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Das plastikfreie Badezimmer • Less plastic is fantastic

Update

Vom Seifenspender bis zur Seife selbst: Wenn dein Badezimmer plastikfrei werden soll, ist genaues Hinschauen gefragt. Denn es ist besonders tückisch, wenn es als Mikroplastik praktisch unsichtbar daherkommt. Mit diesen 10 Tipps kannst du ruckzuck jede Menge Plastikmüll im Bad sparen.

Du weißt bereits, wie eine plastikfreie Küche aussehen kann und wie Plastik sparen unterwegs funktioniert – natürlich auch mithilfe deiner soulbottle. Und nun geht es ab ins Bad! Es gibt zwei Arten von Plastik in deinem Badezimmer, doch die allermeisten Menschen nehmen nur eine davon wahr: Klar erkennbar reihen sich die leuchtend grüne Shampooflasche und der gelbe Conditioner neben dem bunt gemusterten Seifenspender, dem roten Cremetiegel, der blau-weißen Zahnpastatube und dem pinken Deoroller ein. Denn – große Überraschung – sie alle sind aus Plastik hergestellt! 

Klitzeklein und überall im Bad: Mikroplastik 

No big news? Na gut, dann lass uns etwas genauer hinschauen: Was ist in all diesen Produkten drin? Angefangen mit den kleinen blauen Kügelchen in deiner Zahnpasta, die sich nach dem Putzen immer noch nicht aufgelöst haben und den schrubbeligen Körnchen im Peeling bis hin zu unsichtbaren Partikeln, die Schaum-, Volumen- und Glitzereffekte hervorrufen: Darf ich vorstellen, das ist Mikroplastik!

 

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Gut getarnt in Kosmetikprodukten

Es versteckt sich unter den kompliziertesten Codenamen in unseren Kosmetikprodukten. So kommt es, dass Codecheck und der BUND in einer großen Mikroplastikstudie im Jahr 2016 in jedem dritten Gesichtspeeling Polyethylen und jedem vierte Duschgel Polyquaternium-7 nachwiesen. Auch das United Nations Environment Program (UNEP) warnt: Mikroplastik findet sich in Produkten wie Deodorant, Shampoo, Spülung, Duschgel, Lippenstift, Haarfarbe, Rasierschaum, Gesicht-, Haut und Sonnencreme, Haarspray, Gesichtsmasken, Babyprodukten, Lidschatten, Mascara und mehr. 

Einige Firmen haben sich das Thema zwar mittlerweile auf die Fahnen geschrieben und du wirst beim Einkauf sicher einige Produkte entdecken, auf denen „ohne Mikroplastik“ steht. Aber es sind noch viel zu wenige. Organisationen wie der BUND fordern nicht ohne Grund nach wie vor ein „Verbot von synthetischen Polymeren jeglicher Größe und Formmasse in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten“.

Wie kannst du Mikroplastik erkennen? 

Wenn dein Badezimmer plastikfrei werden soll, ist es wichtig, Mikroplastik überhaupt zu erkennen. Es ist durch viele unterschiedliche Definitionen und Kennzeichnungen gut getarnt: Viele Hersteller erkennen nur bestimmte feste Partikel ab einer bestimmten Größe als Mikroplastik an. Doch Umweltorganisationen sind sich einig: Alle Polymerarten und Plastikteilchen müssen entsprechend gekennzeichnet werden und gehören raus aus unseren Kosmetikprodukten! Die bekanntesten Inhaltsstoffe sind unter anderem 

  • „Polyethylen“ (PE)
  • „Polypropylen“ (PP)
  • „Polyamid“ (PA)
  • „Polyethylenterephtalat“ (PET)
  • „Acrylate Copolymer (AC)”
  • „Dimethiconol”
  • „Silsesquioxane”

Bei Greenpeace findest du eine gute Checkliste.

Vom Waschbecken in Fluss und Meere

„977 Tonnen Mikroplastik und 46.900 Tonnen gelöste Polymere gelangen jährlich in Deutschland allein aus Kosmetikprodukten sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln ins Abwasser”, heißt es beim NABU mit Verweis auf eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT). Zwar könne in den Kläranlagen 90 bis 97 Prozent herausgefiltert werden, aber der Rest lande in den Flüssen und von dort oft auch in den Meeren. Drei bis zehn Prozent, das klingt erstmal überschaubar, aber bei den riesigen Mengen an Mikroplastik ist es dennoch viel zu viel. Zudem könne auch das Mikroplastik, das zunächst im Klärschlamm aufgefangen wurde, am Ende wieder in der Natur landen, denn der Schlamm wird oft als Düngemittel eingesetzt. 

Mikroplastik als Gefahr für die Gesundheit 

Was so schädlich ist an Mikroplastik, und wie viel es davon aktuell schon auf der Erde gibt, kannst du in unserem Blog nachlesen. Generell kann man festhalten: Mikroplastik verteilt sich immer schneller auf Land und im Wasser und hat bereits seinen Weg in unsere Luft, Böden und unser Trinkwasser gefunden. Und 2018 auch im menschlichen Verdauungstrakt.Auch wenn medizinische Untersuchungen über den Effekt von Mikroplastik erst am Anfang sind, ist es jetzt schon bekannt, dass es auch auf den menschlichen Körper Auswirkungen haben kann. Laut IGB kann es zum Beispiel Entzündungen und biochemische Reaktionen hervorrufen, und auch ein Zusammenhang zu weiteren Krankheiten wird vermutet.

Badezimmer plastikfrei: 10 Tipps

Zurück zum Thema plastikfreies Badezimmer: Was für Produkte in deinem Bad landen, entscheidest du! Deswegen kommen nun ein paar Tipps.

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1. Scanne Mikroplastik aus dem Badezimmer

Wie schon in der plastikfreien Küche fängt auch die Umstellung auf ein plastikfreies Badezimmer mit einer Bestandsaufnahme und dem Scannerblick an, dieses mal sogar mit einem kleinen Technik-Wichtel namens Codecheck: Mit dieser App kannst du alle deine Produkte über den Barcode einscannen und die Inhaltsstoffe checken. So werden dir nicht nur Mikroplastik, sondern auch viele weitere Chemikalien, Palmöl oder sonstige gesundheits- oder umweltschädigende Zutaten mit der jeweiligen Erklärung angezeigt und du kannst in Zukunft gute Alternativen finden.

2. Fest statt flüssig!

Der einfachste Move für ein Bad ohne Plastik ist so simpel, dass es fast erschreckend ist: Nehme statt flüssigem Duschgel und Handseife, die neben der Verpackung aus Einwegkunststoff auch noch flüssiges Plastik enthalten können, einfach ein Stück Seife! Was weniger Menschen wissen: Genau das Gleiche geht auch für Shampoo und Spülung, denn auch für diese gibt es wunderbar duftende feste Lösungen in Stückform, die du unter der Dusche anfeuchten und aufschäumen kannst. Gleicher Effekt, ähnlicher Preis und kiloweise weniger Plastikmüll im Badezimmer. Wir lieben die wunderbaren Seifen für Haut und Haar von Erica Naturkosmetik und finden die Umstellung vor allem beim Reisen und im Fitnessstudio echt praktisch: Denn (Haar-)Seifen lassen sich z.B. in selbstgemachte Wachstücher (hier gibt’s ein Tutorial von Kerstin) sicher einpacken und sind viiiel leichter zu transportieren als ihre flüssigen Verwandten! 

3. Zähneputzen ohne Plastik

Angenommen jede*r Deutsche wechselt alle drei Monate die Zahnbürste. Bei einer Lebenserwartung von ca. 80 Jahren und einer Bevölkerung von 83 Millionen kommen wir also auf geschätzte 250 Zahnbürsten pro Menschenleben oder 249 Millionen Zahnbürsten im Jahr, alleine in Deutschland. Der Großteil: mal wieder aus Plastik. 

Doch das muss nicht sein! Immer mehr Unternehmen bieten Alternativen aus Bambus oder Naturholz an, die du danach kompostieren kannst. Unsere Freunde von Hydrophil machen zum Beispiel schöne und faire Büsten aus Bambus mit Borsten aus Rizinusöl.

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Und, der nächste Schritt für ein plastikfreies Badezimmer, auch Zahnpasta musst du nicht aus der Tube kaufen! Viele Unverpackt-Läden, hier eine Übersicht von enorm, und auch manche Drogerien bieten Zahnputztabs an.

4. DIY Mundspülung für weniger Plastik im Bad

Für Mundspülung haben wir ein tolles Rezept von Wastelandrebel gefunden: Mixe abgekochtes Wasser mit Natron, Teebaumöl, Minzöl und nach Wunsch etwas Birkenzucker (Xylitol). Ab in deine soulbottle, Deckel drauf und einmal kräftig durchshaken, fertig!

5. Stylisch, günstig & nachhaltig rasieren 

Plastikfrei rasieren ist zu eins meiner absoluten no-plastic-Hacks im Bad überhaupt geworden. Denn es macht einfach so viel Sinn! Hol dir statt Einwegrasierern oder den typischen Plastikaufsätzen einen wunderschönen Rasierhobel aus Edelstahl. Diesen bekommst du für ca. 20-30 Euro in vielen Unverpacktläden, online oder aus Opas altem Badschrank und behältst ihn für den Rest deines Lebens. Oben legst du eine Stahlklinge ein, schraubst wieder zu und rasierst dich wie gewöhnlich. Außerdem kosten sie nur einen Bruchteil vom Normalpreis von gewöhnlichen Wegwerfklingen und Plastikaufsätzen: ca. 10-15 Cent pro Klinge. Fazit? Das Ding ist stylisch, funktioniert und spart nebenbei jede Menge Geld, Müll und Emissionen.

6. Weg mit Wattepads & Plastikstäbchen

Ist zwar nicht direkt aus Plastik, aber trotzdem Abfall im Bad: Auch Wattepads kannst du ohne Aufwand mit wiederverwendbaren Alternativen aus Baumwoll- oder Bambusfaser austauschen. Nach der Nutzung kommen sie einfach in die Waschmaschine.

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7. Müllfreie Periodenrevolution

Wusstest du, dass Menschen, die menstruieren, circa 10.000 Periodenprodukte in ihrem Leben benutzen?! Wir können uns den riesigen Berg an Abfall pro Kopf kaum vorstellen! Pads und Tampons enthalten so gut wie immer Plastik und werden mit vielen weiteren Chemikalien und Bleichmitteln in den Körper eingeführt. Friends of the Earth erklärt zudem, dass bis zu 3.000 Chemikalien in Periodenprodukten enthalten sein können. 

Muss nicht sein, na logo! Von waschbaren, müll- und plastikfreien Periodenpads und Menstruationsunterwäsche ohne toxische Inhaltsstoffe über ökologische und kompostierbare Einwegprodukte bis hin zur Menstruationstasse gibt es hier wirklich viele Wege, die roten Tage des Monats anders zu gestalten. Noch ein Schritt mehr, um dein Badezimmer plastikfrei zu zaubern. 

8. Creme in Kreisläufen

Circular Economy heißt das Zauberwort für jede Menge Müllvermeidung: in Kreisläufen produzieren und konsumieren, Produkte wiederverwenden und reparieren und Ressourcen nach Gebrauch wieder zurückführen, sodass daraus neue Produkte werden können. Ähnlich wie in der Natur soll so auch in der Wirtschaft das Prinzip von Abfall verschwinden. Was das mit deinem plastikfreien Badezimmer zu tun hat? Falls du noch Produkte in Einwegverpackungen kaufst, dann einiges. Doch auch hier gibt es neue Ansätze, die auf der Wiederverwendung von Verpackungen basieren und somit eine zero waste Lösung anbieten. Mit dem Loop-System von Terracycle haben sich viele Unternehmen zusammengeschlossen, um von Single-Use auf ein Pfandsystem umzusteigen, und auch in Deutschland findest du etwa bei Fair Squared die Möglichkeit, Creme und Co in Glastigeln zu kaufen, die nach dem Gebrauch zurückgegeben, ausgespült und wiederverwendet werden. 

9. Plastikfreies Bad: Mix dein eigenes Deo 

Weiter geht’s mit DIY – und für dein eigenes Deo brauchst du gar nicht mal so viel basteln: denn Vielen reicht ganz einfach Natronpulver mit einem feuchten Finger unter die Achseln gerieben, um unerwünschte Gerüche zu vermeiden. Die Meisten kennen es vom Backen, doch Natron hat als antibakterielles Wundermittel noch einige andere Anwendungsmöglichkeiten. Wer lieber ein Rezept ausprobieren will, rührt Kokosöl, Natron und ein ätherisches Öl der Wahl zusammen et voilá, fertig!

 

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 10. Selbstgemachtes Blubberbad

Nach all dem Input für ein plastikfreies Badezimmer hast du dir auf jeden Fall etwas Entspannung verdient. Logo, dass wir auch für dein Blubberbad eine natürliche Alternative haben! 

  • reibe 80-100 g Olivenöl zu kleinen kleinen Seifenstücken
  • löse diese in 500 ml heißem Wasser auf bis eine Art Flüssigseife entsteht
  • diese bildet die Basis des Schaumbades und könnte nun auch in einen Seifenspender gefüllt werden
  • für das Schaumbad wird die eigens hergestellte Flüssigseife mit 20 ml Mandelöl, 2 TL Salz, 2 EL Natron und einem ätherischem Öl deiner Wahl vermengt
  • fertig ist das Schaumbad!

Die Duftnoten kann man ganz nach dem persönlichen Empfinden setzen und definieren, auch frische Blüten können nach Belieben eingesetzt werden.

Und jetzt: Musik und Kerzen an, ab in die Badewanne, soulstraw schnappen, reinpusten und losblubbern!!

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