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Liebe dich selbst: Wieso wir mehr über mentale Gesundheit sprechen müssen

Zum Valentinstag 2020 wollen wir eine wichtige Nachricht in die Welt schicken: Liebe zu allererst dich selbst. Denn mentale Gesundheit und Selbstliebe sind enorm wichtig, und werden häufig noch viel zu wenig besprochen in unserer Gesellschaft. 

Kerstin Schopf hat im Winter 2018-19 ein Praktikum bei soulbottles gemacht und unsere Social Media Kanäle bespielt. Schon damals waren wir beeindruckt, wie stark sie sich für mentale Gesundheit einsetzt und wie viel Leidenschaft und Engagement sie tagtäglich beweist. Marathon als Spendensammelaktion? Eigene Pullikollektion? Und jetzt auch noch eine soulbottle zum Thema? Alles schon gemacht – und dabei ist Kerstin erst 26 Jahre alt!

Da Kerstin sich mit dem Thema viel besser auskennt als wir, überlassen wir ihr im folgenden Interview einfach selbst das Wort.

 

Kerstin, du engagierst dich schon seit Jahren für mehr Bewusstsein und Unterstützung im Bereich mentale Gesundheit. Was ist eine Aktion, bei der du besonders viel gewachsen bist? 

Vermutlich der Marathon und die damit verbundene Spendensammelaktion. Es war das erste Mal, dass ich wirklich an fremde Menschen und die Öffentlichkeit treten musste, um Aufmerksamkeit für ein Thema zu erregen, das mir am Herzen liegt. Außerdem ist es für jeden, der mich nur ansatzweise kennt (und auch für mich selbst) einfach total überraschend gewesen, dass ich einen Marathon laufen werde. Ich hatte mit dieser Aktion ein super Format gefunden, das mich über meine persönlichen Grenzen bringt und für Gesprächsstoff sorgt.

 

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Wie bist du selbst mit dem Thema Mental Health in Kontakt gekommen und was hat dich dazu gebracht, dich so stark dafür einzusetzen?  

Als sich im Juli 2017 Chester Bennington, der Leadsänger von Linkin Park, nach langjähriger Erkrankung das Leben nahm überrollte mich eine Flut der Trauer. Über einen Unbekannten. Ich begann das erste Mal Shirts zu drucken, mit einem Motiv, das sein damals 11-jähriger Sohn gezeichnet hatte. Durch dieses Projekt begann ich mich mit dem Thema psychischer Gesundheit auseinander zu setzen und ich kam mit sehr vielen Menschen weltweit in Kontakt. Sie begannen sich zu öffnen; mir zu öffnen. Und alles was ich eigentlich tat war eine sehr aussagekräftige Message auf ein Shirt zu drucken. Als ich dann weiter einstieg und reflektierte, bemerkte ich, dass ich mich seit einiger Zeit in einem sehr schlechten Zustand befand. Im Frühjahr 2018 war ich dann für ein paar Monate in Behandlung in einer psychiatrischen Klinik. Es war eine sehr dunkle Phase meines Lebens, die mich sehr knallhart auf den Boden der Realität gebracht hatte. Als ich immer mehr realisierte, wie wichtig und einfach Prävention ist, war für mich klar, dass ich aktiv aufklären und handeln möchte. Auf meine ganz eigene Art.

Als Doris Doodles machst du ziemlich humorvolle und selbstkritische Karikaturen, die wichtige Themen der mentalen Gesundheit aufgreifen. Wie ist die Idee entstanden und was ist deine Vision mit dem Projekt?

Ursprünglich beschäftigte sich (Doodling) Doris mit Themen, die ich mich als Kerstin nicht traue auszusprechen. Dinge, die mich ärgern und die leicht im Alltag zu ändern sind. Nachhaltigkeit, Mentale Gesundheit und generell der Umgang mit der eigenen Umwelt. Irgendwann wurde aus dem witzigen Gekritzle, das Doris zuerst für mich war, eine Marke und immer, wenn ich mich nicht traute laut zu werden, ließ ich sie für mich sprechen. Mein Ziel ist es noch mehr Menschen zu erreichen und das Thema rund um die psychische Gesundheit zu entstigmatisieren und zu normalisieren. Mit Humor kann man gut das Eis brechen und auch ich kann mittlerweile sehr gut über viele Themen sprechen, die mir bis dato unangenehm waren. Dank Doris.

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Wie nimmst du das Thema mental health in unserer Gesellschaft wahr? Was muss sich verändern?

Ich beobachte eine positive Welle. Es geht ganz klar in die Richtung, dass Menschen darüber sprechen und sich nicht mehr verstecken möchten und müssen. Trotz alledem fällt mir auf wie sehr unser alltäglicher Umgang und unsere Ausdrucksweisen geprägt sind von alten Gewohnheiten. Die Art wie über psychische Krankheiten gesprochen wird ist nach wie vor oft sehr abwertend und unmenschlich. Man wird als „verrückt” bezeichnet oder gehört in die „Klapsmühle” / „Geschlossene”. Worte wie diese sollten schon längst der Vergangenheit angehören, sind aber nach wie vor im alltäglichen Umlauf. 

Wenn du als Bundesregierung eine konkrete Veränderung bewirken könntest, was würdest du als erstes machen? 

Ich würde versuchen einen massiven Teil zur Entstigmatisierung beizutragen. Mit bundesweiten Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit, die psychische Gesundheit/Krankheit und Prävention thematisieren. Mein Eindruck ist, dass das Thema in Deutschland nicht präsent genug ist. Zugänge sind nach wie vor zu schwer zu erreichen; ein gutes Beispiel hierfür liefert die USA. Dort soll eine 3-stellige Notfallnummer eingerichtet werden, damit man im Ernstfall leichter Hilfe rufen kann. Kaum ein Mensch kann einem die Telefonnummer der Deutschen Notfallseelsorge aufsagen (0800 1110111). Es sind Kleinigkeiten, wie diese, die den Zugang zu schneller Hilfe erleichtern können.

Was hilft dir, mehr Leichtigkeit, Selbstannahme und Selbstliebe in den Alltag zu bringen? Wie können wir uns selbst besser wertschätzen? 

Mir helfen kleine Reminder auf dem Handy, Sticker am Spiegel im Bad oder am Rechner. Über das Profil von Doris poste ich hin und wieder Hintergrundbilder, die man via Screenshot für sein Handy nutzen kann. Da steht dann sowas wie „you look great today” oder „you’re awesome”. Anfangs konnte ich das schwer annehmen, habe geschmunzelt und dachte mir „so ein Blödsinn, da lüg’ ich mir ja selber in die Tasche”. Letztendlich habe ich aber geschmunzelt und Affirmationen wie diese helfen mir meine Sichtweise über mich zu verändern und zu manifestieren. Wenn ich eins gelernt habe, dann ist es, dass gesundes, positives Denken erlernbar ist. Viele lehnen es ab, weil sie es anders kennen. Dabei sind wir alle einfach nur unser Leben lang geschult, Dinge negativ zu sehen. Ein Leben lang Gedanken machen kann man nicht in ein paar Wochen ausgleichen, das braucht schon ein bisschen länger – ist aber möglich! 

Be an ally: Was können wir tun, um Menschen in unserer Umgebung, die mentale oder psychische Probleme haben, bestmöglich zu empowern und zu unterstützen?

Seid da! Seid aufmerksam! Seid rücksichtsvoll! Menschen, die psychisch krank sind erzählen ihre Geschichte manchmal sehr oft oder auch sehr selten. Es ist wichtig sie in beidem zu unterstützen. Wenn sie sich zurückziehen ist das keinesfalls auf die eigene Person zu beziehen. Immer weiter nachhaken. Sprechen hilft und sprechen kann Leben retten. Wenn jemand das Gefühl hat, dass ein geliebter Mensch sich in einer schlechten psychischen Verfassung findet, sollte man ihn darauf ansprechen (nur keine Scheu, nicht reden ist tatsächlich schlimmer als reden). Ihm anbieten mit ihm zu einer Anlaufstelle zu gehen, ihm zur Seite zu stehen. Rituale und regelmäßige Check-Ins können hilfreich sein, wenn die Person Schwierigkeiten hat eine Routine beizubehalten. Dass der eigene Schmerz gesehen wird hilft oft bereits enorm.  

Wie hast du deine Zeit bei soulbottles wahrgenommen? Welche Teile unserer Kultur, Persönlichkeitsentwicklung und Arbeitsweise haben dir besonders geholfen, und wo können wir uns vielleicht noch verbessern?

Mein Eindruck ist, dass das Unternehmen sehr großen Wert darauf legt, seine Mitarbeitenden zu schützen. Im Rahmen der Möglichkeiten eines Unternehmens eben. Bereits im Bewerbungsgespräch lenkte ich das Thema auf meine Vorgeschichte und meine Bedürfnisse und wurde trotzdem eingestellt. Das war für mich schon der erste Wow-Effekt, denn ich hatte große Angst vor Verurteilung. An Tagen, an denen es mir schwer viel das Haus zu verlassen, konnte ich im Home-Office arbeiten und es war zudem befreiend mich ehrlich mitteilen zu können, aus welchen Gründen ich zuhause bleibe. Man muss keine Bauch- oder Kopfschmerzen vortäuschen. Denn man kann sich auch einfach mal schlecht fühlen und es ist vollkommen fine an diesem Tag in seiner Komfortzone zu bleiben. Beeindruckend ist auch, dass man regelmäßige Coaching-Termine wahrnehmen und sich zudem den Kollegen gegenüber gut mitteilen kann. Das stärkt das Bewusstsein und die Gemeinschaft – denn am Ende des Tages hat jeder sein Päckchen zu tragen.

Willst du sonst noch etwas weitergeben?

Ich freue mich riesig, dass ich eine soulbottle zum Thema Mental Health gestalten durfte! Meine Intention dahinter war es, dass man mit der Flasche Gespräche eröffnen und in den Dialog treten kann. Man kann zudem einem geliebten Menschen eine Freude bereiten, indem man ihm zeigt, dass man ihn und seine Geschichte ernst nimmt. Die Flasche dient außerdem als Reminder, für einen selbst – you matter! Danke!

Noch mehr Infos zu Kerstin und ihrer soulbottle „you matter" findest du in ihrem Designportrait.

Zum Designportrait

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