Fast ein Liebesbrief:
unsere Flaschenpost.

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So kam es zur soulbottle steel

Könnte man nicht…?

Vor knapp sieben Jahren haben Georg und ich soulbottles gegründet und seitdem benutze ich meine soulbottle jeden einzelnen Tag. Natürlich ist das nicht genau die selbe, dafür habe ich meine soulbottles schon viel zu häufig auf Reisen und Events verschenkt, aber ich sitze ja an der Quelle und bekomme leicht eine neue.

Für zuhause oder auf längeren Fahrten nehme ich eine 1,0l soulbottle, die wir dank euch 2016 per Crowdfunding produzieren konnten.

Doch manchmal darf selbst ich meine soulbottle nicht mitnehmen, z.B. weil bestimmte Sportlocations Glas grundsätzlich verbieten und auch wenn ich beim Klettern die Flasche draußen an meinem Rucksack festmache und sie die ganze Zeit gegen den Fels stößt, war mir die Geschichte zu unsicher.

Ich hab mich daher nach Edelstahlflaschen umgeschaut. Leider halten von denen viele oft nicht dicht und das Design hat mir meistens auch nicht gefallen. Außerdem sind quasi alle Edelstahlflaschen in China produziert und mir war nicht ganz wohl bei der Sache, denn die Produktionsbedingungen fand ich meistens nicht besonders transparent.

Also haben wir überlegt selbst eine Stahlflasche zu machen, die so aussieht wie unsere soulbottle. Gleiche Form, gleicher Verschluss, coole Designs – und der perfekte Begleiter am Fels.

 

Produktion in Deutschland: 300€ pro Flasche?!

Da wir hauptsächlich in Deutschland und Europa verkaufen und immer versuchen so regional wie möglich zu produzieren, begann auch hier unsere Suche nach Herstellern.
Nach Telefonaten mit über 50 Betrieben in Deutschland war das Resultat: In Deutschland wird zwar viel Stahl produziert und verarbeitet, aber die meisten Firmen sind sehr spezialisiert. Für fast alle Hersteller war unser Vorhaben mit zu viel Aufwand verbunden und es bestand generell fast kein Interesse an „verrückten neuen Ideen”. Ja ich weiß, eine Flasche, super verrückt.

Ein paar wenige Unternehmen hatte ich dann doch so weit, dass wir das Ganze zumindest einmal durchgerechnet haben. Die Produktion mit den verschiedenen Teilen der soulbottle steel hätte aber so viele unterschiedliche Stationen gehabt, dass wir eine Edelstahlflasche quer durchs Land hätten fahren müssen. Mit derartigen Produktionskosten hätten wir die soulbottle steel für ca. 300€ auf den Markt bringen müssen.

Klar wäre diese Option machbar gewesen, aber wir wollen keine Produkte machen, die sich kein Mensch leisten kann.

Die andere Variante wäre gewesen, alle Maschinen zu kaufen und es komplett selbst zu machen. Das wären dann allerdings Investitionen in Millionenhöhe geworden und das schien mir sogar für euch Crowdfunding Heroes zu viel.

 

Eine grenzüberschreitende Suche….

Wir finden regional produzieren sinnvoll, weil es kurze Wege mit wenigen Emissionen bedeutet und wir so unsere Hersteller leicht besuchen können. Auch die meisten Arbeitsstandards in Deutschland und Europa finden wir sehr sinnvoll. Ich bin aber auch realistisch und am Ende Pragmatiker: Unsere soulbrushs sind aus Agave, damit sie vegan sind. Die wächst in Mexiko.
Der Naturkautschuk in unseren Dichtungen ist aus fairen Produktionsstätten auf Sri Lanka, weil der Gummibaum in Deutschland nicht so gut wächst.

Nach weiterer Recherche u.a. in Italien, Portugal, UK und Frankreich haben wir auch irgendwann mit Firmen aus China gesprochen. Ich war zuerst sehr(!) skeptisch, habe dann aber durch Unternehmen wie Shift Phones und Hydrophil gesehen, dass sich auch in China nachhaltig produzieren lässt (wie man zum Beispiel in dem sehr guten Artikel von Lina von Loveco lesen kann).

Ich bin daraufhin nach China geflogen (CO2-kompensiert bei PrimaKlima) und habe Fabriken besichtigt. Ich musste dabei lernen, dass „Made in China” bei weitem nicht immer das gleiche ist. Es gibt sehr kleine Betriebe, die kaum auf Sicherheit und Arbeitsbedingungen achten, wo teils Fenster fehlen und die Menschen jeden Tag Überstunden machen. Auch die Umweltauflagen, z.B. bezüglich Wasser und Emissionen sind nicht in allen Regionen gleich.

Von allen besuchten Unternehmen hatte ich bei einem ein besonders gutes Gefühl. Es war ein mittelgroßes Familienunternehmen mit ca. 150 Mitarbeiter*innen, welches großen Wert auf die faire Bezahlung von Arbeiter*innen legt.
Allerdings gab es in Bereichen Arbeitsbedingungen und die Maßnahmen zum Umweltschutz auch noch reichlich Raum zur Verbesserung. Beispielsweise strengeres Einhalten von Schutzmaßnahmen wie Sicherheitsschuhe und Gehörschutz.

soulbottles-soulblog-china-inspection1

Das Wichtigste war mir aber, dass ich die Bereitschaft gesehen habe, kontinuierlich an diesen Themen zu arbeiten und gemeinsam mit uns für Verbesserungen zu sorgen. Und da hat unser Hersteller voll Bock drauf. Wir haben gemeinsam Ziele festgelegt und gehen jetzt ein Projekt nach dem anderen an.

Die nächsten zwei Schritte sind Kurse zu den Themen Brandschutz und Personal Protective Equipment (z.B. Gehörschutz). soulbottles wird hier einen Teil der Ausrüstung stellen, für die Schulungsdurchführung arbeiten wir mit Sustify zusammen.


 

Ja und wie kommen die soulbottles zu uns?

Blieb noch der der Transport zu klären. Sind ja immerhin 8.500 km Luftlinie.

soulbottles-germany-china

 

Viele Produkte aus China werden verschifft.

Dass Flugtransport keine Option ist, war uns von Anfang an klar. Doch leider verursachen auch Containerschiffe eine hohe Umweltverschmutzung, auch wenn sie in der CO2 Bilanz viel besser abschneiden als z.B. LKWs. Deswegenhaben wir uns entschieden die soulbottles mit dem Zug so ressourcenschonend wie möglich nach Deutschland zu bringen.

Mit dem Zug ist die Strecke dann sogar noch etwas länger, ungefähr 10.800 km. Auch voll beladene Züge schneiden relativ gut in der Ökobilanz ab. Laut DB-Schenker sind es 270 kg CO2 Emissionen pro Tonne, die transportiert wird.

Für den Transport der ersten Produktion heißt das:

4.500 Flaschen á 0,488kg = 2,196 t = 593 kg CO2

...also weniger als ein Hin- und Rückflug Köln/Bonn nach Palma de Mallorca (0,7t)

Die genauen gesamten CO2 Emissionen des Transports und auch der gesamten Produktion berechnen wir und kompensieren wir mit unserem Partner myclimate.

 

„The finish” oder: wie labeln wir die neue soulmate?

Der Verschluss ist der gleiche wie bisher – also Porzellan, Edelstahldraht und Naturkautschuk, alles Made in Germany. Wenn die soulbottles steel bei uns ankommen, werden sie noch mal final überprüft und zusammengebaut. Richtig wäre also

Designed in Berlin.
Partly made in Germany.
Partly made in China.
Assembled in Berlin.

Wir hätten daraus auch einfach ein „Made in Germany” machen können, denn die Endfertigung ist bei uns. Einige Hersteller mach das auch (z.B. Alfi), aber für uns ist so viel Transparenz wie möglich der bessere Weg.

soulbottles-soulblog-steelbottles-design

 

Die chinesische Regierung, Abwägen der Möglichkeiten und „Go” für die Produktion

Es gibt viele Dinge, die die chinesische Regierung macht, die überhaupt nicht meinen Werten entsprechen, z.B. der Umgang mit Tibet, Meinungsfreiheit oder Überwachung. Ist das ein ausreichender Grund, nicht mit einer Firma aus dem Land zusammenzuarbeiten?

Das finde ich eine extrem schwere Frage und es gibt für mich legitime Argumente für beide Seiten. Was mich am Ende überzeugte, war das Abwägen von mehr oder weniger Leid und dem Impact, den wir unter’m Strich am Ende erreichen können.

Der Anteil, den wir über Steuern und Zölle an den chinesischen Staat zahlen, ist im Vergleich zum dem, was wir den Menschen vor Ort zahlen, deutlich kleiner. Wir helfen Menschen damit, dass sie einen Job haben und indem wir vorherrschende Arbeitsbedingungen Stück für Stück verbessern. Außerdem schaffen wir eine weitere Trinkflasche, die wir nach unserem Ermessen so ressourcenschonend und transparent wie möglich herstellen. Das überwiegt für mich. Und natürlich haben wir durch eine Produktion in China nun die Möglichkeit, aktiv in den Austausch zu gehen und vor Ort unseren Beitrag zu leisten.

Wenn du das anders siehst und dich nicht wohlfühlst beim Kauf der soulbottles steel, dann tu’ es nicht. Das ist und bleibt ja deine freiwillige Kaufentscheidung. Und natürlich gibt es nach wie vor die soulbottle aus Glas, made in Germany.

Ich sehe in unserem neuen Produkt einen Teil des Wandels: Verhaltensänderung, nachhaltiges Leben und Plastiksparen, Transparenz in Produktion, interkultureller Austausch und bessere Arbeitsbedingungen auf der ganzen Welt.

Und natürlich einen neuen Kletterbegleiter :)

Wenn du Feedback oder Verbesserungsvorschläge hast, schreib an hello@soulbottles.com

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