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Purpose Economy – warum soulbottles sich selbst gehört

Was steckt hinter dem Begriff Purpose Economy und wie kann ein Unternehmen sich selbst gehören? Hier erfährst du, was es mit der Eigentumsstruktur bei soulbottles auf sich hat.

 

Warum Purpose Economy?

Als soulbottles 2012 gegründet wurde, war der Zweck des Unternehmens von Anfang an klar: Plastikverbrauch durch Mineralwasser in Plastikflaschen zu verringern und Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Doch wer sorgt eigentlich dafür, dass soulbottles dieser sozialunternehmerischen Ausrichtung auch in Zukunft treu bleibt? Was, wenn das Unternehmen eines Tages vererbt wird und die neuen Inhaber*innen aufgrund von finanziellen Interessen weniger Wert auf soziale Verantwortung legen? Wir haben uns diese Fragen gestellt und einen Weg gesucht, um die Sinnorientierung von soulbottles langfristig zu sichern. Dabei sind wir auf die Purpose Stiftung gestoßen.

 

Die Purpose Stiftung

Die Purpose Stiftung ist eine internationale Organisation, die Unternehmen dabei unterstützt, dauerhaft unabhängig und sinnorientiert zu bleiben. Sie hat nicht nur eine beratende Funktion, sondern ermöglicht es, die Unabhängigkeit und Werteorientierung eines Unternehmens rechtlich bindend in der Eigentumsstruktur zu verankern. Das wird gewährleistet, indem ein Anteil des Unternehmens an die Purpose Stiftung übertragen wird. Dadurch hat die Stiftung ein Vetorecht, falls das Unternehmen eine Entscheidung anstreben sollte, die der Verwirklichung des ursprünglichen Unternehmenszwecks schadet. Bei uns würde die Purpose Stiftung zum Beispiel intervenieren, wenn wir unsere sozialunternehmerische Ausrichtung ändern würden. Darüber hinaus hat die Purpose Stiftung auch ein Vetorecht, wenn es um Entscheidungen wie zum Beispiel um die Gewinnausschüttung oder -verwendung geht. Gewinne dürfen nämlich nicht an externe Teilhaber*innen ausgezahlt werden, sondern müssen stets in den Unternehmenszweck reinvestiert werden. So wird sichergestellt, dass das Unternehmen seinem eigentlichen Zweck treu bleibt und nicht dazu verleitet wird, die Unternehmensaktivitäten auf die Gewinnmaximierung für Aktionär*innen auszurichten. Damit ist die Purpose Economy ein bedeutendes Konzept auf dem Weg zu einer neuen Art des Wirtschaftens.

 

Die Stiftung Verantwortungseigentum

Im Deutschen werden Purpose-Unternehmen auch als Unternehmen in Verantwortungseigentum bezeichnet. Während die Purpose Stiftung eine internationale Organisation ist, wurde in Deutschland am 25. November 2019 zusätzlich die Stiftung Verantwortungseigentum gegründet – um Unternehmen in Verantwortungseigentum stärker miteinander zu vernetzen. soulbottles ist Gründungsmitglied und damit von Anfang an mit dabei. Gemeinsam fordern wir bessere rechtliche Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Verantwortungseigentum. 

 

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Verantwortungseigentum bei soulbottles

soulbottles gehört sich seit Juni 2018 selbst – aber was genau bedeutet das? Während soulbottles ursprünglich im Besitz der Gründer Paul und Georg war, gehört die soulproducts GmbH, also die Firma, jetzt den Mitarbeitenden und ist weder verkäuflich noch vererbbar. Marian (ein soulbottles Urgestein) über den Schritt zum Purpose-Unternehmen:

 

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Um Verantwortungseigentum rechtlich abzubilden, haben wir die soulmates GbR gegründet. Eine Gemeinschaft bürgerlichen Rechts, die es uns ermöglicht, 10 % der Anteile unseres Unternehmens an die Purpose Stiftung zu übertragen – damit sie, wie oben schon erwähnt, die Möglichkeit bekommt, ihr Vetorecht einzulegen, wenn es um unsere strategische Ausrichtung geht. Die anderen 90 % der Stimmrechte liegen bei den Mitarbeitenden von soulbottles. Wer ein Jahr bei soulbottles gearbeitet hat, wird automatisch Teilhaber*in am Unternehmen – ohne dass man dafür etwas unterschreiben oder einen Betrag zahlen muss. Während es hier um Teilhabe geht, gibt es noch einen kleineren Kreis von einzelnen Menschen, die auch persönlich für die soulproducts GmbH haften. Auf dem Papier sind das die Geschäftsführer*innen. Bei uns heißen sie Hafter*innen – da das Geschäft bei soulbottles von allen Mitarbeitenden geführt wird und es hier speziell um die Regelung der finanziellen Haftung geht. 

Die Ausgestaltung des Verantwortungseigentums sieht in jedem Unternehmen anders aus. Dass das Unternehmen so wie bei soulbottles allen Mitarbeitenden gehört, ist eher die Ausnahme. Häufig handelt es sich um einen kleinen Kreis an Menschen, die schon lange im Unternehmen arbeiten. Während die detaillierte Umsetzung variiert, verpflichten sich alle Unternehmen in Verantwortungseigentum zu zwei grundlegenden Prinzipien: Selbstbestimmung und Vermögensbindung im Unternehmen. 

 

Selbstbestimmung

Ihr fragt euch, was es konkret bedeutet, dass das Unternehmen uns Mitarbeitenden gehört? Das heißt, dass die Kontrolle über das Unternehmen auf viele Menschen verteilt ist und wir gemeinschaftlich entscheiden, wo es in Zukunft hingehen soll. Gemäß unserer Unternehmenssatzung liegt die Kontrolle über strategische Entscheidungen in den Händen der Menschen, die einen Arbeitsvertrag mit der soulproducts GmbH haben. Für Investor*innen, die uns finanziell unterstützen möchten, besteht zwar die Möglichkeit, Anteile am Unternehmen zu halten, Stimmrechte sind jedoch davon ausgeschlossen. Auch die 10 % Unternehmensanteile der Purpose Stiftung ermöglichen ausschließlich Mitbestimmungsrechte. Es entstehen keine Genussrechte an unserem Unternehmen. Das heißt, die Purpose Stiftung ist nicht an unseren Gewinnen beteiligt. 

 

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Vermögensbindung im Unternehmen

Was wichtig ist, um das Konzept zu verstehen: Für uns sind Gewinne kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, mit dem wir unseren Unternehmenszweck verwirklichen. Alle Investitionsentscheidungen orientieren sich an diesem Unternehmenszweck und sind somit sozial-ökologisch ausgerichtet. So haben wir zum Beispiel mit der soulbottle steel nicht nur in die Entwicklung einer nachhaltig produzierten Outdoor-Trinkflasche investiert, sondern auch in Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor Ort. Zu dieser Impact-Orientierung bei Investitionen haben wir uns selbst verpflichtet. Sie wird jedoch von der Purpose Stiftung nicht vorgeschrieben. Was für alle Unternehmen in Verantwortungseigentum gilt: Um das erwirtschaftete Vermögen im Unternehmen zu halten, dürfen Gewinne nicht an Externe oder die Eigentümer*innen ausgeschüttet werden und das Unternehmen auch nicht veräußert oder vererbt werden. Für uns bedeutet Vermögensbindung im Unternehmen, dass wir mindestens 35,5 % des Umsatzes in Form von Gehältern an alle Mitarbeitenden auszahlen. Wenn das durch die regelmäßigen Löhne nicht erreicht wird, kommt es am Ende des Jahres zu einer zusätzlichen Auszahlung des restlichen Betrags. Gewinne, die wir nicht reinvestieren, verwenden wir für unsere Rücklagenbildung und stärken damit langfristig unsere Resilienz.

Zugegeben, das war jetzt ganz schön viel Theorie. Aber hey, ihr habt es bis hierhin geschafft und euch neues Wissen angeeignet, um zu verstehen, wie Eigentumsstrukturen die Ausrichtung von Unternehmen beeinflussen. Im nächsten Artikel zu Verantwortungseigentum wird es darum gehen, wie die Purpose Economy unseren positiven Impact vergrößert. Denn sie ist ein richtungsweisender Ansatz auf dem Weg zu einem neuen Wirtschaften, das sich an sozialen und ethischen Standards orientiert.

 

Quellen: 

medium.com/@purpose_network/verantwortungseigentum-8609bd04c4a1 

stiftung-verantwortungseigentum.de/home 

purpose-economy.org/de/whats-steward-ownership/ 

purpose-economy.org/content/uploads/purpose_de_book_sep2020.pdf