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Nitrat im Wasser: Belastung für Gesundheit und Umwelt

Wir klären auf, wie Nitrat mit dem Klimawandel zusammenhängt, warum die Unterscheidung zwischen Grund- und Trinkwasser so wichtig ist und was wir tun können, um die Nitratbelastung in Wasser und Boden zu senken.

Nitrat im Wasser – vielleicht hast du schonmal davon gehört. Doch wo genau kann Nitrat enthalten sein und wann wird es zu einer Gefahr für unsere Gesundheit? Dass wir für sauberes Wasser einfach nur den Hahn aufdrehen, scheint für viele Menschen in Deutschland heute selbstverständlich. Regelmäßig machen wir darauf aufmerksam, dass in anderen Teilen der Welt noch immer 578 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Aber wer ist sich bewusst darüber, dass auch in Deutschland die Trinkwasserversorgung langfristig gefährdet ist? Durch Nitrat im Grundwassers wird die Reinigung immer aufwändiger. Laut dem Nitratbericht 2020 liegt der Nitratgehalt bei 27% der Messstellen in Deutschland über dem kritischen Schwellenwert von 50 mg pro Liter. Neueste Studien zeigen: Trinkwasser könnte auf Grund der hohen Nitratwerte bis zu 62% teurer werden, wenn sich nicht umgehend etwas ändert. Was sich ändern muss? Wir müssen dafür sorgen, dass weniger gedüngt wird auf unseren Feldern! Denn überflüssiger Stickstoff landet in Form von Nitrat im Grundwasser und erschwert die Trinkwasseraufbereitung. Gewässerschutz und Landwirtschaft in Einklang zu bringen, ist daher auch ein zentrales Anliegen der Wasserversorger.

 

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Was ist Nitrat? Wirkung auf Gesundheit und Umwelt

Um es ganz kurz zu machen: Nitrat ist ein elementarer Grundbaustein der Natur – genauer gesagt eine Stickstoffverbindung. Und Stickstoff wiederum gehört zu den Makronährstoffen, die von Pflanzen am häufigsten benötigt werden. Um das Pflanzenwachstum zu fördern, wird der Boden mit Stickstoff gedüngt. 

  • Man unterscheidet zwischen elementarem und reaktivem Stickstoff. 99% des vorhandenen ist elementarer Stickstoff. Er befindet sich in der Atmosphäre. 

  • Die übrigen ein Prozent werden als reaktiver Stickstoff bezeichnet. Reaktiver Stickstoff wird durch den Einfluss von Mikroorganismen im Boden in klimabelastende Treibhausgase verwandelt. Bei der mikrobiellen Umwandlung von stickstoffhaltigem Dünger im Boden entsteht zum Beispiel Lachgas, das den Klimawandel beschleunigt.

  • Außerdem ein Problem: Da häufig im Überfluss gedüngt wird, kann ein Großteil des reaktiven Stickstoffs gar nicht von den Pflanzen aufgenommen werden und wird zu einer Belastung für Gewässer und Böden. 

  • Mehr als 60% der reaktiven Stickstoffverbindungen stammen in Deutschland aus der Landwirtschaft. Alle übrigen Stickstoffemissionen haben ihren Ursprung in der Industrie, dem Verkehr oder privaten Haushalten. Durch die Industrialisierung und intensive Landwirtschaft haben sich die Emissionen aus reaktivem Stickstoff seit Mitte des 19. Jh. verzehnfacht und führen nun zu erheblichen Umweltproblemen und Gesundheitsrisiken. 

 

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Zu einer Gefahr für unsere Gesundheit wird Nitrat jedoch erst dann, wenn es im Lebensmittel oder während der Verdauung zu Nitrit umgewandelt wird. Man unterscheidet zwischen akuter und langfristiger Wirkung: Ein akutes Gesundheitsrisiko besteht für Säuglinge, da ihr Magen noch mit Bakterien besiedelt ist, die Nitrat schneller in Nitrit umwandeln, als das bei älteren Kindern und Erwachsenen der Fall ist. Gelangt Nitrit bei Säuglingen ins Blut, kommt es zu einer reduzierten Sauerstoffaufnahme. Bei Kindern und Erwachsenen führt eine zu hohe Aufnahme an Nitrat langfristig dazu, dass das gebildete Nitrit im Körper zu N-Nitrose-Verbindungen reagiert. Bei Tieren wurden diese Verbindungen als krebserregend nachgewiesen. In Bezug auf die Langzeitwirkung auf den menschlichen Körper konnten noch keine eindeutigen wissenschaftlichen Ergebnisse erzielt werden. Klar ist jedoch: Zu viel Nitrat im Wasser stellt eine ernstzunehmende Gefahr für Mensch und Umwelt dar. 

 

 

 

3 Gründe, warum zu viel Nitrat ein Problem ist 

 

1. Nitratbelastung im Grundwasser

Aktuell sind 1.200 Grundwasserkörper in Deutschland in einem besorgniserregenden Zustand, da die Nitratwerte über dem durch die deutschen Grundwasserverordnung festgelegten Schwellenwert von 50 mg pro Liter liegen. Besonders betroffen ist das Grundwasser im Einzugsgebiet von landwirtschaftlich genutzten Flächen. In Bezug auf die direkte Gefahr für die Gesundheit ist es wichtig, zwischen Trink- und Grundwasser zu unterscheiden: Auch wenn der Nitratwert im Grundwasser häufig besorgniserregend hoch ist – die Trinkwasserqualität ist in Deutschland sehr gut und wird streng überwacht. Mit 61% wird zwar mehr als die Hälfte unseres Trinkwassers in Deutschland aus dem Grundwasser gewonnen, dieses wird jedoch aufwändig gereinigt, bevor es aus der Leitung fließt. Durch einen elektrochemischen Prozess wird Nitrat bei der Trinkwasseraufbereitung herausgefiltert. Je mehr Nitrat im Grundwasser enthalten ist, desto aufwändiger und teurer wird auch die Reinigung. Daher setzen sich die Wasserbetriebe dafür ein, dass es in Zukunft nicht mehr so weit kommt, dass Nitrat in großen Mengen im Grundwasser landet – durch gemeinsame Projekte mit Landwirt*innen

 

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2. Nährstoffüberversorgung und Verlust der Artenvielfalt

Zu einer Nährstoffüberversorgung kommt es, wenn mehr gedüngt wird, als die Pflanzen an Nährstoffen benötigen. Die überschüssigen Nährstoffe, wie zum Beispiel Nitrat, verbleiben zunächst im Boden und werden dann vom Regen in die Oberflächengewässer gespült. Zu viel Nitrat im Wasser und im Boden bringt die natürlichen Prozesse aus dem Gleichgewicht und führt zu übermäßigem Pflanzenwachstum von Arten, die besonders viel Stickstoff aufnehmen können. In Gewässern führt Stickstoffüberschuss zum Beispiel zu vermehrtem Algenwachstum, das dann mit einem generellen Sauerstoffmangel im Wasser einhergeht, sodass Arten verdrängt werden, die auf einen hohen Sauerstoffgehalt im Wasser angewiesen sind. So wie vermehrtes Algenwachstum im Wasser dazu führt, dass der Lebensraum für andere Arten unbewohnbar wird, gibt es auch Land Tier- und Pflanzenarten, deren Überleben durch eine Überversorgung mit Nährstoffen wie Nitrat bedroht ist. Denn nährstoff-liebende Pflanzen werden sich in diesem Zustand besonders gut vermehren und die anderen Arten, die sich an die nährstoffarme Umgebung angepasst haben, werden verdrängt.

 

3. Beschleunigung der Erderwärmung

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist sich inzwischen bewusst darüber, dass der Ausstoß von CO₂ den Klimawandel vorantreibt und deshalb vermindert werden muss. Was viele nicht wissen: Für einen überproportional hohen Anteil an der Klimaerwärmung ist Lachgas verantwortlich, da es 298-mal so klimawirksam wie CO₂ ist. 79% der Lachgas-Emissionen in Deutschland stammen aus der Landwirtschaft. Und zwar nicht nur aus der Tierhaltung, sondern direkt vom Feld. Wenn Mikroorganismen stickstoffhaltige Verbindungen wie zum Beispiel Nitrat im Boden abbauen, wird dabei Lachgas in die Atmosphäre freigesetzt. Das heißt: Je mehr Nitrat im Wasser und im Boden ist, desto mehr Lachgasemissionen werden in die Atmosphäre ausgestoßen. Somit gefährdet die Nitratbelastung nicht nur die Trinkwasserversorgung und die Artenvielfalt, sondern trägt auch maßgeblich zur Erderwärmung bei.

 

Was wir tun können, um die Nitratbelastung zu senken 

Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Nitratbelastung zurückgeht ist, dass die Düngeverordnungen von den Landwirt*innen eingehalten werden. Doch auch jede*r Einzelne von uns hat Möglichkeiten etwas zu tun, damit sich die Situation verbessert: Durch unser Konsumverhalten können wir bewusst Landwirt*innen unterstützen, die sich für eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung einsetzen. Da bei der Erzeugung von tierischen Produkten besonders viel Stickstoff in die Atmosphäre entweicht, kann man durch pflanzliche Ernährung ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Nitratbelastung und Verbesserung der Grundwasserqualität leisten. Und übrigens: Wer viel Leitungswasser trinkt, senkt letztlich auch wieder Stickstoffemissionen aus Verkehr und Industrie. Denn Wasser, das aus dem Hahn fließt, muss nicht verpackt werden und stammt stets aus Quellen in der Region. Wenn es um die Nitratbelastung im eigenen Garten geht, habt ihr natürlich sowieso selber das Ruder in der Hand. Also: Stickstoffhaltigen Dünger immer nur gezielt und in Maßen einsetzen. Wenn wir dem Boden genau die Menge an Stickstoff zuführen, die die Pflanzen zum Wachsen brauchen, kommt es auch gar nicht erst dazu, dass Nitrat ausgewaschen und zum Risiko für Mensch und Umwelt wird.

 

 

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