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Was ist eigentlich das Problem an Plastik? Less plastic is fantastic – Teil 1

Morgens das Shampoo aus der Plastikflasche und das Peeling mit den bunten Kügelchen, dann der Coffee-to-go auf dem Weg zur Arbeit. Mittags der knackig vorgepackte Salat mit Einwegbesteck, abends eingeschweißte Biogurke mit bestem Hummus, natürlich aus der Plastikschale. Und zur Krönung dann das Abendkleid aus Polyester, passend zum Cocktail mit Strohhalm - geht’s uns allen eigentlich noch gut? Plastik ist so normal und allgegenwärtig in unserem täglichen Leben geworden, dass wir fast vergessen haben, wie es ohne geht! Und genau deswegen rufen wir jetzt gemeinsam mit unseren Partnern zu einem neuen Motto auf: Less plastic is fantastic! Die nächsten Wochen zeigen wir euch nicht nur die wichtigen Facts & Figures rund um Kunststoffe, sondern auch wie ihr euren eigenen Plastikkonsum deutlich runterschrauben könnt.

Was ist das Problem an Plastik?

Plastik ist nicht allgemein zu verteufeln, denn es ist eigentlich ein echt smartes Material: leicht, vielseitig, resistent gegen jegliche Substanzen und unfassbar haltbar, ja fast schon für die Ewigkeit gemacht. Und in gewisser Weise kommt Plastik auch aus der Ewigkeit, denn als erdölbasiertes Produkt wird Plastik aus uralten fossilen Ressourcen hergestellt, deren Extraktion, Handel und chemische Verarbeitung an sich schon problematisch genug sind. Und genau hier sehen wir ein großes Paradox: Wir schöpfen aus einem Pool aus fast aufgebrauchten fossilen Ressourcen, stellen ein über Jahrhunderte haltbares Produkt her und benutzen es dann nur wenige Augenblicke. Über 40% des Plastikverbrauchs für “single use” Produkte gebraucht wird, also Einwegprodukte.

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Seit dem Beginn der Massenproduktion an Plastik in den 1950er Jahren wächst die globale Produktion immer rasanter an. Pro Jahr wird aktuell ca. so viel neuer Kunststoff hergestellt, wie die gesamte Erdbevölkerung wiegt: um die 300.000 Tonnen. Insgesamt wurden bereits 8,3 Milliarden Tonnen an Plastik hergestellt. Das ist ungefähr so viel wie eine Milliarde Elefanten, und genug, um die Erde einmal komplett in Frischhaltefolie einzuwickeln. In den nächsten 30 Jahren soll sich diese Zahl vervierfachen.

Gemacht um zu bleiben

Aktuell werden nur neun Prozent recycelt, ein weiterer Anteil (12%) verbrannt und der absolute Großteil an Kunststoff endet auf Müllhalden und in der Natur. Sichtlich wird die Gefahr z.B. durch 90% der Seevögel, die bereits Plastik in ihren Mägen haben, verschmutzte Strände und gigantische Plastikstrudel im Meer. Doch die größte Verschmutzung durch Plastik ist unsichtbar: Mikroplastik.

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83% des weltweiten Trinkwassers enthalten Mikroplastik

Abgesehen von winzigen Plastikteilchen in Kosmetik, Industrie oder durch Reifenabrieb können Sonneneinstrahlung, Bewegung und UV-Licht dazu beitragen, dass Plastik in immer kleinere Stückchen zerfällt. Diese Mikro- und Nanopartikel finden sich schon jetzt in allen möglichen Bereichen des Lebens wieder, so zum Beispiel 83% des Leitungswassers weltweit. Halt, Stop, kein Grund zur Panik! Denn bei abgefülltem Wasser waren 93% der Proben betroffen und es wurden im Schnitt die doppelte Menge an Plastikteilchen pro Liter gefunden. Du bleibst als Leitungswassertinker*in also immer noch auf der sicheren Seite.

Plastik in Bier & Böden

Schon jetzt schwimmen 500 mal mehr Plastikteilchen in den Weltmeeren als es Sterne im Universum gibt – um die 51 Trillionen Partikel. Doch nicht nur unsere Gewässer sind betroffen. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Böden vier bis 23-mal mehr belastet sind als Ozeane und sich Plastik nicht nur in Fisch und Leitungswasser, sondern auch vielen weiteren Lebensmitteln findet, zum Beispiel in 100% der getesteten deutschen Biermarken. Na Prost Mahlzeit!

Ist Mikroplastik gefährlich?

Gefährlich an Mikroplastik in menschlichen und tierischen Organismen ist nicht nur der Fremdkörper an sich, sonder auch die toxischen Bestandteile von Kunststoffarten: Chemikalien, Additive, polymerisierte Monomer finden sich in Plastikpartikeln genauso wie zusätzlich absorbierte Giftstoffe aus der Umgebung, die Kunststoffteilchen wie ein Schwamm aufsaugen und später wieder freigeben können. Es gibt bekannte krebserregende Bestandteile in vielen Plastikarten, außerdem kann Kunststoff als Endokrine Disruptoren hormonell auf den Körper wirken und somit zu Verhaltensstörungen, Immunproblemen und Krankheiten führen.

Und jetzt?

Wenn man mal genauer hinschaut, ist das globale Plastikproblem echt beunruhigend, das finden wir auch! Und umso mehr freuen wir uns, dass sich endlich etwas bewegt und immer mehr Städte, Länder oder sogar Bündnisse wie die Europäische Union Schritte in für eine plastikfreiere Zukunft und besseren Naturschutz gehen - hierzu mehr im nächsten Blogpost.

Und auch jede*r von uns kann etwas beitragen und lernen, das eigene Leben mit möglichst wenig Plastik zu gestalten! Sei dabei bei unserer less plastic is fantastic Aktion und lerne tolle, kreative und nachhaltige Alternativen für Küche, Bad, Haushalt und unterwegs kennen!