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8 fragen rund um das thema trinkwasser aus der leitung

UPDATE

Leitungswasser und soulbottles, das gehört zusammen wie der Deckel auf die Flasche. Deswegen versorgen wir euch hier auf dem Blog auch regelmäßig mit Fakten zum Thema. Wir haben festgestellt, dass vor allem Geschmack und Qualität von Leitungswasser diskutiert werden – deswegen gibt es hier Antworten auf die häufigsten Fragen.

was ist der unterschied zwischen leitungswasser und trinkwasser?

Zumindest in Deutschland gibts keinen, denn: Leitungswasser ist Trinkwasser. Sprich, ihr könnt in Deutschland das Leitungswasser trinken, es ist für den unbedenklichen Verzehr bestimmt. Das Wasser, das aus deiner Leitung fließt, kann in drei „Wassertypen” unterteilt werden: Trinkwasser, Grundwasser und Rohrwasser.

  • Trinkwasser ist der Überbegriff und bezeichnet laut der deutschen Trinkwasserverordnung alles Wasser, das, im ursprünglichen Zustand oder nach Aufbereitung, zum Trinken, zum Kochen, zur Zubereitung von Speisen und Getränken oder zu anderen häuslichen Zwecken bestimmt ist.
  • Grundwasser ist ein fester Bestandteil unseres Wasserkreislaufs. Es stammt zum größten Teil aus Regenwasser, welches durch die unterschiedlichen Bodenschichten bis ins Grundwasser sickert. In Quellen tritt es dann wieder an die Oberfläche (Quellwasser) und tritt in Bäche und Flüsse über. In Deutschland werden fast 70 % des Trinkwassers aus Grund-und Quellwasser gewonnen – mit den entsprechenden Qualitätsstandards natürlich.
  • Rohwasser nennt man Wasser, das einem Gewässer (bspw. Grundwasser, Oberflächenwasser) zur Nutzung als Trinkwasser entnommen wird. Auch hier gilt: Weist das gewonnene Rohwasser eine nicht ausreichende Qualität auf, wird es zu Trinkwasser aufbereitet.

 

Hier wird eigentlich ein Bild angezeigt. Darauf abgebildet ist die Rückenansicht eines Mannes, der aus einer nachhaltigen Trinkflasche trinkt. Nebenan ist eine soulbottle aus Edelstahl zu sehen, die mit Trinkwasser aufgefüllt wird.

 

woher weiß ich denn, dass leitungswasser trinken wirklich gesund ist?

Trinkwasser – also Leitungswasser – gehört zu den am häufigsten und strengsten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland. In der bundesweit gültigen Trinkwasserverordnung steht unter anderem, dass Trinkwasser „frei von Krankheitserregern, genusstauglich und rein” sein muss. Außerdem wurden dort Schadstoffgrenzwerte bestimmt. Interessant ist auch, dass es für unser Trinkwasser eine DIN-Norm gibt. Gemäß der DIN 2000 Verordnung „soll Trinkwasser an der Übergabestelle in genügender Menge und ausreichendem Druck zur Verfügung stehen, es muss frei sein von Krankheitserregern sein und darf keine gesundheitsschädlichen Eigenschaften haben.” Die „gute bis sehr gute” Qualität von Trinkwasser größerer Trinkwasserversorger hat auch das Umweltbundesamt 2018, nach Messungen 2014 und 2016, erneut bestätigt. Das überzeugt uns, täglich Leitungswasser zu trinken – am liebsten aus einer wiederverwendbaren und plastikfreien Trinkflasche.
Und damit wir unserem Ziel, dass alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, kontinuierlich näher kommen, fließt 1 € pro verkaufter soulbottle in WASH'n'soul: Unser Trinkwasser- und Klimaschutzprojekt in Sambia.Trinkwasser für alle und Wasser ist ein Menschenrecht. Um soulbottles aus Plattform zu nutzen, haben wir auch eine Kampagne initiiert: water is political. Warum Wasser politisch ist und worauf ein sicherer Zugang zu sauberem Wasser alles Einfluss hat, klären wir an dieser Stelle.

und wer ist dafür zuständig, dass die trinkwasserverordnung auch eingehalten wird?

Für die Einhaltung der Qualitätsstandards sind die lokalen Wasserversorger zuständig. Beschwerden zur der Wasserqualität sollten somit direkt an die Stadt oder die Kommune reportet werden. Ein zweites Kontrollgremium stellen die Gesundheitsämter dar. Diese überwachen und kontrollieren die Wasserversorger in regelmäßigen Abständen. Aber obacht, wichtig ist: Die Verantwortung der Wasserversorger endet, sobald das Wasser durch die Rohre innerhalb des eigenen Wohnhauses fließt. Ab diesem Moment muss der*die Eigentümer*in sicherstellen, dass die Leitungen frei von Schadstoffen wie Blei oder Bakterien wie Legionellen sind.
Aber ja, es gibt leider auch Ausnahmen, wenn sie auch minimal sind. So heißt es im Bericht vom Umweltbundesamt aus dem Jahr 2018, „dass nahezu alle mikrobiologischen und chemischen Qualitätsparameter mit Ausnahme weniger Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe zu mehr als 99 Prozent eingehalten wurden.” Sprich, es gab vereinzelte Grenzwertüberschreitungen, etwa bei coliformen Bakterien. Ergebnisse wie diese ziehen aber vorbeugende Maßnahmen nach sich. So wurden bei weiteren Untersuchungen die Überschreitungen laut Bericht nicht mehr bestätigt. Zudem sei nicht grundsätzlich von einer Gesundheitsgefahr durch diese Bakterien auszugehen.

und was ist mit blei im trinkwasser? davon hört man doch immer mal wieder…?

Im Jahr 2013 wurde der zulässige Grenzwert laut Umweltbundesamt auf maximal 0,010 mg/l abgesenkt. Bleileitungen sind damit de facto verboten, denn wenn sie zum Einsatz kommen, kann dieser Wert nicht garantiert werden. Dass es dennoch „vereinzelte nachgewiesene Grenzwertüberschreitungen hauptsächlich am Zapfhahn der Endverbraucherinnen und -verbraucher” gab, sei ein Indiz für Bleileitungen in alten Wohnhäusern mit einem Baujahr vor 1973. Diese Fälle werden laut Umweltbundesamt immer seltener. Aber wenn ihr unsicher seid, sprecht mit den Eigentümer*innen des Wohnhauses oder den lokalen Wasserwerken – diese sind verpflichtet, eine unter Umständen bestehende Grenzwertüberschreitung von Blei zu beheben und Tests oder Umbauten zu veranlassen. Vor allem für Schwangere und Babys kann Blei gesundheitsgefährdend sein.

wie steht es um nitrat im trinkwasser?

Tatsächlich ist Nitrat ein Problem für das Grundwasser in Deutschland. Laut dem aktuellen Nitratbericht 2020 liegt der Nitratgehalt bei 27 Prozent der Messstellen in Deutschland über dem kritischen Schwellenwert von 50 mg pro Liter. Doch hier gilt es wieder zu unterscheiden: Grundwasser ist nicht gleich Trinkwasser. Mit 61 Prozent wird zwar mehr als die Hälfte unseres Trinkwassers in Deutschland aus dem Grundwasser gewonnen, dieses wird jedoch aufwändig gereinigt, bevor es aus der Leitung fließt. Diese Reinigung ist so effektiv, dass das Umweltbundesamt eine Überschreitung der Grenzwerte im Trinkwasser eine „seltene Ausnahme” nennt.
Nitrat im Grundwasser bleibt aber ein Problem, vor allem auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Denn mehr Reinigungsaufwand bedeutet höhere Kosten und gleichzeitig belastet Nitrat die Umwelt. Was getan werden muss, um die Werte zu senken und was Nitrat genau ist, erfahrt ihr in unserem Blogbeitrag zum Thema.

 

Hier ist eigentlich ein Bild zu sehen. Darauf abgebildet ist ein Glas mit Leitungswasser beziehungsweise Trinkwasser.

 

das leitungswasser bei uns zuhause schmeckt nach chlor oder kalk – das ist doch bestimmt nicht gesund?

Zunächst einmal ist Geschmack natürlich subjektiv. Und in der Tat kann der Geschmack von Leitungswasser deutschlandweit variieren, etwa, wenn das Wasser speziell aufbereitet wurde, beispielsweise mit Chlor. In der Regel beeinflusst dies die Qualität jedoch nicht und natürlich muss jede Aufbereitung der Trinkwasserverordnung angepasst sein. Aber natürlich gilt: Wenn das Wasser bei euch im Haus oder der Wohnung ganz objektiv „schlecht” schmeckt oder verfärbt ist, solltet ihr das Leitungswasser natürlich nicht trinken, sondern euch an den*die Eigentümer*innen wenden. Denn wie bereits erwähnt, sind diese für die Rohre innerhalb des Wohnhauses zuständig und müssen gegebenenfalls einen Test durch die lokalen Wasserversorger und ein zugelassenes Labor veranlassen.
Falls die Tests ergeben, dass das Wasser unbedenklich ist, aber euch der Geschmack immer noch nicht umhaut, könnt ihr es mit einem Filtersystem probieren. Grundsätzlich muss Leitungswasser in Deutschland nicht gefiltert werden, aber ein Filter kann das Wasser weicher und damit leckerer machen. Aber Achtung, damit filtert man auch einen Großteil der Mineralien aus dem Leitungswasser. Was uns zur nächsten Frage bringt:

sind in leitungswasser genug mineralien?

Wasser kann wichtige Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Natrium und Kalium enthalten. Wie viel davon in Leitungswasser steckt, schwankt lokal und tendenziell sind die Werte eher gering. Es ist also schwierig seinen kompletten Bedarf nach Mineralien mit Leitungswasser zu decken. Aber auch mit abgepackten Mineralwasser ist das nicht zwingend leichter: Es gibt keine gesetzlichen Werte, ab wann Wasser „Mineralwasser” getauft werden darf. In manchem Mineralwasser sind noch weniger Mineralien als in Leitungswasser. Wer sich die Inhaltsstoffe beim Kauf genau anschaut, kann das Problem umgehen, was aber nicht zwingend notwendig ist. Denn Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, dass Menschen ihren Bedarf nach Mineralien hauptsächlich durch feste Nahrung decken und Trinkwasser dabei im Normalfall keine große Rolle spielt. Die Frage nach Mineralien im Leitungswasser ist also genau genommen irrelevant.

ihr könnt also das trinken von leitungswasser in deutschland uneingeschränkt empfehlen?

Ja, wir stehen zu unserem Motto „refill and create change” und wünschen uns, dass ihr eure soulbottle oder andere Trinkflaschen, regelmäßig mit Leitungswasser (also Trinkwasser) auffüllt, statt Einwegplastikflaschen zu kaufen. Denn es bleibt dabei: Trinkwasser gehört in Deutschland zu den am häufigsten und strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Das bestätigen die Ergebnisse von neutralen Prüfstellen wie dem Umweltbundesamt. Ebenso Fakten wie diese: Würde jede*r Berliner*in Leitungswasser trinken statt Flaschenwasser, ließe sich der jährliche Ausstoß von rund 100.000 Tonnen CO₂ vermeiden. Und wir als soulbottles sagen: Zusammen mit unseren Kund*innen und Partner*innen haben wir seit unserer Gründung schon über 6.000 Tonnen Plastik vermieden. Weitere gute Gründe dafür, Leitungswasser zu trinken, gibt es hier.

 

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