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Abschied mit gutem Gefühl: Was wir in Nepal bewirken und lernen konnten

Das Jahr 2021 bringt große Veränderungen mit sich: Wir starten mit Viva con Agua de Sankt Pauli und BORDA unser neues Projekt WASH’n’soul in Sambia. Doch was bedeutet das für Nepal und die Trinkwasserprojekte von Viva con Agua, die soulbottles jetzt über acht Jahre unterstützt hat? Was haben wir gemeinsam erreicht? Ein erstes Resumee – und prägende Reiseerinnerungen aus Nepal. 

„Ein Moment auf meiner Nepalreise ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Unsere Gruppe hat ein Dorf besucht und vor unseren Augen sollte eine Wasserpumpe eingeweiht werden. Erst klappte es nicht, dann kam eine Frau, beugte sich zur Pumpe herunter und da sprudelte das Wasser raus. Allein das war schon großartig. Und dann haben alle Dorfbewohner*innen das Trinkwasser gefeiert, alle wollten es anfassen, haben es sich ins Gesicht und auf die Arme gespritzt, es war ein richtiges Reinspüren. Das war krass für mich zu sehen, für uns ist sauberes Wasser ja ganz normal.“ Laura, soulbottles

Natürlich gab es noch viele andere großartige Momente, sagt soulie Laura, aber vor allem dieser Moment habe ihr Verhältnis zum Thema Trinkwasser für immer geprägt. Es war im Jahr 2018, als Laura stellvertretend für soulbottles nach Nepal gereist ist – ihr Reisetagebuch könnt ihr hier nachlesen. Wie fast jedes Jahr hat Viva con Agua eine Gruppe aus Partner*innen und Unterstützer*innen eingeladen, mit ihnen die Projektgebiete vor Ort zu besuchen. Genauer gesagt die WASH-Projekte der Welthungerhilfe in Nepal, die Viva con Agua seit 2012 unterstützt. Und fast genauso lange sind wir mit an Bord und seitdem fließen 1 € pro verkaufter soulbottle genau dorthin. Und nun?

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soulie Laura war 2018 mit Viva con Agua in Nepal. Photocredits: Marco Fischer für Viva con Agua

Projektreisen, ganz viel WASH-Wissen und über 1 Million Euro

Wir haben das Geheimnis ja bereits gelüftet: Im Jahr 2020 wurde geplant und organisiert, jetzt, 2021, beginnt mit Viva con Agua und unseren neuen Partner*innen von BORDA die aktive Phase unseres neuen, gemeinsamen WASH-Projektes in Sambia: WASH’n’soul. Ein echter Meilenstein für uns und unseren Impact als Unternehmen, denn wir steigen damit in die aktive Projektarbeit ein. Die ersten Infos hat soulie Eva hier für euch aufgeschrieben, viele weitere werden folgen. Deswegen wisst ihr aber nun auch: Unser Engagement in Nepal endet vorerst. Zeit, um zurückzuschauen, in Erinnerungen zu schwelgen und noch etwas genauer hinzuschauen, was wir gelernt haben und was bisher erreicht wurde. Denn schließlich konnten wir mit eurer Hilfe letztes Jahr die 1-Million-Euro feiern. Die soulbottle zur Million, One Million drops, erinnert uns jeden Tag daran. An dieser Stelle lassen wir auch Lars Braitmayer von Viva con Agua zu Wort kommen. Er ist zuständig für WASH Projects & Organization Development, war bereits zweimal in Nepal und erinnert sich an die Anfänge vor Ort.

„Die Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe ist ja in der Historie von Viva con Agua begründet. Und auch wenn wir mittlerweile mit ganz verschiedenen Partnerorganisationen arbeiten, so flossen in den ersten Jahren sämtliche Viva con Agua Spenden exklusiv in deren Projekte. Nepal kam erst in Kombination mit Engagements in Indien ins Gespräch, aber bald wurde entschieden, in Nepal eigene Strukturen zu etablieren und uns im Rahmen eines eigenständigen und umfassenderen Projektes zu engagieren. Nepal hat zwar viele natürliche Wasserquellen, aber nur wenige waren erschlossen und viele Bergdörfer völlig von der Wasser- und Sanitärversorgung abgeschnitten. Ich war 2014 das erste Mal vor Ort und dann 2016 wieder, da waren auch Patrick und Georg von soulbottles dabei. Besonders eindrücklich waren die riesigen Entfernungen, die viele Menschen dort zurücklegten, um an Trinkwasser zu kommen, vor allem Frauen und Kinder. Und das in diesen bergigen Gebieten. Wir waren schon nach einer Tageswanderung mit unseren super komfortablen Trekkingrucksäcken total erschöpft.“ Lars, Viva con Agua

Wie ihr bereits aus früheren Texten wisst: Die konkrete Umsetzung der WASH-Maßnahmen übernehmen auch in Nepal lokale Organisationen. Wenn Menschen von Viva con Agua vor Ort sind, etwa bei besagten Projektreisen, geht es aber nicht nur darum, die Ergebnisse zu überprüfen, sondern die Menschen kennenzulernen, Bedürfnisse besser einschätzen zu können und auch gemeinsam zu feiern und schöne Erinnerungen zu schaffen. Und das klappt mithilfe der Universal Languages Approach (ULA), also Kunst, Musik und Sport, ganz wunderbar. Ob beim gemeinsamen Singen, bei Konzerten der mitgereisten Bands oder beim Fußballspielen mit Schüler*innen. Berührungsängste und Sprachbarrieren wurden so ruckzuck überwunden und darüber hinaus werden so auf ganz spielerische Art und Weise wichtige Inhalte, wie Hygiene und Händewaschen, gemeinsam erlebt und greifbar gemacht. Auch daran erinnert sich Lars gerne.

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Universal Language Approach mit Sport, Musik und Kunst. Photocredits: Christian Vlasak (li.) + Marco Fischer für Viva con Agua

Viva con Agua und soulbottles in Nepal – erste Zahlen

Wichtig für euch zu wissen, um die Projektarbeit besser zu verstehen: Gleich zu Beginn wurden Kernziele für die Arbeit in Nepal festgelegt. Unter anderem wurde geplant, dass mindestens 40.000 Menschen und 11.000 Haushalte mit den Maßnahmen erreicht werden sollten. Dazu gehörte sowohl der Zugang zu sauberem Trinkwasser als auch zu Sanitäranlagen und Hygieneschulungen. Auch ein Projektzeitraum wurde vorab definiert, zunächst bis 2018, der aber, weil schlichtweg noch Bedarf bestand, bis Ende 2020 verlängert wurde. Dann kam Corona. Durch die Pandemie wurde die Arbeit vor Ort zuletzt deutlich erschwert, ebenso wie die Auswertung. Nach aktuellem Stand wird das Projekt nun voraussichtlich im Frühjahr 2021 komplett abgeschlossen sein, dann folgt auch der finale Abschlussbericht mit noch mehr Fakten.

Doch auch, wenn die Zahlen für 2020 und der Abschlussbericht noch ausstehen – die folgenden Fakten aus dem Jahr 2019 belegen bereits eindrücklich einige Beispiele für den Impact in Nepal. So wurden bis Ende 2019 unter anderem:

  • in 26 Dörfern und Gemeinden Water Schemes installiert, die die Trinkwasserversorgung gewährleisten; dazu gehören Zisternen, Brunnen oder Wasserhähne
  • 15 Schulen mit Zugang zu Wasser und Toiletten ausgestattet 
  • 2017 wurden die Projektregionen zudem von der Regierung als „Open Defecation Free“ deklariert; das bedeutet, dass die Menschen in den Regionen nicht mehr unter freiem Himmel ihre Toilettengänge verrichten müssen

Zum letzten Punkt betont Lars von Viva con Agua zwar, dass es dennoch Lücken geben kann und eine 100 prozentige Abdeckung nur schwer zu überprüfen ist; das Ziel, den Zugang zu Sanitäranlagen in weiten Teilen der Projektgebiete zu gewährleisten, wurde aber erreicht. Und ganz wichtig dabei: Oft wurden nur die benötigten Materialien geliefert, etwa die Rohre, gebaut wurden die Toiletten von den Dorfbewohner*innen selbst. Ownership hat sich als wichtigste Maßnahme für eine wirklich nachhaltige Veränderung herausgestellt. Einfach nur Infrastruktur bereitstellen, ohne echte Beteiligung der Menschen vor Ort, dieser Ansatz sei mittlerweile veraltet, sagt Lars. „Ganz klar, wir haben viel gelernt im Laufe der Jahre.”

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Wasserhähne wie diese gewährleisten die Trinkwasserversorgung ganzer Gemeinden. Photocredits: Marco Fischer für Viva con Agua

Nicht nur Trinkwasser, sondern WASH!

Wie lebensverändernd der Zugang zu Trinkwasser sein kann, davon berichten alle Menschen, die bei den Projektreisen in Nepal dabei waren, ebenso wie der Anschluss an sanitäre Einrichtungen. Bei soulie Laura hat aber noch ein weiteres Thema nachhaltig Eindruck hinterlassen.

„Bis heute werden Mädchen und Frauen, die ihre Menstruation haben, ausgegrenzt, sie gelten dann als unsauber. Entsprechend unzureichend war die Versorgung mit Hygieneartikeln in vielen Dörfern. Großartig fand ich die Workshops, in denen die Mädchen lernten, sich selbst wiederverwendbare Binden zu nähen. Und die Arbeit der Field Worker*innen vor Ort, die auch Aufklärungsarbeit leisten. Es war schön zu sehen, dass diese lokalen Helfer*innen ein wirklich enges und gutes Verhältnis zu den Dorfbewohner*innen aufgebaut haben.“ Laura, soulbottles

Doch wenn die Kernziele erreicht oder sogar übertroffen wurden, heißt das dann tatsächlich, dass sich alle Organisationen in der Region zurückziehen? Nein, das heißt es nicht, betont Lars. Zum einen ist Viva con Agua nach wie vor in einer anderen Region Nepals aktiv, zum anderen kann er sich gut vorstellen, dass das Projekt in Chitwan im Anschluss auch noch auf weitere, umliegende Regionen ausgeweitet wird. „Das entscheiden aber in der Regel nicht wir als externe Organisationen, wir agieren vielmehr ‘demand driven’. Das heißt, im Idealfall kommen die Ideen für neue Projekte von den Menschen vor Ort, die ihre Wünsche an die lokalen NGOs herantragen. Diese wiederum wenden sich dann an die Welthungerhilfe, und dann kommen wir ins Spiel”, sagt Lars.

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WASH als gemeinsame Lernerfahrung. Photocredits: Stefan Groenveld für Viva con Agua

Die Erfahrungen in Nepal haben soulbottles verändert

Die lokalen Bedürfnisse in den Fokus setzen, immer wieder nachjustieren, auch das ist so ein Lernprozess, den Viva con Agua und auch wir von soulbottles aus Nepal mitnehmen können. Die Besuche vor Ort und die Gespräche mit allen Beteiligten haben nicht nur diejenigen soulies, die bei den Reisen dabei waren, nachhaltig verändert, sondern unsere ganze Arbeit, unser Selbstverständnis als Unternehmen geprägt. Diese Gefühle und Veränderungen in Worte fassen kann unser Mitgeschäftsführer Patrick, der 2016 auf Projektreise in Nepal dabei war und bei soulbottles fast von Anfang an den gemeinsamen Weg verfolgt hat.

„Ich bin unfassbar stolz, was Viva con Agua mit unserer Unterstützung und den Projektpartner*innen vor Ort, die ja die wichtigste Arbeit geleistet haben, erreicht haben. Unserem Unternehmenspurpose, dass alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, sind wir einen gewaltigen Schritt näher gekommen. Und haben unseren Horizont extrem erweitert. Am Anfang, im Jahr 2012, waren wir dieses Berliner Hippie Startup mit einer großen Idee zum Thema Trinkwasser. Mittlerweile wissen wir, was es wirklich bedeutet, vor Ort positive und langfristige Veränderung zu bewirken, welchen Effekt Universal Language Approach hat, und dass nachhaltige Projektarbeit eben mehr ist als stumpf Brunnen zu bauen. Es geht um alle Aspekte von WASH, darum, eine Grundlage für stabile Communities zu schaffen. Nepal ist ein essentieller Bestandteil von soulbottles, die Mitarbeit an diesem Projekt hat viele Menschen motiviert, bei uns zu arbeiten, unsere Produkte zu kaufen. Und, das muss man auch mal sagen, das Konzept wurde von anderen übernommen, und wir freuen uns, dass wir weitere Hersteller*innen inspirieren konnten.” Patrick, soulbottles

Und nicht zuletzt hat Nepal uns den Weg geebnet, nun selbst aktive Projektarbeit zu leisten und gemeinsam mit Viva con Agua und BORDA in Sambia mit WASH’n’soul zu starten. Ohne das Wissen und die Erfahrungen der letzten acht Jahre wäre das niemals möglich gewesen, wir hätten es uns schlicht nicht zugetraut. Ein Ergebnis des Lernprozesses ist es auch, in Sambia nicht einfach munter draufloszuarbeiten, sondern erstmal die Situation vor Ort genauestens unter die Lupe zu nehmen. Deswegen starten wir ins Jahr 2021 mit einer Baseline Study, um die Community vor Ort kennenzulernen, Ideen zu prüfen und entsprechende Budgets und Zeitpläne erarbeiten zu können. Nicht ganz leicht in Corona-Times, aber wir finden einen Weg, wenn auch vielleicht ein wenig langsamer als einst geplant. Mehr Details dazu gibt es im nächsten Update zu WASH’n’soul. Und auch zu Nepal halten wir euch weiter auf dem Laufenden. Übrigens: Natürlich fließt weiterhin 1 € jeder verkauften soulbottle an Trinkwasserprojekte von Viva con Agua.

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