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Verschiedene Arten an Plastik – gibt es auch „okayes” Plastik?

Plastik, umgangssprachlich auch Kunststoff genannt, ist ein synthetisch hergestellter Festkörper, der meist aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas gewonnen wird. Weshalb setzen wir Menschen so auf Plastik? Kein anderer Stoff ist so wandlungsfähig und vielseitig einsetzbar, was in vielen Bereichen unseres Lebens geschätzt wird, wie etwa der Medizin. 

Das Problem ist aber, dass er ein Fremdkörper für unser Ökosystem ist, weil es nicht natürlich abbaubar ist, was uns regelrecht in eine Plastikkrise geführt hat. Alleine in 2019 wurden weltweit 350 Millionen Tonnen Plastik produziert, das ist 3500 mal so viel wie der Eiffelturm in Paris schwer ist.

 

PET, PP, PE –  Welche Arten an Plastik gibt es überhaupt?

Insgesamt gibt es über 200 Arten von Kunststoff. Das Material lässt sich in drei Gruppen einteilen, die vor allem mit ihrer physischen Formbarkeit und Eigenschaften wie Bruchfestigkeit oder Hitzebeständigkeit zu tun haben:

  • Thermoplaste werden beim Erwärmen weich und beim Abkühlen hart und können so durch richtiges Recyceln sehr oft wieder eingeschmolzen und neu geformt werden, z.B. zu Pet-Flaschen

  • Duroplaste sind hitzebeständig und sehr stabil, du findest sie zum Beispiel in Form von Feuerwehrhelmen

  • Elastomere sind elastisch, und kommen zum Beispiel bei Autoreifen oder Gummiringen zum Einsatz

 

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Neben der Materialbeschaffenheit lässt sich Plastik auch in drei Gruppen aufteilen, was ihren Anwendungsbereich betrifft:

 

1. Standardkunststoffe

Standardkunststoffe sind Kunststoffe, die sehr billig in der Produktion sind und somit in großem Ausmaß in unser aller Alltag Anwendung finden, in Form von Verpackungen wie Joghurtbechern beispielsweise. Sie machen 80% der weltweiten Kunststoffproduktion aus, was umgerechnet 2800 mal dem Gewicht des Eiffelturms entspricht.

Zu dieser Art von Plastik gehört Polyethylen (PE). Er ist aufgrund seiner Beständigkeit gegen Säuren, Laugen, Öle und Fette der meist produzierte Kunststoff weltweit und findet sich im Alltag des Menschen als Plastiktüte, Joghurtbecher oder Shampooflasche. 

Es wird als kleineres Übel zu Polyvinylchlorid (PVC) verwendet, das wegen seiner Weichmacher vermieden werden sollte.

Polypropylen (PP) ist sehr beständig gegen Fett und Feuchtigkeit und gehört zu den mit am meisten verwendeten Kunststoffen bei Lebensmittelverpackungen, zum Beispiel für Milchprodukte und Flaschenverschlüsse.

 

2. Technische Kunststoffe

Diese Kunststoffe werden, wie der Name schon sagt, für technische Anwendungen genutzt und machen 20% der weltweiten Kunststoffproduktion aus. Sie sind härter, bruchfester und resistenter bei Kälte und Hitze als Standardkunststoffe, was sich auch in den meist höheren Preis wiederspiegelt.

Polycarbonat (PC) ist sehr schwer zerbrechlich und findet sich bei Konsument*innen in Form von Trinkflaschen, Mikrowellengeschirr und Küchengeräten wieder.

Polyamid (PA) wird aufgrund seiner Barriere gegen Sauerstoff und Feuchtigkeit größtenteils im Verpackungsbereich verwendet in Form von Folien oder Wurstpellen.

Das wohl bekannteste Plastik ist Polyethylenterephthalat (PET), mitwelchem wir in Form von Einwegflaschen oder in Form von Textilfasern in Sportkleidung in Berührung kommen. Werden PET-Flaschen nicht richtig recycelt, zersetzen sie sich zu Mikroplastik.

Polytetrafluorethylen (PTFE) hat eine extrem hohe Oberflächenspannung, sodass kaum ein Material darauf haften kann. Selbst aggressive Säuren können PTFE nichts anhaben. Auch dieses Plastik hält einer Dauertemperatur von -200°C bis 250°C stand.

 

 

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Wo ist jetzt das Problem mit Plastik?

Die Langlebigkeit von Kunststoffen hat dazu geführt, dass Plastik zu einer großen Herausforderung für Mensch, Tier und Umwelt geworden ist. Zum Beispiel braucht eine PET-Flasche über 450 Jahre, bis sie weitgehend zersetzt ist. Und selbst dann ist sie nicht vollständig abgebaut, sondern lagert sich in Form von Mikroplastik in unseren Flüssen, Böden und Weltmeeren ab – sogar in Schnee wurde schon Mikroplastik nachgewiesen. Besonders problematisch daran ist, dass wir bisher noch nicht genau wissen, welche Langzeitfolgen das für betroffene Lebewesen haben wird – alleine im maritimen Raum wurde nachgewiesen, dass sich 54 Lebensarten in Plastikteilen verstricken oder sie aufgenommen werden, 387 Arten reisen mit den Plastikströmen durch die Ozeane. Plastikmüll greift also in unser Ökosystem ein und verändert es massiv. 

 

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Unser Recycling System bringt uns auch weniger als man meinen mag – bisher wurde nur etwa 9% des jemals produzierten Plastiks recycelt. Die momentane Recyclingquote liegt global bei 14%. Ansonsten landen 40% auf Mülldeponien, 14% in Verbrennungsanlagen, 32% in unserer Umwelt, den Meeren und anderen Gewässern oder werden unkontrolliert verbrannt. 

 

Gibt es auch „gutes” Plastik?

Bei dem Weg aus der Plastikkrise müssen wir uns auf Lösungen fokussieren. Mit unseren soulbottles aus Glas oder Edelstahl konnten wir zusammen schon über 6.000 Tonnen Plastik vermeiden. Aber gibt es auch Kunststoffe, die in anderen Bereichen eingesetzt werden können und künftig Mensch und Umwelt weniger belasten? Immer wieder im Gespräch ist Bioplastik, welches als Alternative zu rein synthetischem Plastik gehandelt wird. 

Dazu zählt Polymilchsäure (PLA), das größtenteils aus Mais, Zuckerrohr oder aus Rüben gewonnener Stärke besteht und biologisch abbaubar ist. Dieses Material ist leider nur eingeschränkt nutzbar, da herkömmliches PLA nur Temperaturen von bis zu 60°C standhält. 

Chitin ist ein vielseitig nutzbarer Stoff, der aufwendig und preisintensiv aus Schalentieren gewonnen wird und biologisch abbaubar ist. Doch ist es vertretbar, die Zukunft des Plastiks aus Tierschalen zu formen? Zumindest in der Medizin und Pharmazie wird bereits auf Chitin gesetzt.

Mycelium ist eine Art Pilz, besser gesagt Organismus, der praktisch überall angebaut werden kann. Er besteht aus unterirdischen Drähten, welche durch ein Netzwerk sehr weit wachsen können. Forscher*innen gelang es Ziegelsteine und einen Lampenschirm daraus zu entwickeln. 

In den letzten Jahren wurden durch intensive Forschung immer mehr mögliche Alternativen gefunden, welche auf natürliche Stoffe setzen. So ist es beispielsweise einem isländischen Studenten gelungen, eine Flasche aus Algen und Wasser, herzustellen, welche sich nach kurzer Zeit selbst zersetzt.

Das Plastikproblem ist also noch lange nicht gelöst. Wir wünschen uns mehr Ideen und Unternehmen, die Konzepte für Wege aus der Plastikkrise erarbeiten. Deswegen haben wir unter anderem auch unseren soulincubator gegründet, ein Förderprogramm für Startups, die sich gegen die Plastikkrise stark machen.

Und zuletzt: Auch wenn uns Bioplastik Hoffnung gibt, dass es in Zukunft eventuell nachhaltige Kunststoffe geben wird, haben wir nicht mehr genug Zeit, um auf diese zu warten. Wir müssen jetzt schon anfangen unseren Plastikkonsum zu überdenken und genau aus diesem Antrieb wurde soulbottles gegründet. Wir feiern jede*n neue*n Kund*in, die mit unseren soulbottles dazu beiträgt.

 

 

Quellen

bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/chemie/chemie_plastikatlas_2019.pdf 

biokunststoffe.de/index.php?option=com_content&view=article&id=47&Itemid=93&lang=de

verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/kunststoffe-7035

businessinsider.de/studie-zeigt-produktion-von-plastik-hat-dramatisch-zugenommen-2017-7

boell.de/de/plastikatlas

 

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