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Streiken trotz Corona – ja, aber sicher!

Was tut man als Unternehmen, wenn sich auf einmal mehrere Interessen gegenseitig im Weg stehen? Am liebsten hätten wir natürlich, dass an den Klimaprotesten Millionen von Menschen teilnehmen, damit die Bundesregierung endlich schnelle Maßnahmen ergreift. Gleichzeitig haben wir eine Verantwortung der Gesellschaft und unseren Mitarbeitenden gegenüber, das Infektionsgeschehen möglichst gut abzufedern. Und schließlich müssen wir als Unternehmen schauen, wie wir wirtschaftlich handlungsfähig bleiben: Wir haben uns an einen Kompromiss gewagt.

 

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Wir müssen die Klimakrise endlich wie eine Krise behandeln

Durch die Coronakrise hat gefühlt die ganze Welt einmal still gestanden: Flugzeuge sind am Boden geblieben, Geschäft wurden geschlossen und Fließbänder in großen Fabriken standen still. Das hatte unter anderem zur Folge, dass der Earth Overshoot Day 2020 am 22. August ein paar Wochen später eingetreten ist als im Jahr zuvor. Aber gute News sind das trotzdem nicht, denn einerseits überwiegen die negativen Folgen der Coronakrise diesen Fakt maßlos und andererseits ist die Klimakatastrophe nicht Mal ansatzweise dadurch gelöst.

Die Coronakrise hat uns gezeigt, wie politische Entscheidung getroffen werden, wenn sie auf wissenschaftlichen Grundlagen basieren, nämlich hauptsächlich sehr schnell. Denn umso länger man wartet, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schaden entsteht, der irreversibel ist.

Gleichzeitig sind sich Wissenschaftler*innen einig, dass mit dem aktuellen Klimapaket der Bundesregierung die Ziele des Parisers Klimaabkommen unmöglich zu erreichen sind. Um die globale Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, ist eine effektive und schnelle Eindämmung von CO₂-Emissionen zwingend notwendig. Es wird also höchste Zeit, dass die Politik die Klimakatastrophe als eine solche anerkennt und ihre Entscheidungen an dem wissenschaftlichen Konsens ausrichtet und entsprechend Maßnahmen festlegt, die möglichst schnell in Kraft treten.

 

 

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Die Forderungen von Fridays For Future

Beim nächsten EU-Gipfel im Oktober wird über die europäischen Klimaziele entschieden, die zu der Einhaltung der 1,5 °C Grenze beisteuern sollen. Es ist also besonders jetzt wichtig, der Bundesregierung zu signalisieren, dass etwas passieren muss! Fridays For Future organisiert dafür am 25.09 den nächsten globalen Klimastreik #KeinGradWeiter und formuliert klare Forderungen, wie das Pariser Abkommen noch eingehalten werden kann: 

 

Ab sofort

Subventionen für fossile Energieträger, wie zum Beispiel Kohle, sofort stoppen

25 % der Kohlekraftwerke sofort abschalten 

Eine wirksame CO₂-Steuer: Momentan ist geplant, dass ab 2021 eine Tonne CO₂ mit 25 € bepreist wird. Fridays For Future fordert eine Bepreisung, die so hoch ist, wie die Kosten, die dadurch für zukünftige Generationen entstehen, das wären circa 180 €.

 

Langfristige Ziele 

Nettonull bis 2035: Alle durch den Menschen verursachten CO₂-Emissionen werden durch Kompensationsprojekte, z.B. die Aufforstung von Wäldern, aus der Atmosphäre gefiltert.

Kohleausstieg bis 2030: Kohle wird nicht mehr abgebaut, also auch nicht mehr zur Energieversorgung genutzt. 

100 % erneuerbare Energieversorgung bis 2035

 

Streiken trotz Corona und Wirtschaftskrise?

Als Purpose-Unternehmen, das Nachhaltigkeit und Umweltschutz in seiner Vision verankert hat, war für uns direkt klar, dass wir auch weiterhin die Proteste für eine gerechte Klimapolitik unterstützen. Dazu kommt, dass die Beteiligung der Wirtschaft besonders wichtig ist: Denn Konjunkturhilfen, um durch die Coronakrise zu kommen, sollten vor allem in nachhaltige Unternehmen und Projekte gesteckt werden, anstatt umweltschädliche Branchen zu retten. 

Ein komisches Gefühl hatten wir dabei trotzdem: Schließlich haben wir noch vor ein paar Monaten den Hashtag #stayhome fleißig auf unseren Social-Media-Kanälen geteilt, arbeiten größtenteils im Home-Office und wir sind immer noch in zwei Gruppen unterteilt, die nicht zusammen an einem Ort arbeiten, um das Infektionsrisiko zu minimieren. 

Dazu kommt noch, dass uns die mit der Corona verbundene Wirtschaftskrise einen fetten Strich durch unsere Finanzplanung gemacht hat. Viele von uns sind in Kurzarbeit oder haben ihre Stunden reduziert, einen kompletten Arbeitstag für das gesamte Unternehmen zu verlieren, wäre wirtschaftlich nur schwer tragbar für uns. Also haben wir überlegt, wie wir ganz soulbottles-mäßig für die wichtigen Dinge einstehen können, ohne andere Menschen in Gefahr zu bringen.

 

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Streiken mit soul 

Zunächst einmal haben Fridays For Future Berlin ein umfangreiches Hygienekonzept vorgestellt. Ein Mindestabstand von 1,5 m und das Tragen einer Maske sind Pflicht. Um das Einhalten dieser Auflagen möglichst leicht zu machen, wurde die Protestform angepasst: Am 25.09 starten um 10:30 Uhr dezentral zwei Fahrraddemos, am Washingtonplatz und an der Ebertstraße Ecke Behrenstraße. Ab 11 Uhr gibt es einen Sitzstreik vor dem Brandenburger Tor, an den sich die Fahrraddemo anschließen wird. Mit diesen Voraussetzungen haben wir folgende Lösung für uns als Unternehmen gefunden:

1. Wir schicken freiwillige Repräsentant*innen auf den Klimastreik, die ganz offiziell in ihrer Arbeitszeit streiken. Diese Mitarbeitenden sind in der gleichen Gruppe und willigen ein, die folgenden Tagen im Home Office zu arbeiten, um das Infektionsrisiko zu minimieren. 

2. Für jede soulbottle, die am 25.09 verkauft wird, spenden wir zusätzlich einen Euro an Fridays For Future – die Spende an Viva con Agua läuft ganz normal weiter. 

 

Was tun, wenn Streiken nicht drin ist?

Generell zählt, umso mehr Menschen sich bei einer Demonstration beteiligen, desto höher wird der Druck auf die Regierung, etwas zu unternehmen. Aber besondere Zeiten benötigen besondere Maßnahmen. Wenn es dir aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, physisch an den Protesten teilzunehmen, gibt es auch andere Möglichkeiten sich zu engagieren:

Drucke Flyer und Plakate, verteile sie in deiner Stadt und mache auf den Streik aufmerksam

Teile wichtige Informationen über deine Social-Media-Kanäle

Spende Geld an Fridays For Future

Unterzeichne diese Petition

Und noch ein kleiner Reminder an alle, die am Freitag gemeinsam mit uns auf der Straße sein werden: Seid nett und empathisch miteinander, tragt eure Maske und sprecht Menschen darauf an, die die Hygieneregeln missachten. Coronakrise und Klimakrise dürfen sich nicht gegenseitig ausspielen!

 

 

Quellen 

bundesregierung.de/breg-de/themen/klimaschutz/co2-bepreisung-1673008

derstandard.de/story/2000118427811/atemberaubende-38-grad-in-der-russischen-arktis-gemessen

deutschlandfunk.de/klimakrise-vs-coronakrise-der-klimawandel-macht-keine-pause.694.de.html?dram:article_id=475348

fridaysforfuture.berlin/

fridaysforfuture.de/

klimafakten.de/behauptungen/behauptung-es-gibt-noch-keinen-wissenschaftlichen-konsens-zum-klimawandel

klima-streik.org

myclimate.org/de/informieren/faq/faq-detail/was-bedeutet-netto-null-emissionen

scientists4future.org/

umweltbundesamt.de/themen/earth-overshoot-day-2020-ressourcenbudget