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6 Tipps für eine Küche ohne Plastik • Less plastic is fantastic

Du hast es geschafft! Erfolgreich den Griff des Barkeepers verteidigt bevor er den bunten Strohhalm erreichte, den Scanner-Blick für Kaffee aus Keramiktassen, RECUP oder eigenem Becher aktiviert und den automatischen Reminder für die Lunchbox-Mitnahme vor Curry und Falafel to-go eingestellt. Heldenmäßig füllst du deine soulbottle auf wo immer es geht und deine Plastiktüten-Sensoren schlagen nicht nur im Supermarkt, sondern auch im Buchladen, Schreibwarenhandel und der Apotheke Alarm.

Herzlichen Glückwunsch, der erste Schritt in die Plastikfreiheit ist getan!

Letzte Woche haben wir euch gezeigt, wie ihr plastikfrei unterwegs sein könnt und wieso wir dringend etwas gegen unseren Plastikmüll tun müssen. Diese Woche geht es weiter: auf einem Siegeszug ab in die Küche.

Ein Viertelliter Erdöl für eine Flasche?

Ganze 40% des Plastikmülls fallen weltweit für Einwegverpackungen an. Dass viel davon in unserer Küche landet, ist offensichtlich. Nicht nur Nudelpackungen, Eis und Müsli, sondern zunehmend auch vorgeschnittenes Gemüse, fertige Salate, Getränke, eingeschweißte Käse- und Fleischprodukte: alles kommt in Plastik.

Plastik wird aus Erdöl hergestellt, aus erschreckend viel Erdöl finden wir. Denn eine einzige Plastikflasche braucht ein Viertel ihres Volumens an Öl für die Produktion, dazu kommt nochmal doppelt so viel Wasser, wie letztendlich in die Flasche passt. Der Abbau, die Verarbeitung und der Handel mit Erdöl sind bekannt für Umweltschäden; und wie du spätestens nach unserem Artikel neulich weißt, ist Plastik-Recycling nach wie vor noch nicht die Lösung. Less plastic ist und bleibt fantastic!

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1. Analyse: was ist in meinem gelben Sack

Schritt eins beginnt mit Detektivarbeit. Denn bevor wir überhaupt etwas ändern können, braucht es eine Bestandsaufnahme. Also schnapp dir deinen gelben Sack und wage einen Blick hinein. Was findest du? Joghurt, Käse, Milch? Erdnüsse und Chipstüten? Pasta, Reis und Nudeln? Oder doch die Schoki, die Tomatenschale oder Einwegflaschen? Mach dir eine Liste, und identifiziere, was bei dir besonders oft anfällt.
Wichtig: Das Ziel hier ist weder, dass du dich schämst noch schlecht fühlst, sondern ganz einfach, dein Bewusstsein zu schärfen und einen Überblick zu gewinnen. Sozusagen wie Ärmel hochkrempeln bevor es los geht!

2. Sei so frei und kaufe nackt

apfelDer leichteste Schritt beim Plastiksparen in der Küche ist einfach mal nackig einkaufen. Klar kannst du jetzt deine Klamotten zuhause lassen, was wir aber eigentlich meinen sind dein Obst und Gemüse. Denn wirklich niemand braucht ‘ne Extratüte für zwei Tomaten oder drei eingeschweißte Paprika. Verzichte auf vorgepackte Bündel frischer Ware sowie die gratis Plastiktüten und nimmstattdessen eigene Obst- und Gemüsenetze zum Wiederbefüllen. Oder du tust etwas ganz Verrücktes und packst deine Ware einfach lose aufs Band, waschen wirst du sie zuhause doch sowieso.
Zwar nicht ganz nackt, aber trotzdem plastikfrei kannst du deine Vitamine auch gerettet haben: Unsere lieben Freunde von Etepetete verschicken Bio-Kisten mit Obst und Gemüse, welches sonst auf dem Müll gelandet wäre, direkt zu dir nach Hause. Wenn du Lust auf krumme Möhren, kleine Äpfel, schiefe Kartoffeln oder riesen Birnen hast, bekommst du als Neukunde mit dem Code SOULBOTTLE bis Ende März 5€ Rabatt auf deine erste Kiste.

3. Einmal zum Abfüllen, bitte!

glasDoch nicht nur Obst und Gemüse gibt es “ohne” – du kannst das genauso auch mit anderen Lebensmitteln machen. In immer mehr Städten gibt es inzwischen Unverpackt Läden, bei denen du mit deinen eigenen Schraubgläsern, Baumwollsäckchen und Vorratsdosen, wie zum Beispiel die von Avoid Waste aus Weizenstroh, einkaufen gehen kannst. Auch deine soulbottle eignet sich super zum Abfüllen! Im Laden wiegst du zuerst die leere Verpackung, schreibst das Gewicht auf und füllst sie dann nach Lust und Laune mit allem, was dein Herz begehrt, denn von Schokolade über Tees, Gewürze und Hülsenfrüchten bis hin zu Nüssen, Getreide, Cornflakes und Pasta haben die meisten Unverpackt-Läden echt einiges zu bieten. Und abgesehen von dem guten Gefühl beim Einkaufen und dem wunderschönen Vorratsschrank ohne Verpackungen zuhause (#shelfie ist nicht umsonst ein Buzzword der Zero-Waste-Bewegung), bezahlst du nur die Menge, die du gerade brauchst. Klingt toll, doch wo ist der nächste Laden? Hier findest du eine Liste zur Übersicht und eine interaktive Karte.

4. Was ist mit Käse, Wurst und Tofu?

Es scheint ein bisschen wie ein Spiel mit mehreren Leveln, dieses Leben ohne Plastik. Wenn du es bis zum dritten Schritt geschafft hast, klopfe dir gleich mal auf die Schulter, denn du hast deinen Plastikkonsum in der Küche mit Sicherheit schon über 60% reduziert. Das reicht dir nicht?! Let’s go! Auch Fleisch- und Milchprodukte (und manchmal Tofu) kannst du unverpackt bekommen! Am einfachsten geht das auf dem Markt, in kleinen Familienbetrieben mit deiner eigenen Brotdose und auch in Supermärkten kannst du an der Theke nach Befüllung fragen. Wer dabei ist, findest du zum Beispiel mit dem neu gegründeten Verzeichnis und Sticker „Einmal ohne, bitte”. Immer mehr Menschen steigen aus Tierschutz- und Umweltgründen von Kuhmilch auf pflanzliche Milch um, welche du sehr leicht selbst machen kannst: Für Hafermilch gebe einfach 200g Hafer mit einem Liter Wasser, einer Prise Salz und etwas Süße (Datteln, Agavendicksaft, Honig, Zucker) in den Mixer. Siebe das ganze anschließend mit einem feinen Sieb, Nusssäckchen oder einem Nylonstrumpf. Ab in die soulbottle damit und fertig ist deine eigene Milch!

5. Wachstuch statt Plastikfolie

Doch nicht nur im Laden, sondern auch wenn du zuhause Essen verpackst, geht das ohne Plastik: nimm eine Dose oder ein altes Marmeladenglas für übrig gebliebene Gerichte, packe das Brot in den Leinenbeutel und ersetze Frischhaltefolie und Aluminium mit wiederverwendbaren Wachstüchern. Diese wickelst du um Sandwich, halbe Äpfel, Käse oder eine Schüssel und hältst sie ein paar Sekunden fest. Durch die Wärme deiner Hände klebt sich das Tuch fest und bleibt in der gewünschten Form. Danach kannst du es kalt mit oder ohne Seife abspülen und viele Male wiederverwenden. Wachstücher gibt es sowohl aus Bienenwachs als auch vegan zu kaufen. Unsere liebe Kerstin hat hier ein DIY zum Nachmachen für euch gedreht.

 

6. Mach mal selber!

Generell fällt uns auf: gesund lebt es sich, so ohne Plastik. Denn je mehr man drauf achtet, desto zögerlicher wird der Griff nach Chipstüte oder Gummibärchen. Auch dein Körper wird dir danken, je weniger industriell verarbeitete Lebensmittel du konsumierst. Also probier dich aus, koche, backe und mache mal wieder etwas selbst! Egal ob Kekse, Brot oder die Salatsauce: all das bekommst du easy auch hin und gewinnst nebenbei die Kontrolle über dein Essen, Inhaltsstoffe und Herkunft der Zutaten, einen deutlich kleineren Plastikfußabdruck und jede Menge Spaß und Gesundheit. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Salatsauce mit Apfelessig.


7. Lauter werden

Du bist richtig Feuer und Flamme und willst, dass der Plastikwahnsinn noch viel schneller aufhört? Super, auf geht’s! Du kannst dich bei zahlreichen Online-Petitionen gegen Einwegverpackungen und Coffee-to-Go eintragen oder deine eigene Kampagne starten und Politiker, Supermärkte oder Unternehmen bitten, gegen Einwegplastik vorzugehen. Schreibe Briefe, Facebook-Nachrichten und Emails, gehe auf die Straße oder mach bei einer #PlasticAttack mit: Wie bei einem Flashmob gehen viele Menschen gemeinsam ganz gewöhnlich einkaufen und packen vor dem Supermarkt alle Lebensmittel in eigene Behälter um. Der Plastikmüll wird in riesigen Haufen gesammelt und symbolisch für die Plastikflut zurück zum Supermarkt gebracht. Mitmachen kannst du in Berlin zum Beispiel bei Impact Revolution oder dem Zero Waste Verein.

Lass uns wissen, wie es läuft!

Na klar sind wir neugierig, und freuen uns riesig, von dir zu hören! Wie läuft es mit dem Plastiksparen, was sind deine Erfolgsstories, und wo hast du Schwierigkeiten? Schick uns ein Foto von deinem plastikfreien Vorratsschrank oder Einkaufserlebnis, teile deine Erfahrung mit #lessplasticisfantastic oder schreibe uns ‘ne Mail, welche Tipps du gerne noch im Rahmen der Aktion von uns bekommen möchtest. Und psssst – halte die Augen offen auf unserem Instagram Kanal, denn auch diese Woche gibt es wieder etwas zu gewinnen…

 

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