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hinter den soulbottles-kulissen: warum lead link nicht gleich teamleitung ist

Arbeiten bei soulbottles bedeutet, komplett auf Hierarchien zu verzichten? Nicht ganz! soulie Reka ist eine von mehreren Lead Links bei uns – und in dieser Rollenbezeichnung steckt nicht umsonst das Wort „Führung” mit drin. Wie das mit dem Prinzip von Holacracy und Eigenverantwortung zusammengeht und wie ihr Arbeitsalltag so aussieht, erfahrt ihr hier.

„Holacracy, da machen doch alle, was sie wollen und Chef*innen gibt es schonmal gar nicht!” So oder so ähnlich stellen sich manche Menschen unseren Arbeitsalltag bei soulbottles vor. Denn tatsächlich setzt Holacracy, das Prinzip, nach dem wir arbeiten, ganz bewusst auf Eigenverantwortung und Selbstbestimmung aller Mitarbeitenden. Und es stimmt, dass es nicht die klassische Chef*innen-Rolle gibt. Das heißt aber nicht, dass wir nicht auch so etwas wie Führungsrollen besetzen, die einzelne Teams (bei uns Kreise genannt) strategisch und personell zusammenhalten. Diese Rolle heißt bei uns Lead Link und eine davon füllt Reka. Aber ist sie nun eine klassische Teamleitung und welche Entscheidungen kann sie treffen? Reka, erzähl doch mal!

 Arbeiten bei soulbottles: Was macht ein Lead Link?

 „Wie die meisten Lead Links bei soulbottles habe ich nicht mit dieser Rolle angefangen. Ich habe mich vor etwas mehr als drei Jahren initiativ beworben und bin mit der neu geschaffenen Rolle Online Marketing im Kreis ‘Kommunikation, Marketing und Sales’ (kurz: KMS) gestartet. Dieser Kreis war aber schon richtig groß, und wir haben gemerkt, ein eigenständiges Team muss her, ein sogenannter Unterkreis. Nach sehr sehr vielen Brainstorming-Runden war der neue Kreis ‘Marketing und Außenwirkung’, kurz MAW geboren. Dazu muss man wissen: Bei uns hat jeder Kreis einen Lead Link, egal, wie groß oder klein er ist. In Namen dieser Rolle stecken die Begriffe ‘Führung’ und Verknüpfung’, und das ist im Prinzip auch gemeint: Ein Lead Link hält im Kreis die Fäden zusammen, hat den Überblick und vertritt dessen Interessen auch in anderen Kreisen. Das bedeutet ganz schön viel Verantwortung und erst wollte ich das gar nicht machen. Aber da eine andere Kollegin, die schon länger bei soulbottles war als ich, in Elternzeit ging, blieb praktisch nur noch ich übrig. Ich musste ein richtiges Bewerbungsgespräch durchlaufen vor zehn anderen Menschen aus unserem Oberkreis, erklären, wohin ich mit dem MAW will, ob ich mir diese Rolle zutraue – und dann hatte ich den Job! Und heute bin ich richtig glücklich darüber, denn für mich hat es das Arbeiten bei soulbottles entscheidend geprägt.

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Lead Link gleich Teamleitung? Nicht ganz

Genau zu beschreiben, was ein Lead Link bei soulbottles macht, ist gar nicht so einfach. Klassisch im Sinne von Holacracy bedeutet es, die Interessen des Oberkreises, in meinem Fall des KMS, im MAW zu vertreten und in den Kreis zu tragen. Und dabei immer die Interessen der anderen Teams mit zu berücksichtigen. Aber eine große Aufgabe ist es auch, die Ressourcen und das Budget im Blick zu behalten und zu schauen, was wo am sinnvollsten eingesetzt wird. Genauso mit dem Personal: Niemand soll zu viel oder zu wenig zu tun haben, ich kümmere mich um Neueinstellungen, wenn sich eine Lücke auftut, führe Vorstellungsgespräche und entscheide am Ende auch, in Absprache mit dem Team, wer den Job bekommt. Ich glaube, wie man die Rolle füllt, hängt auch immer ein bisschen ab, was man für ein Typ ist. Mir ist es wichtig, regelmäßig Gespräche mit allen Menschen im Kreis zu führen, zu schauen, wie es ihnen geht. Und oft landen auch Fragen bei mir, die niemand beantworten kann, das hat sich irgendwie so ergeben, auch wenn das nicht per se meine Aufgabe ist (lacht).

Und ja, das klingt in großen Teilen schon sehr nach klassischer Führungsrolle und Teamleitung. Es gibt aber dank Holacracy Unterschiede. Denn es bleibt dabei, dass jede Rolle bei soulbottles selbstständig Entscheidungen treffen kann. Ich habe als Lead Link zum Beispiel keine Entscheidungsgewalt darüber, was die Rolle Social Media postet oder was die Grafik für Bilder auswählt. Ich gebe zu, manchmal neige ich dazu, in so eine Kreismutti-Rolle zu rutschen, das war vor allem am Anfang für mich schwierig, da rauszukommen. Ich musste auch erst lernen, dass ich nicht alles absegnen muss, was andere machen, und vor allem, dass das gar nicht meine Aufgabe ist. Ich kann bei Bedarf Priorisierungshilfen geben oder eben Feedback, aber ich habe anderen Rollen gegenüber nicht das letzte Wort. Da macht Holacracy den entscheidenden Unterschied, das System prägt das Arbeiten bei soulbottles. Es ist vielleicht eher ein liebevolles in eine Richtung stupsen anstatt jemanden an die Hand zu nehmen. Und dabei immer die Gesamtstrategie des Kreises im Blick zu behalten. Gleichzeitig fülle ich im MAW ja selbst auch noch andere Rollen, aktuell Website und Online Marketing, und habe hier keinen Sonderstatus. Ich agiere genauso wie alle anderen Mitarbeitenden in ihren Rollen, und habe nicht mehr oder weniger Eigenverantwortung. 

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Wie die meisten soulies, die bei uns einen Bürojob haben, arbeite Reka während der Corona-Pandemie im Homeoffice. (Fotos: privat)


Viel Verantwortung, aber auch viel Raum für Entwicklung

Was ich an meiner Lead-Link-Rolle besonders mag? Dass ich mich in den letzten zwei Jahren wirklich richtig doll weiterentwickelt habe. Ich habe mich viel mehr mit der Frage auseinandergesetzt, was Führung überhaupt ist, was es in einem Unternehmen wie soulbottles überhaupt an Führung braucht. Ich habe ja vorher selbst sehr autark in meinen anderen Rollen gearbeitet, aber seitdem ich Lead Link bin konnte ich all die verschiedenen Facetten kennenlernen. Manche Mitarbeitende wünschen sich viel Feedback und fragen viel nach, andere arbeiten fast komplett für sich. Schön ist auch, dass ich durch das Auswählen neuer Mitarbeitender meinen Kreis und am Ende die ganze Firma aktiv mitentwickeln konnte. Und, ganz wichtig, ich habe gelernt, dass auch mal was nicht klappt und dass das okay ist. Egal, ob wir einen Launch verschieben mussten oder jemand gekündigt hat: Davon geht die Welt nicht unter und ich bin dafür nie allein verantwortlich. Und noch ein großer Unterschied im Vergleich zu anderen Unternehmen, den ich sehr schön finde: Ich fühle mich als Teil des Teams und nicht so, als hätte ich eine total krasse Sonderrolle. In manchen Firmen, in denen ich vorher gearbeitet habe, waren Führungsrollen immer etwas außen vor. Ab und zu kommt vielleicht ein klitzekleines bisschen Chefinnen-Feeling auf, aber wirklich nur ein ganz kleines bisschen. Und mehr wollte ich auch nie.

Ach so, noch eine Anekdote zum Schluss: Im Gespräch über meine Rollen haben einige Bewerber*innen und Freund*innen immer verstanden, ich sei der ‘Liebling’ des Kreises. Lead Link, Liebling, klingt ja auch ähnlich. Und ich finde, das ist eine schöne Verwechslung.

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