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#savetheseas Gemeinsam gegen Geisternetze

Im Mai haben soulbottles und Bracenet zusammen zu einem Designcontest aufgerufen. Gewonnen hat diesen Annika Metze mit einem wunderschönen Motiv, das uns in die magische Welt der tiefen Ozeane mitnimmt. Doch neben der neuen gemeinsamen Korallenriff soulbottle haben wir mit Bracenet auch einen besonderen Tragegriff und ein Armband entwickelt: Beide bestehen aus geborgenen Fischernetzen, die verloren gegangen sind oder absichtlich im Meer entsorgt wurden. Sogenannte „Geisternetze” sind tatsächlich ziemlich gruselig, denn sie bedrohen massiv die Artenvielfalt der Meere. Die Held*innen von Bracenet helfen dabei, alte Fischernetze aus den Ozeanen zu fischen, schützen somit die Artenvielfalt und verarbeiten das Material zu stylischen Armbändern. Wir sind ziemlich beeindruckt von diesem Engagement und freuen riesig darüber, einen Kooperationspartner gefunden zu haben, der unsere Vision teilt: Sauberes, sicheres Wasser für alle in einer Welt ohne Plastikmüll. Um euch zu zeigen, wieso wir von Bracenet so begeistert sind, haben wir mit der Gründerin Madeleine von Hohenthal und dem Gründer Benjamin Wenke über ihre Idee, ihren Antrieb und ihre Produkte gesprochen.

 

Entdeckung eines globalen Problems am Strand von Tansania

Das massive Problem ist den beiden 2015 beim Backpacken bewusst geworden. Mit dem Rucksack waren sie an der Ostküste Afrikas, in Tansania und auf Sansibar, unterwegs und haben dort massenweise Netze in allen Größen und Farben gesehen.

„Wir haben dann den ganzen Urlaub damit verbracht Netze zu sammeln, mit den Fischern vor Ort zu sprechen und recherchiert, ob dieses Problem ein lokales oder globales ist.”

 

soulblog_header_Bracenet-colorful-nets

 

Zurück in Deutschland stellte sich die Frage: Was macht man jetzt eigentlich einem Koffer voller Netze, die man auf der Reise gesammelt hat? Am besten etwas, was nachhaltig ist und einen möglichst großen Impact hat. Healthy Seas, Ghost Fishing und Nofir waren direkt von der Idee überzeugt und haben so den Rahmen gegeben, wirklich was bewegen zu können.

„Uns war klar, dass es zwar schön und niedlich ist wenn wir beide weiterhin Netze suchen und bergen aber das es weitaus mehr bewirken wird, wenn wir die richtigen Partner / Organisationen an unserer Seite haben.”

Parallel dazu wurde die Website aufgebaut und das Design für die Armbänder ausgearbeitet. Dabei war es vor allem wichtig, dass die Bracenets nicht nur Accessoir, sondern auch Statement sind. Das Problem der Geisternetze im Kopf, haben Madeleine und Benjamin in ihrer Freizeit die Schmuckstücke bei sich zu Hause am Küchentisch zu fertigen. Mittlerweile machen sie das hauptberuflich und sind ein Team aus 23 Mitarbeiter*innen.

 

soulblog_header_Bracenet-kitchen 

 

Unternehmensgründung statt Vollzeitjob?

Positiv auf das Geisternetzproblem aufmerksam zu machen und Dinge nachhaltig zu verändern, ist die größte Antriebskraft für das Projekt. Und schließlich war diese Motivation auch größer als die Hürde ihre bisherigen Vollzeitjobs aufzugeben. Madeleine war vorher Head of Artbuying bei einer weltweiten Marketing- und Werbeagentur, Benjamin Head of Marketing zweier Start-Ups einer deutschen Industriegröße und es war noch nicht sicher, ob sie durch Bracenet ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Auf ihrer Reise ist ihnen aber bewusst geworden, was für ein riesiges Problem Geisternetze darstellen: Allein das Plastik im Great Pacific Garbage Patch besteht nach aktuellen Schätzungen circa zu 46% aus Geisternetzen. Der Welt eine Lösung für sichere Ozeane zu bieten, war auf einmal so viel wichtiger als einen sicheren Job zu haben.

 

Produkte als Lösung für das Plastikproblem

Produkte wie die Bracenets oder soulbottles machen auf die aktuelle Situation aufmerksam und regen im zweiten Schritt zum Nachdenken an. Sie sind ein freundlicher Reminder daran, seinen Alltag nachhaltig zu gestalten und zum Beispiel auf einen To-Go-Becher oder Plastikstrohhalm zu verzichten. Und das ohne Menschen anzuprangern oder ein schlechtes Gewissen zu machen.

„Wir finden es wichtig, dass Phänomene wie ‘Eco-Shaming’ oder ‘Sustainability-Shaming‘ aufhören. Belehrend auf Menschen zugehen und zu sagen, was sie alles besser machen könnten, funktioniert selten.”

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Wer sich für Themen wie Umweltschutz oder Nachhaltigkeit einsetzt, ist mit den beiden Begriffen wahrscheinlich schon mal in Kontakt gekommen. Nicht nachhaltiges Handeln wird einem schnell als Fehler vorgeworfen. Für Madeleine und Benjamin ist es besonders wichtig, gegen dieses Verhalten vorzugehen:

„Denn tatsächlich zählt jeder einzelne Schritt. Nachhaltigkeit im Alltag ist ein Prozess für jeden einzelnen. Also unser Tipp: Mit einer positiven und inspirierenden Herangehensweise macht Nachhaltigkeit für alle viel mehr Spaß und es kann wirklich etwas geändert werden. “

Mit dem Kauf eines Armbandes unterstützt man zum Beispiel die Partnerorganisationen von Bracenet, 10% des Erlöses werden gespendet. Im August 2019 konnten sagenhafte 40.000€ an Healthy Seas und Ghost Fishing überreicht werden, wodurch weitere Bergungsfahrten und Präventionsarbeit finanziert werden können – ähnlich wie bei soulbottles mit jeder Flasche Geld in Trinkwasserprojekte von Viva con Agua de St. Pauli e.V. fließen. Genau wie soulbottles übernimmt auch Bracenet Verantwortung über den eigenen Tellerrand hinaus und hat ein Produkt geschaffen, welches zum Wohl des Planeten beiträgt. Es ist nämlich wichtig, dass die Meere von den vorhandenen Netzen zu befreien und gleichzeitig keine neue Netze mehr in die Ozeane gelangen. Deswegen steckt Bracenet jede Menge Energie in Vorträge und Beratungsdienstleistungen, damit Unternehmensprozesse und Denkweisen nachhaltig umstrukturiert werden. Der Fokus liegt dabei auf der aktuellen Plastikproblematik. Denn wenn das Problem von der Wirtschaft und der Politik erkannt wird, rückt unsere Vision in nahe Zukunft: Strukturelle Veränderungen im industriellen und politischen Bereich bewirken, dass Verbesserungen durch messbare Umweltfaktoren sichtbar und spürbar werden.

 

Gemeinsam für eine Zukunft mit weniger Plastik(müll)

Wir von soulbottles hätten das nicht besser als unsere Freunde von Bracenet ausdrücken können: Es braucht Veränderungen auf der industriellen, gesellschaftlichen und politischen Ebene, um unsere Umwelt vor den Plastikmassen und der damit verbundenen Klimakatastrophe zu retten. Und um das zu erreichen, kann jeder seinen Teil dazu beitragen. Man kann eine Botschaft an die Politik senden und aktiv an den Streiks von Fridays For Future teilnehmen, man kann sich unternehmerisch für eine plastikfreie Welt einsetzen, wie zum Beispiel Bracenet oder mit unserem Programm dem soulincubator, man kann seinen privaten Konsum nachhaltiger gestalten oder durch Spenden nachhaltige Organisationen unterstützen. Und das schöne daran ist, dass jeder das machen kann, was für einen selbst gerade möglich ist und Spaß macht. Denn jeder kleine Schritt zählt!

 

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