuro, der mit jeder verkauften soulbottle an Viva con Agua de St. Pauli e.V. fließt, auch schon Großes bewirken – insgesamt waren das bis Ende 2019:

Spendensumme von 892.540€ an Trinkwasserprojekte

Wasser, Sanitärversorgung und Hygieneprojekte für 68.778 Menschen

Viva con Agua schreibt zur Spendensumme nur: „Seid ihr irre?” und wies uns nochmal darauf hin, dass wir dieses Jahr glatt 90.000€ mehr gespendet haben als noch 2018. Insgesamt steuern wir mit fast 900.000€ Spendensumme nun schnurstracks auf eine Million Euro zu, die soulbottles in Wasser-, Sanitär- und Hygieneprojekte (WASH) gesteckt hat. Und das alles nur, weil ihr uns so fleißig unterstützt! 

Schließen möchte ich unseren Jahresrückblick mit einer großen Wertschätzung für alle Menschen, die dazu beitragen, dass wir jeden Tag unserem Purpose folgen können, jedem Menschen in unserer Produktionskette, jeder*m Kund*in und allen unseren Partner*innen. Gemeinsam verändern wir die Welt – und das auf eine ganz besondere Art, für die ich Demian gerne das letzte Wort überlasse: 

„Was ich im letzten Jahr bei soulbottles an Idealismus, Offenheit und Empathie erleben durfte, lässt sich schwer an einem Moment festmachen. Der Vibe und die Energie, die man hier tagtäglich erleben kann, beschreiben für mich ein sehr erfüllendes Lebensgefühl – und das nach und nach zu erkennen, war für mich das eigentliche Highlight des Jahres.”

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