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Das plastikfreie Badezimmer • Less plastic is fantastic

Sichtbares und unsichtbares Plastik in deinem Badezimmer

Es gibt zwei Arten von Plastik in deinem Badezimmer - doch die allermeisten Menschen nehmen nur eine davon wahr: Klar erkennbar reihen sich die leuchtend grüne Shampooflasche und der gelbe Conditioner neben dem bunt gemusterten Seifenspender, dem roten Cremetiegel, der blau-weißen Zahnpastatube und dem pinken Deoroller ein. Denn – große Überraschung – sie alle sind aus Plastik hergestellt! 

No big news? Na gut, dann lass uns etwas genauer hinschauen: was ist in all diesen Produkten drinnen? Angefangen mit den kleinen blauen Kügelchen in deiner Zahnpasta, die sich nach dem Putzen immer noch nicht aufgelöst haben und den schrubbeligen Körnchen im Peeling bis hin zu unsichtbaren Partikeln, die Schaum-, Volumen- und Glitzereffekte hervorrufen: Darf ich vorstellen, das ist Mikroplastik!

 

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Gut getarnt in Kosmetikprodukten

Mikroplastik versteckt sich unter den kompliziertesten Codenamen in unseren Kosmetikprodukten und wird noch immer legal in Deutschland verwendet. So kommt es, dass Codecheck und der BUND in einer großen Mikroplastikstudie in jedem dritten Gesichtspeeling Polyethylen und jedem vierte Duschgel Polyquaternium-7 nachwiesen. 

Auch das United Nations Environment Program (UNEP) warnt: Mikroplastik findet sich in Produkten wie Deodorant, Shampoo, Spülung, Duschgel, Lippenstift, Haarfarbe, Rasierschaum, Gesicht-, Haut und Sonnencreme, Haarspray, Gesichtsmasken, Babyprodukten, Lidschatten, Mascara und mehr. Inhaltsstoffe aus Plastik, egal ob flüssig oder fest, können bis zu 90% des flüssigen Produkts ausmachen – und ja, das hier ist leider kein Tippfehler. So hat das typische Duschpeeling laut UNEP ungefähr so viel Mikroplastik in den Inhaltsstoffen wie gebraucht wird, um die äußere Verpackung herzustellen. 

 

Wie kannst du Mikroplastik erkennen? 

20190225_Blog1280_6Mikroplastik ist durch viele unterschiedliche Definitionen und Kennzeichnungen gut getarnt: viele Hersteller erkennen nur bestimmte feste Partikel ab einer bestimmten Größe als Mikroplastik an. Doch Umweltorganisationen sind sich einig: Alle Polymerarten und Plastikteilchen müssen entsprechend gekennzeichnet werden und gehören raus aus unseren Kosmetikprodukten! Die bekanntesten Inhaltsstoffe sind unter anderem „Polyethylen“ (PE), „Polypropylen“ (PP), „Polyamid“ (PA) oder „Polyethylenterephtalat“ (PET), doch es gibt viele komplexere Namen, wie zum Beispiel „Acrylate Copolymer (AC)”, „Dimethiconol” oder „Silsesquioxane”. Bei Greenpeace findest du eine gute Checkliste.

 

Vom Waschbecken in Fluss und Meere

Aktuell sind die Filteranlagen nicht gut genug, um Mikroplastik aus Wasserkreisläufen herauszufiltern, und so landen die Kunststoffpartikel letztendlich schneller als gedacht in unserem Trinkwasser, der Nahrung, den Böden oder Ozeanen. Dort gefährden sie wertvolle Ökosysteme, Artenvielfalt und letztendlich auch unsere Gesundheit.

 

Mikroplastik als Gefahr für die Gesundheit 

Was so schädlich ist an Mikroplastik, und wie viel es davon aktuell schon auf der Erde gibt, kannst du in unserem Blog nachlesen. Generell kann man festhalten: Mikroplastik verteilt sich immer schneller auf Land und im Wasser und hat bereits seinen Weg in unsere Luft, Böden und unser Trinkwasser gefunden. Nun wurde es auch im menschlichen Verdauungstrakt gefunden. Mikroplastikpartikel saugen schwammartig Giftstoffe und Chemikalien aus ihrer Umgebung auf und enthalten zusätzlich Additive und toxische Stoffe, die schädigend auf Tiere und Menschen wirken können. Auch wenn medizinische Untersuchungen über den Effekt von Mikroplastik erst am Anfang sind, ist es jetzt schon  bekannt, dass einige Bestandteile in Plastik eine hormonelle Wirkung auf den Körper haben, sogenannte endokrine Disruptoren. Auch können Mikro- und Nanopartikel aus Kunststoff die Blutbarriere überschreiten und gelangen so in die Zellen von lebenden Organismen; uns Menschen nicht ausgeschlossen. Wissenschaftler zeigen, dass Mikroplastik im Körper zum Beispiel Entzündungen, Verhaltensstörungen und biochemische Reaktionen hervorrufen und vermuten auch ein Zusammenhang zu weiteren Krankheiten. 

 

 

Es liegt in deiner Hand!

Was für Produkte in deinem Badezimmer landen, entscheidest du! Deswegen los, lass uns dir ein paar Tipps geben, wie du Plastik auch im Bad besser vermeiden kannst!

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1. Scanne Mikroplastik aus dem Bad

Wie schon in der plastikfreien Küche fängt auch die Umstellung auf ein Badezimmer mit einer Bestandsaufnahme und dem Scannerblick an, dieses mal sogar mit einem kleinen Technik-Wichtel namens Codecheck: Mit dieser App kannst du alle deine Produkte über den Barcode einscannen und die Inhaltsstoffe checken. So werden dir nicht nur Mikroplastik, sondern auch viele weitere Chemikalien, Palmöl oder sonstige gesundheits- oder umweltschädigende Zutaten mit der jeweiligen Erklärung angezeigt und du kannst in Zukunft gute Alternativen finden.

 

2. Fest statt flüssig!

Der einfachste Move für ein Bad ohne Plastik ist so simpel, dass es fast erschreckend ist, wieso wir jemals umgestellt haben: Nehme statt flüssigem Duschgel und Handseife, die neben der Verpackung und dem Pumpmechanismus aus Einwegkunststoff auch noch flüssiges Plastik enthalten können, einfach ein Stück Seife! Was weniger Menschen wissen: genau das Gleiche geht auch für Shampoo und Spülung, denn auch für diese gibt es wunderbar duftende feste Lösungen in Stückform, die du unter der Dusche anfeuchten und aufschäumen kannst. Gleicher Effekt, ähnlicher Preis und kiloweise weniger Plastikmüll! Wir lieben die wunderbaren Seifen für Haut und Haar von Erica Naturkosmetik und finden die Umstellung vor allem beim Reisen und im Fitnessstudio echt praktisch: Denn (Haar-)Seifen lassen sich z.B. in selbstgemachte Wachstücher (hier gibt’s ein Tutorial von soulie Kerstin) sicher einpacken und sind viiiel leichter zu transportieren als ihre flüssigen Verwandten! 

 

3. Zähneputzen mit Bambus & do-it-yourself Zahnpasta

Angenommen jede*r Deutsche wechselt alle drei Monate die Zahnbürste. Bei einer Lebenserwartung von ca. 80 Jahren und einer Bevölkerung von 83 Millionen kommen wir also auf geschätzte 250 Zahnbürsten pro Menschenleben oder 249 Millionen Zahnbürsten im Jahr, ganz alleine in Deutschland. Der Großteil: mal wieder aus Plastik. 

20190225_Blog1280_5Doch das muss nicht sein! Immer mehr Unternehmen bieten nachhaltige Alternativen aus Bambus oder Naturholz an, die du danach kompostieren kannst. Unsere Freunde von Hydrophil, die genau wie wir Viva con Agua unterstützen, machen zum Beispiel schöne und faire Büsten aus Bambus mit Borsten aus Rizinusöl. Noch viel schicker macht sich deine Bürste in einem unserer soulglasses statt ‘nem Plastikbecher. 

 

Und auch Zahnpasta musst du nicht aus der Tube kaufen! Viele Unverpackt-Läden und auch dm bieten Zahnputztabs an, oder du mischt dir selbst deine Zahnpasta à la do-it-yourself (DIY) aus Kokosöl, Natron, Birkenzucker (Xylit) und Pfefferminzöl. Schmeckt, erfrischt, hellt die Zähne auf und wirkt effektiv gegen Karies, Bakterien oder Mundgeruch. Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren! 

 

4. DIY Mundspülung

Wenn man sich die hieroglyphenartige Inhaltsliste so mancher Kosmetikprodukte anschaut, fragt man sich schon manchmal, wieso man all diese Dinge überhaupt jemals in oder an seinen Körper lassen würde. Für Mundspülung haben wir ein tolles Rezept von Wastelandrebel gefunden: Mixe abgekochtes Wasser mit Natron, Teebaumöl, Minzöl und nach Wunsch etwas Birkenzucker (Xylitol). Ab in deine soulbottle, Deckel drauf und einmal kräftig durchshaken, fertig ist die selbstgemachte Spülung! Hier geht's zu unserem Video zum Nachmachen.

 

5. Stylisch, günstig & nachhaltig rasieren 

Plastikfrei rasieren ist zu eins meiner absoluten no-plastic-Hacks überhaupt geworden: denn es macht einfach so viel Sinn! Hol dir statt Einwegrasierern oder den typischen Plastikaufsätzen einen wunderschönen Rasierhobel aus Edelstahl. Diesen bekommst du für ca. 20-30€ in vielen Unverpacktläden, online oder aus Opas altem Badschrank und behältst ihn für den Rest deines Lebens. Oben legst du eine Stahlklinge ein, schraubst wieder zu und rasierst dich wie gewöhnlich. Die Klingen sind scharf und präzise, aber durch die Konstruktion des Rasierers nicht gefährlich in der Anwendung. Außerdem kosten sie nur einen Bruchteil vom “Normalpreis” von gewöhnlichen Wegwerfklingen und Plastikaufsätzen: ca. 10-15 cent pro Klinge. Fazit? Das Ding ist stylisch, funktioniert und spart nebenbei jede Menge Geld, Müll und Emissionen.

 

6. Weg mit Wattepads & Plastikstäbchen

20190225_Blog1280_2Ist zwar nicht direkt aus Plastik, aber trotzdem Abfall: Auch Wattepads kannst du ohne Aufwand mit wiederverwendbaren Alternativen aus Baumwoll- oder Bambusfaser austauschen. Nach der Nutzung kommen sie einfach in die Waschmaschine und sind ready für die nächste Runde. 

Für Wattestäbchen kennen wir zwar aktuell noch keine müllfreie Alternative, aber Plastik muss es auf jeden Fall nicht sein! Immer mehr Hersteller machen jetzt auch Stäbchen aus Pappe, Bambus oder anderen kompostierbaren Materialien. Oh yes! 

 

7. Müllfreie Periodenrevolution

Wusstest du, dass jede Frau in ihrem Leben ca. 10.000 Periodenprodukte benutzt?! Wir können uns den riesigen Berg an Abfall pro Kopf kaum vorstellen! Pads und Tampons enthalten so gut wie immer Plastik und werden mit vielen weiteren Chemikalien und Bleichmitteln in den Körper eingeführt. Friends of the Earth erklärt, dass bis zu 3.000 Chemikalien in Periodenprodukten enthalten sein können. Viele davon werden mit Krebs, Allergien, Irritationen, Unfruchtbarkeit und Hormonstörungen in Verbindung gebracht. Unsere Alarmglocken klingeln auf Hochtouren, wenn wir das hören. Muss das sein? 

Muss es nicht, na logo! Von waschbaren, müll- und plastikfreien Periodenpads und Menstruationsunterwäsche ohne toxische Inhaltsstoffe über ökologische und kompostierbare Einwegprodukte bis hin zur Menstruationstasse gibt es hier wirklich viele Wege, die roten Tage des Monats anders zu gestalten. Dein Körper und die Umwelt werden es dir danken!

 

8. Creme in Kreisläufen

“Circular Economy” heißt das Zauberwort für jede Menge Müllvermeidung: in Kreisläufen produzieren und konsumieren, Produkte wiederverwenden und reparieren und Ressourcen nach Gebrauch wieder zurückführen, sodass daraus neue Produkte werden können. Ähnlich wie in der Natur soll so auch in der Wirtschaft das Prinzip von Abfall verschwinden. Was das mit deinem Badezimmer zu tun hat? Falls du noch Produkte in Einwegverpackungen kaufst, dann einiges. Doch auch hier gibt es neue Ansätze, die auf der Wiederverwendung von Verpackungen basieren und somit eine “zero waste” Lösung anbieten. Mit dem Loop-System von Terracycle haben sich viele Unternehmen zusammengeschlossen, um von Single-Use auf ein Pfandsystem umzusteigen, und auch in Deutschland findest du bei Fair Squared die Möglichkeit, Creme und co in Glastigeln zu kaufen, die nach dem Gebrauch zurückgegeben, ausgespült und wiederverwendet werden. 

 

9. Mix dein eigenes Deo 

Weiter geht’s mit DIY – und für dein eigenes Deo brauchst du gar nicht mal so viel basteln: denn Vielen reicht ganz einfach Natronpulver mit einem feuchten Finger unter die Achseln gerieben, um Gestank zu vermeiden. Die Meisten kennen es vom Backen, doch Natron hat als antibakterielles Wundermittel noch einige andere Anwendungsmöglichkeiten. Wer lieber ein Rezept ausprobieren will, rührt Kokosöl, Natron und ein ätherisches Öl der Wahl zusammen et voilá, fertig! Smarticular bietet eine gute Übersicht, welches ätherische Öl du wann verwenden kannst.

 

10. Selbstgemachtes Blubberbad

20190225_Blog1280_7Nach all dem Input und den super guten Steps, die du jetzt unterwegs, in der Küche und im Bad schon Richtung Plastikfreiheit gegangen bist, hast du dir auf jeden Fall etwas Entspannung verdient. Logo, dass wir auch für dein Blubberbad eine natürliche Alternative haben! Reibe 80-100g Olivenöl zu kleinen kleinen Seifenstücken und löse diese in 500 ml heißem Wasser auf bis eine Art Flüssigseife entsteht. Diese bildet die Basis des Schaumbades und könnte nun auch in einen Seifenspender gefüllt werden.

Für das Schaumbad wird die eigens hergestellte Flüssigseife mit 20 ml Mandelöl, 2 TL Salz, 2 EL Natron und einem ätherischem Öl deiner Wahl vermengt und fertig ist das Schaumbad.

Die Duftnoten kann man ganz nach dem persönlichen Empfinden setzen und definieren, auch frische Blüten können nach Belieben eingesetzt werden.

Und jetzt: Musik und Kerzen an, ab in die Badewanne, soulstraw schnappen, reinpusten und losblubbern!! 

 

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