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Wir sind Gemeinwohl-Unternehmen – mit rekordverdächtiger Punktzahl!

Ab sofort ist soulbottles offizielles Unternehmen der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Durch die Mitgliedschaft und Bilanzierung zeigen wir erneut: Das Wohl von Mensch und Umwelt soll zum obersten Ziel des Wirtschaftens werden – und setzen diese Philosophie schon seit unserer Gründung konsequent in verschiedensten Teilbereichen um.

872 von 1000 Punkte für soulbottles – eine der besten je erreichten Bilanzierungen!

Am 19. Februar 2020 wurde auf der Regionalkonferenz der Gemeinwohl-Ökonomie in Berlin endlich das Ergebnis unserer Peer-Bilanzierung verkündet: Mit 872 von 1000 möglichen Punkten, eins der besten weltweit erreichten Ergebnisse. Damit zeigt soulbottles, dass ethisches, nachhaltiges und sinnorientiertes Wirtschaften nicht „nur" gut für Mensch und Umwelt ist, sondern auch in der Praxis als erfolgreiches Geschäftsmodell funktioniert.

 

Unsere Vision einer Wirtschaft, die dem Gemeinwohl dient

Lasst uns erstmal einen Schritt zurück gehen: Was bedeutet Gemeinwohl-Ökonomie überhaupt, was ist eine Bilanzierung und wie passt die Gemeinwohl-Ökonomie zu soulbottles? 

Wir sind bewusst als soziales, nachhaltiges und sinnorientiertes Unternehmen gegründet worden. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir jeden Schritt unserer Lieferkette unter Kriterien der sozialen Gerechtigkeit und ökologischen Nachhaltigkeit beleuchten, unsere Gewinne für positive Wirkung reinvestieren und mit dem Verkauf unserer Produkte Zugang zu sauberem Trinkwasser schaffen – in ein paar Wochen schon überschreiten wir die Spendensumme von einer Million Euro an Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.. Auch unsere Eigentumsform als Purpose Unternehmen, die es ermöglicht, dass uns Mitarbeitenden das Unternehmen gehört und unsere Gewinnverwendung auf alle Ewigkeit rechtsgebunden an unseren Zweck ist, spiegelt unsere Vision wider: Die Vision einer Wirtschaft, in der Werte und das Wohl von Menschen und Umwelt das höchste Ziel einer jeden Organisation sind. Eine Welt, in der echter Mehrwert und das Lösen von gesellschaftlichen oder ökologischen Problemen über Profitdenke steht, in der Stakeholder wichtiger als Shareholder sind und Unternehmen innerhalb der ökologischen Grenzen unseres Planeten und mit gesicherten sozialen und ökologischen Grundlagen für alle Menschen handeln.

 

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Unsere Vision setzen wir seit Beginn in die Praxis um und zeigen so, dass profitables Business eben auch sozial und nachhaltig geht. Doch wir möchten nicht nur interne Entscheidungen danach ausrichten, sondern auch bestmöglich zu gesellschaftlichem, politischem und wirtschaftlichem Systemwandel beitragen.

Deswegen unterstützen wir durch unsere Mitgliedschaft, Beteiligung und Zertifizierung weitere Initiativen und Bewegungen, die sich für eine gerechtere Welt, mehr Nachhaltigkeit und eine sinnhafte Wirtschaft einsetzen. Seit 2016 sind wir ein B Corp Unternehmen, und auch beim Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND e.V.) engagieren wir uns schon seit Jahren für bessere politische Rahmenbedingungen für Sozialunternehmen. 2019 haben wir die Stiftung Verantwortungseigentum mitgegründet, setzen uns für die Klimaforderungen und -streiks der Entrepreneurs for Future ein – und ab sofort sind wir eben auch offiziell Mitglied in der Gemeinwohl-Ökonomie und ein bilanziertes Gemeinwohl-Unternehmen! 

 

GWÖ: eine Bewegung und Zertifizierung für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) wurde 2010 ins Leben gerufen und steht seitdem für eine andere Form des Wirtschaftens. Auf politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene soll Gemeinwohl in den Mittelpunkt des Wirtschaftens rücken und den Profit als oberstes Ziel ablösen. Unternehmensgewinne dienen der Gemeinwohlmehrung – also Mensch und Planeten – und nicht umgekehrt. Ein erfolgreiches Unternehmen wird somit nicht nur am finanziellen Erfolg gemessen, sondern am geleisteten Beitrag zum Gemeinwohl und der Erfüllung grundlegender Bedürfnisse und Werte.

 

Werte und Berührungsgruppen bilden die Matrix der GWÖ-Bilanzierung

Um Unternehmen einzustufen und ihren Beitrag zum Gemeinwohl messbar zu machen, hat die GWÖ ein Bilanzierungsverfahren ins Leben gerufen. Hierbei orientiert sich die GWÖ an den Werten Menschenwürde, Solidarität & Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz & Mitentscheidung und bewertet mit der GWÖ-Matrix inwieweit diese Werte mit den Berührungsgruppen Lieferant*innen, Eigentümer*innen & Finanzpartner*innen, Mitarbeitende, Kund*innen & Mitunternehmen, Gesellschaft eines jeden Unternehmens umgesetzt werden. 

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Schon über 2000Unternehmen – darunter zum Beispiel Sporthersteller Vaude, Energieversorger Polarstern, Tageszeitung taz, Sparda Bank München und Krankenkasse BKK ProVita – 200 Vereine, 20 Gemeinden und mehr als 7.000 Privatpersonen haben sich bis jetzt der Bewegung angeschlossen.

 

Unsere Gründe für eine Mitgliedschaft bei der Gemeinwohl-Ökonomie und die Bilanzierung 

Die Mitgliedschaft und Bilanzierung bei der GWÖ ist für ein Unternehmen unserer Größe nicht günstig, der Prozess bedeutete sechs Monate intensive Arbeit im Peer-Evaluationsprozess, und dass obwohl wir wie zuvor erwähnt schon zertifiziertes B Corp Unternehmen sind.

Warum haben wir uns dennoch für die GWÖ-Mitgliedschaft entschieden

  • GWÖ steht für gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Transformation und arbeitet auf allen drei Eben für systemwirkende Veränderungen. 
  • Hierbei schließt die GWÖ Profit als Mittel zum Zweck nicht aus, so lange der positive Beitrag für Mensch und Umwelt (=Gemeinwohl) das oberste Ziel bleibt. Das passt sehr gut zu unserem Modell als Sozialunternehmen.
  • Zudem wollen wir mit unserer Mitgliedschaft die Bewegung der GWÖ stärken und zu ihrem Wachstum und Erfolg beitragen.

Und welche Vorteile bringt die Bilanzierung und das GWÖ-Punktesystem?

  • Der holistische und tiefgreifende Ansatz der Bilanzierung betrachtet  alle internen und externen Wirkungsbereiche des Unternehmens. Das ist genau unser Anspruch!
  • Eine Bilanzierung ermöglicht uns eine externe Sicht und Bewertung unserer Aktivitäten als Unternehmen und hilft, unsere Arbeit zu reflektieren und Verbesserungspotential zu erkennen. 
  • Stärkere Vernetzung und Unterstützung in der Region sowie unter gemeinwohl-orientierten Unternehmen. 
  • Außerdem hilft uns das Label der GWÖ unsere Wirkung besser nach außen zu kommunizieren und Kund*innen Sicherheit und Vertrauen in unsere Arbeit zu geben.

 

So funktioniert die Gemeinwohl-Bilanzierung

Die GWÖ-Bilanz ist das Herzstück der Bewegung und dient als Instrument zur Organisationsentwicklung und Bewertung unternehmerischer Aktivitäten nach Gemeinwohlwerten. Am Ende des Prozesses steht die Veröffentlichung des Testats und des Gemeinwohl-Berichts; gemeinsam ergeben diese die Gemeinwohl-Bilanz. Der Gemeinwohl-Bericht beschreibt ausführlich wie die 20 Gemeinwohl-Themen durch das Unternehmen umgesetzt werden und dient als Grundlage für die Bewertung eines Unternehmens nach Gemeinwohl-Maßstäben.  

Der konkrete Beitrag eines Unternehmens zum Gemeinwohl wird anhand der Gemeinwohl-Punktzahl bewertet. Das Punktspektrum reicht von -3.600 bis +1.000 Punkten. Dabei geht die GWÖ von den gesetzlichen Mindestanforderungen als Basislinie mit 0 Punkten aus. Das heißt, alles darüber hinausgehende stellen freiwillige Aktivitäten in Richtung Gemeinwohl dar - die GWÖ startet damit also auf einem ziemlich hohem Niveau. Je mehr gemeinwohlorientierte Aktivitäten ein Unternehmen umsetzt, desto mehr Gemeinwohl-Punkte erhält es – so zum Beispiel durch die Förderung eines maßvollen Konsums, durch einen transparenten und partizipativen Umgang mit den Berührungsgruppen oder durch eine mitarbeitendenorientierte Unternehmenskultur. Negativpunkte erhalten Unternehmen, wenn sie zum Beispiel ihre Marktmacht ausnutzen, unangemessene Umweltbelastungen hervorrufen oder menschenunwürdige Arbeitsbedingungen hinnehmen oder sogar fördern.

 

Unser Evaluationsprozess im Peer-Verfahren

Im Juli 2019 haben wir den Bilanzierungsprozess zusammen mit vier anderen Unternehmen (SODI e.V., Kiezbett GbR, Organiced Kitchen, bittar. Worte & zeichen setzen) und in Begleitung der zwei GWÖ-Berater*innen Urte Töpfer und Thomas Uloth gestartet. Diese Bilanzierungsart nennt sich Peer-Evaluierung, da die eigenen unternehmerischen Aktivitäten von den anderen Peer-Unternehmen und den GWÖ-Berater*innen nach Gemeinwohl-Maßstäben bewertet werden.

Wir haben uns dabei für die Kompaktbilanz entschieden. Im Vergleich zur Vollbilanz, stellt die Kompaktbilanz die Gemeinwohl-Themen in einer verdichteten Form dar. Unternehmen mit bis zu fünfzig Vollzeit-Mitarbeitenden (also auch wir), können die kompakte Variante zweimal nutzen.

Den Abschluss der Bilanzierung bildet die Veröffentlichung des Testats und des Gemeinwohl-Berichts. Diesen Bericht werden wir in den nächsten Wochen kürzen und grafisch aufarbeiten, um ihn mit euch zu teilen. 

Der Bilanzierungsprozess war für uns sehr wertvoll, da wir uns sehr intensiv mit uns selbst beschäftigt haben und einen externen Blick auf unsere Arbeit gewinnen konnten. In vielen Themenfeldern hat sich gezeigt, dass wir schon vor der Bilanzierung zentrale Werte und Ideen der GWÖ teilten: unsere Entscheidung ein Purpose-Unternehmen zu sein, allen Mitarbeitenden kostenloses, vegetarisch-veganes Mittagessen anzubieten und Holakratie im ganzen Unternehmen umzusetzen. 

Gleichzeitig haben wir auch festgestellt, dass es Teilbereiche gibt, wo die Zielvorstellung der GWÖ eventuell nicht ganz unserem Optimalszenatio entsprechen, oder Fragen aufwerfen, die wir uns so noch nicht gestellt haben. Sollen wir externe Berührungsgruppen stärker in unsere Entscheidungsprozesse miteinbeziehen (und somit mehr Punkte in dem Bereich bekommen)? Oder ist es besser, wenn wir unser Modell der Selbst- und Mitbestimmung von Mitarbeitenden weiterentwickeln? 

Die Bilanzierung konnte uns außerdem Verbesserungspotentiale aufzeigen und hat uns angeregt, in Zukunft noch weitere Maßnahmen zu implementieren, die unseren Beitrag zum Gemeinwohl noch mehr verstärken: Auch, wenn wir heute schon zu den weltbesten je bilanzierten Unternehmen gehören, geht unsere Entwicklung weiter!

 

Überglücklich, stolz – und motiviert für die Zukunft

Unser Ergebnis haben wir feierlich auf der Berliner GWÖ-Konferenz erhalten, und während ich diese Worte tippe trage ich noch immer ein wunderschönes Gefühl von Stolz, Aufregung und Dankbarkeit in mir. In der inspirierenden Gemeinschaft der GWÖ Unternehmen erfahren zu haben, dass wir einer der besten aktuell bekannten Punktestand erreicht haben und diesen Moment mit fünf Kolleg*innen zu teilen, war für mich aufregend und unvergesslich. Es ist ein tolles Gefühl, durch unsere Arbeit einen solchen Beitrag zum Gemeinwohl leisten zu können und andere Unternehmen inspirieren und unterstützen zu dürfen. Und gleichzeitig wissen wir, dass die Zukunft für uns voller Wirkungspotential liegt. 

 

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Ein sehr großes Dankeschön gilt Kathi und Patrick, die bei soulbottles die Rolle Impact machen, und sich die letzten sechs Monate sehr intensiv mit jedem der 20 Wirkungsfelder auseinandergesetzt haben und den Peer-Prozess bei uns übernommen haben. Ihr seid großartig! 

Persönlich ist mit durch die Konferenz vor allem eins noch einmal ziemlich bewusst geworden: welches außergewöhnliches Privileg es bedeutet, in unserem Team zu arbeiten,  und eben diesen Beitrag zur positiven Veränderung als Vorreiterunternehmen aktiv mitzugestalten! Dafür bin ich sehr dankbar, und freue mich darauf, unsere Vision, Arbeitsweise und Wirkungskette noch an viele Menschen weiterzugeben. Wir sind ein wirklich besonderer Haufen – und ich habe enorme Wertschätzung für alle Menschen in unserem Team. Schön, ein Teil davon zu sein!