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Putzen ohne Plastik: nachhaltige Wasch- und Reinigungsmittel • Less plastic is fantastic

“Pfui Deifi, jetzt moch amoi sauber!”

Abgesehen von der urbayerischen Art kennt wohl jeder Mensch mit WG-Erfahrung (oder Eltern) diesen Satz: Mach endlich mal sauber. Doch was heißt eigentlich “sauber” in der heutigen Welt und wieso müssen wir plastikbesessenen Soulies jetzt schon wieder ein neues Kapitel an Kunststoff- und Umweltgeschichten aufmachen? Ganz einfach: wir sind nicht so ganz d’accord mit dem traditionellen Putzregal und würden da gerne mal ein bisschen aufräumen! 

 

Sauberkeit, Ordnung und Chemieschleudern

Wir Deutschen sind bekannt für ein großes Bedürfnis nach Ordnung und für unseren Perfektionismus. Das gilt auch für die Sauberkeit: Ganze 1,3 Millionenn Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel werden jährlich allein in privaten Haushalten verputzt – also im Schnitt 64 kg pro Vier-Personen-Haushalt. Doch wie gut tut uns dieser Reinigungsfimmel? 


Übertriebener Putzwahn ist unterm Strich ziemlich kontraproduktiv, denn er belastet die Umwelt und gefährdet die Gesundheit. Die meisten Reinigungsmittel sind richtige Chemiekeulen und transportieren massenhaft Schadstoffe in Luft, Abwasser und zuletzt zurück zu uns.

 

 

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630.000 Tonnen Chemikalien pro Jahr

 Wasch- und Reinigungsmittel, die in privaten deutschen Haushalten jährlich anfallen, belasten das Abwassser mit einem Chemikalieneintrag von 630.000 Tonnen, so das Umweltbundesamt. Hiezu gehören 198.976 Tonnen Tenside, aber auch Phosphate, Duftstoffe, Enzyme, Phosphonate, optische Aufheller und Silikone. Doch nur 12% der Deutschen machen sich Gedanken, was sie über Waschbecken und Klospülung in das Wassersystem einflößen.

Mit dem aktuellen Stand der Technik können viele dieser Chemikalien in Kläranlagen nicht vollständig aus dem Wasser gefiltert werden und belasten nachhaltig natürliche Ökosysteme. Schädliche Inhaltsstoffe gelangen so in Gewässer und Trinkwasser, während über den Klärschlamm auch zurückgehaltene Polymere auf landwirtschaftliche Flächen kommen.   

 

Gesundheitsrisiko durch Reinigungsfimmel

Wir tauschen Schmutz gegen Chemie und bringen riskante Inhaltsstoffe direkt in unsere Wohnungen oder durch gewaschene Kleidung auf unsere Haut. Viele der gängigen Reiniger sind eine Gesundheitsgefahr, so das Umweltbundesamt (UBA). Auch die Bundesregierung warnt vor scharfen Reinigern mit starken Säuren, Laugen oder Desinfektionsmitteln.

 

Dreck reinigt nicht nur sprichwörtlich den Magen: wir brauchen Bakterien sogar für unsere Gesundheit. Antibakterielle Reiniger vernichten Mikroorganismen und können nützlichen Bakterien auf der Haut und in unserem Körper schädigen und so Allergien und Ekzeme auslösen. Sterile, keimlose Haushalte schwächen unser Immunsystem und machen uns anfälliger für Krankheiten. Und zusätzlich können zu harte Reiniger zu bakteriellen Resistenzen gegenüber Antibiotika führen.

 

Verpackungswahn und jede Menge Mikroplastik

Abgesehen von den Umwelt- und Gesundheitsrisiken durch Chemikalien führen konventionelle Wasch- und Reinigungsmittel auch zu einem nicht unerheblichen Müllproblem. Denn auch diese gibt es fast ausschließlich in Einwegverpackungen aus Plastik. Wir träumen ja immernoch von Abfüllstationen in Supermärkten so wie dm es momentan in Österreich testet…

Doch abgesehen von der sichtbaren Verpackung wird Mikroplastik, wie schon bei Hygieneprodukten, auch als Inhaltsstoff von Putz- und Haushaltsmitteln häufig verwendet. Hier dient es unter anderem als Füllstoff, Filmbildner, Lösemittel und Trübungsmittel. Die verwendeten Partikel sind dabei meist so klein, dass wir sie weder fühlen noch sehen können; oft werden Polymere auch in gelöster, flüssiger oder gelartiger Form verwendet. Insgesamt gelangen 48.000 Tonnen Mikroplastik und gelöste Polymere jährlich ins deutsche Abwasser.

Und nicht nur das! Wusstest du, dass eine ganz normale Fleecejacke pro Waschgang ca.

1.000.000 Mikroplastikteile verliert? Nylon-Socken kommen auf 136.000 und der Acryl-Schal auf grob 300.000 Mikrofasern pro Wäsche. Achte deswegen schon beim Einkauf unbedingt auf das Material vermeide Klamotten aus synthetischen Fasern wie Polyester, Nylon und Acryl, aber auch Hightech-Material wie GoreTex.

Mikroplastik ist inzwischen nicht nur in Flüssen und im Meer allgegenwärtig und wurde in Krebsen, Fischen und Muscheln, aber auch im menschlichen Körper nachgewiesen. Auch für die Böden stellen Mikroplastik und Chemikalien große Herausforderungen dar.

 

Hilflos? Von wegen!

Puh, manchmal kann Wissen betäuben, frustrieren und sich anfühlen wie eine riesige Welle, gegen die man nichts tun kann. Doch lasst uns nicht einfach aufgeben und das ganze Putzschlamassel hinnehmen, sondern Schritt für Schritt Lösungen in unser Leben integrieren und verbreiten!

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1. Back to the Basics: Die fünf Wundermittel

Natron, Essig, Zitronensäure, Soda und Kernseife: So heißen die magischen Hausmittel schon seit Omas Zeiten, die durch die Zerowaste Bewegung endlich wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen haben. Denn sie sind im Gegenteil zu konventionellen Mitteln vielseitig einsetzbar, sparen jede Menge Geld, Platz und Abfall und wenden negative Folgen für Umwelt und Gesundheit ab.

 

Essig und Zitronensäure eignen sich bestens zum Entkalken, zum Beispiel für Duschwände, Wasserkocher oder Kaffeemaschinen; du kannst aber auch WC-Reiniger, Weichspüler oder Allzweckreiniger daraus machen. Natron hingegen, welches wir auch für unsere Rezepte von DIY-Naturkosmetik empfehlen, beweist seine antibakteriellen Fähigkeiten auch im Haushalt und klappt super als Spülmittel oder Reiniger für Textilien, Backöfen, Fugen und mehr. Soda funktioniert als Waschmittel, aber auch zum Putzen und Spülen; und auch Kernseife kannst du als Basis für viele einfache Reinigungsmittel verwenden.

 

2. Selbstgemachter Zitrusreiniger

Einen Essigreiniger kannst du kinderleicht selbst herstellen: Hierfür brauchst du nichts als etwas weißen Haushaltsessig oder verdünnte Essigessenz, die Schalen von Zitrusfrüchten und etwas Zeit. Fülle Zitronen-, Orangen-, Limetten-, Mandarinen- oder Grapefruitschalen dicht in ein großes Gefäß (z.B. deine soulbottle oder ein Schraubglas) und gieße es mit  Essig auf, sodass die Schalen vollständig bedeckt sind. In nur zwei bis drei Wochen färbt sich die Flüssigkeit und es entsteht ein natürlicher Reiniger mit Zitrusduft, den du in eine Sprühflasche abfüllen und unverdünnt verwenden kannst. Er desinfiziert, löst Kalk und eignet sich bestens für ein natürlich sauberes Bad und Küche.

 

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3. Effektive Bakterienhelden

Effektive Mikroorganismen (EM) sind eine flüssige Mischkultur aus regenerativen Mikroorganismen. Diese Organismen unterbinden giftige Stoffwechselprozesse und hemmen negative Bakterien. Gleichzeitig werden erneuerbare Prozesse von den natürlich vorhandenen positiven Mikroorganismenarten und gute biologische Aktivitäten gefördert. Effektive Mikroorganismen werden deswegen sowohl in Landwirtschaft, als auch zum Putzen oder sogar zur Darmreinigung angewendet: überall also, wo sich das Milieu verbessern soll. Im Haushalt kannst du sie unter anderem für deine Wäsche, Böden und Flächen oder zum Badreinigen einsetzen.

 

4. Sauber Waschen

Für umweltfreundliches Waschen gibt es mehrere Schritte: Vermeide nach Möglichkeit Kunstfasern und wasche deine Klamotten bei niedrigen Temperaturen. Denn heißes Wasser braucht nicht nur mehr Energie, sondern schwächt auch das Material und schwemmt so mehr Mikroplastikfasern aus. Auch eine gut gefüllte statt halbvolle Waschmaschine und eine Reduktion von Schleuderdrehzahl und Waschdauer hilft. Und vielleicht kannst du auch schlicht und einfach weniger häufig Waschen und deine Kleidung dafür öfter auslüften.

Außerdem haben wir den Guppy Friend Waschbeutel entdeckt, der Mikroplastikfasern in der Waschmaschine auffängt und so verhindert, dass diese ins Abwasser gelangen. Zum Waschen kannst du auch hier deine eigenen Ökowaschmittel zusammenmischen und ordentlich Geld sparen. Denn für die Zutaten brauchst du nur ca. 50 Cent pro Liter plastikfreiem DIY Flüssigwaschmittel. Nehme 4 Esslöffel Waschsoda (oder auch (reines) Soda genannt), 30g Kernseife, zwei Liter Wasser und Duftöl oder ätherisches Öl nach Wahl. Die genauen Steps der Zubereitung findest du auf Smarticular.

 

5. Nimm, was du hast

Nicht nur durch DIY Reiniger und Putzmittel kannst du Müll vermeiden, sondern auch bei deinen “Putzwerkzeugen”: Tausche Wegwerfprodukte mit wiederverwendbaren Alternativen aus und nehme statt Einwegtüchern oder Küchenrolle lieber alte Stoffe oder recycelte T-Shirts, Handtücher und Laken. Diese kannst du auch wunderbar statt Mikrofasertüchern verwenden, denn wie schon der Name verrät sind diese für jede Menge Mikroplastik verantwortlich.

 

6. Ersetze den Schwamm!

Sehr viele Schwämme und Schwammtücher, die wir tagtäglich für Töpfe und co. verwenden bestehen aus Plastik. Beim Schrubben, Putzen und Spülen lösen sich jedes mal kleine Plastikpartikel und werden direkt weiter in den Ausguss gespült. Setze deswegen lieber auf Naturschwämme aus dem Bioladen oder Reformhaus. Häufig empfohlen wird der nachwachsende natürliche Luffa-Schwamm, der aus dem Schwammkürbis Luffa aegyptiaca gewonnen und anschließend getrocknet wird. Auch kannst du Reinigungsschwämme aus Zellulose-, Mais-, Baumwoll- oder Bambusfasern verwenden.

 

7. Sauber bürsten

Und auch Spülbürsten gibt es natürlich aus nachwachsenden Rohstoffen: Unsere soulbrush ist 100% plastikfrei und nachhaltig produziert, und eignet sich bestens zur Säuberung deiner soulbottle. Bürsten für Wurzelgemüse oder hartnäckige Topfschrubbereien findest du selbstverständlich auch aus Naturfasern und Holz und kannst auch hier auf Kunststoff verzichten. Das Schöne: am Ende ihrer Lebensdauer können diese Bürsten einfach kompostiert werden!

 

8. Kaufe nachhaltig  

Selber machen ist dir zu aufwendig (versuch’s mal, so schwer ist es nicht!) oder du vertraust für bestimmte Zwecke doch lieber gekauften Produkten? Beim Kauf von Spüli, Waschmittel und Co. ist die App Codecheck ein toller Begleiter, denn hiermit kannst du direkt beim Einkauf den Barcode scannen und erfährst sofort, welche riskanten Inhaltsstoffe in dem Produkt sind und ob es vielleicht doch noch bessere Alternativen gibt. Achte auf Umweltzeichen wie den Blauen Engel und das EU Ecolabel: Beide kennzeichnen Produkte einer bestimmten Kategorie, die vergleichsweise besonders umweltfreundlich sind. Ökologische Reinigungsmittel verwenden natürliche Tenside und Inhaltsstoffe und schonen so Umwelt und Gesundheit. Bei Utopia findest du zum Beispiel eine Übersicht an Produktempfehlungen und wenn du doch nochmal Lust auf Ausprobieren bekommst, dann findest du zahlreiche einfache Rezepte auf Smarticular. Wir wünschen dir viel Spaß beim Ausprobieren!  

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