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unser WASH`n`soul-projekt in sambia • schwerpunkte und ziele teil I

Zeit für Updates aus unserem Projektgebiet Lusaka in Sambia! Wir haben euch ja bereits erste Infos zu unserem Projekt WASH`n`soul mit Viva con Agua und BORDA gegeben. Jetzt gehen wir mal genauer auf die Schwerpunkte ein: Woran arbeiten wir eigentlich genau, mit wem und mit welchen Zielen? Los geht’s mit den Themen Wasser- und Sanitärversorgung und Abfallmanagement.

Unser eigenes Projekt, mit dem wir ein ganz neues Level in Sachen Impact und Nachhaltigkeit erreichen können – das ist für uns bei soulbottles immer noch ganz schön aufregend und ganz schön großartig. Nochmal kurz zusammengefasst: Zusammen mit unseren Partner*innen Viva con Agua und BORDA ging Ende 2020 WASH`n`soul an den Start, unser neues Projekt in Sambia, an das seitdem 1 € pro verkaufter soulbottle fließen. Das Projekt umfasst vier Schwerpunkte: WASH (also Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene), Abfallmanagement, Klimaschutz und Sozialunternehmer*innentum. Das klingt richtig groß und umfassend – und das ist es auch! Deswegen führen wir euch hier Schritt für Schritt an die Details des Projektes heran und geben euch immer wieder Updates, was aktuell passiert.

Im letzten Blogtext habt ihr bereits von unseren Partner*innen von BORDA, die maßgeblich das Projektmanagement vor Ort leiten, erfahren, was die ersten Schritte in Lusaka waren. In diesem Artikel möchten wir euch zwei der vier Schwerpunkte genauer vorstellen, nämlich WASH und Abfallmanagement. Und zwar am Beispiel der geplanten Zusammenarbeit mit lokalen Schulen.

Die WASH`n`soul Komponenten Teil 1:
Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene

Den Begriff WASH habt ihr im Zusammenhang mit unserer Arbeit ja schon häufiger gehört. Nicht zuletzt steckt das Thema Trinkwasserversorgung ja auch in unserem Purpose. Im Kern geht es darum, Menschen eine sichere Wasser- und Sanitärversorgung zu ermöglichen. Dazu gehört auch der Zugang zu Toiletten, Handwaschbecken und natürlich Trinkwasser. In Lusaka haben wir zunächst geschaut, welche Projektregion einen besonderen Bedarf hat. Die Wahl fiel auf Lima ward, eine dichtbesiedelte Region am äußeren Rand der Hauptstadt Lusaka. Ward steht für eine kommunale Verwaltungseinheit im Norden von Lusaka. In Lima ward nutzen rund 90 % der Menschen offene Grubenlatrinen, die eine große Belastung für das Grundwasser darstellen – ein Risiko für Umwelt und Gesundheit gleichermaßen.

Unser Fokus liegt auf Lösungen, die keine externe Energie aus dem lokalen Netz benötigen, denn Sambia ist regelmäßig von Stromausfällen betroffen. Grundsätzlich geht es darum, nachhaltige, funktionale und verbesserte Wasserzugänge zu ermöglichen. Bohrlöcher etwa nutzen den Menschen nur etwas, wenn das Wasser auch Trinkwasserqualität hat und entsprechend geprüft und gereinigt werden kann. In Lusaka sind sogenannte Wasserkioske ein bereits etabliertes Modell. Wir möchten das Konzept ausbauen und die Wasserkioske an die Bohrlöcher der Schulen anschließen, sodass Schüler*innen und insbesondere die Anwohner*innen um die Schulen herum davon profitieren. Hier kooperieren wir unter anderem mit der Firma Lorentz, die sogenannte Smart tap Water Dispensers, also intelligente Leitungswasserspender, für diese Kioske zur Verfügung stellt. Über einen Chip kann dann sauberes Trinkwasser aus diesen Spendern gekauft werden. Hier spielt bereits unsere dritte Komponente, das Sozialunternehmer*innentum, mit hinein, denn diese Wasserkioske sind gleichzeitig ein Business-Modell. Dazu aber im nächsten Blogtext mehr.

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Das BORDA-Team bei einer Besichtigung einer der beteiligten Schulen in Lima ward. (Bild: BORDA Sambia)

Abfallmanagement

Das Thema Abfall und WASH sind in unserem Projekt eng miteinander verknüpft – wie übrigens alle vier Komponenten, wie wir in unseren kommenden Artikeln zeigen werden. Bei WASH`n`soul unterscheiden wir zwischen festen und flüssigen Abfällen. Wir arbeiten an nachhaltigen Entsorgungswegen für beides, nicht zuletzt, um die Verbreitung von Krankheiten zu verringern. Der erste Schritt ist dabei: Müll reduzieren. Um Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen, sind unter anderem Infoveranstaltungen geplant, die mithilfe des universellen Sprachansatzes (Kunst, Sport und Musik) vor allem an Schulen die alltäglichen Routinen verändern sollen. Ob Recycling oder Entsorgung, dieses Konzept geht nur auf, wenn wir mit den lokalen Communities und Unternehmer*innen zusammenarbeiten, die mit uns entsprechende Lösungen entwickeln. Hierzu halten wir euch in den kommenden Monaten auf dem Laufenden.

Flüssige Abfälle, etwa Abwässer aus ungesicherten Sanitäranlagen, stellen bei der Übertragung von Krankheiten ein noch größeres Problem dar. Insbesondere in den einkommensschwachen Regionen von Lusaka, wie in Lima ward, besteht das Risiko von Ausbrüchen von Cholera und Typhus durch verunreinigtes Grundwasser. Hier ist bereits ein konkretes Modell geplant: Sogenannte DEWATS (Kurzform von Decentralized Wastewater Treatment Solutions). Diese funktionieren unabhängig vom lokalen Wassernetz, sind relativ einfach konstruiert und daher ideal für eine Region wie Lima ward. Wie ihr auf der Grafik seht, wird das Abwasser von Toiletten und Waschbecken gesammelt und wiederverwertet, etwa zur Bewässerung. Ganz wichtig, ohne dabei das Grundwasser zu verschmutzen.

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So funktioniert das Konzept der DEWATS (Decentralized Wastewater Treatment Solutions).

WASH und Abfallmanagement: Das sind unsere Ziele

Soviel zur ersten, groben Erklärung der ersten zwei der vier Kernkomponenten von WASH`n`soul. Die Arbeit an diesen Komponenten haben wir auch mit ganz konkreten Zielen verknüpft, auf die wir aktiv und mit Hilfe der Ergebnisse der Baseline Study hinarbeiten. Natürlich können Details immer mal angepasst werden, sei es, weil die lokalen Umstände sich verändern, weil wir auf ungeplante Hindernisse stoßen oder sich neue Möglichkeiten ergeben. Aktuell lauten unsere Ziele im Rahmen der Komponenten Wasser und Sanitärversorgung sowie Abfallmanagement wie folgt:

Insgesamt sollen im Laufe der auf drei Jahre angesetzten Projektzeit

  • 25.800 Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • 10.000 Menschen Zugang zu Sanitär- und Hygieneversorgung
  • 22.000 Menschen Zugang zu einer Abfallentsorgungs-Infrastruktur

 bekommen.

Um das zu erreichen, wollen wir gemeinsam mit unseren lokalen Partner*innen im Rahmen von WASH`n`soul:

  • eine Kooperation mit insgesamt 20 Schulen eingehen
  • 3 Schulen an das Wasserversorgungsnetzwerk anschließen
  • 12 Bohrlöcher bohren (10 davon mit Solarenergie betrieben)
  • 20 intelligente Wasserspender mit Sensor-Funktion an 10 Wasserkiosken installieren 
  • 15 Toilettengebäude erneuern
  • 4 dezentrale Abwassersysteme (die oben genannten DEWATS) errichten
  • 10 Abfallmanagement-Modelle einführen

 Woran und mit wem arbeiten wir aktuell bei WASH`n`soul?

Und was passiert nun im Moment konkret vor Ort? Auch dazu hier ein kleiner aktueller Überblick. Wie bereits im letzten Blogartikel zu WASH`n`soul erwähnt, möchten wir auch in Lusaka mit Schulen zusammenarbeiten. Der Auswahlprozess hat einige Zeit in Anspruch genommen: Das BORDA-Sambia-Team hat fast alle Schulen der Projektregion persönlich besucht und aus 33 Bewerbungen schließlich sechs Schulen ausgewählt, mit denen wir im Rahmen von WASH`n`soul im ersten Projektjahr zusammenarbeiten (weitere werden folgen). Darunter ist eine große, staatliche Schule sowie fünf Community-Schulen:

  • George Central (2350 Schüler*innen)
  • Peniel (125 Schüler*innen)
  • Mount Sinai (320 Schüler*innen)
  • People’s Will (107 Schüler*innen)
  • Lusaka City Council George (238 Schüler*innen)
  • Austerns (349 Schüler*innen)

Im nächsten Schritt wurde an diesen sechs Schulen die bereits erwähnte Baseline Study durchgeführt und Ende Mai 2021 abgeschlossen. Für die Studie haben die BORDA-Kolleg*innen mit über 900 Schüler*innen und über 300 Haushalten in der Umgebung Interviews geführt, um herauszufinden, wie die aktuelle Wasserversorgung der Menschen aussieht, welche Optionen (zum Beispiel die besagten Wasserkioske) eine besonders hohe Akzeptanz haben und wie gut sie erreichbar sind. Bevor die Baumaßnahmen losgehen, etwa für die Bohrungen oder die DEWATS, ist aber noch etwas anderes wichtig, erklärt Amanda von BORDA Sambia:

„Wir müssen uns mit den lokalen Wasserversorgern und der Regierung abstimmen, bevor wir erste Aktionen durchführen. Wir müssen zum Beispiel prüfen, an welchen Stellen Bohrlöcher für das Anzapfen des Grundwassers geeignet sind, und uns an die lokalen Regularien halten. Denn zu viele Bohrlöcher an einem Ort würden dem Grundwasser ebenfalls schaden. Die Zusammenarbeit mit der Community und lokalen Expert*innen ist ganz zentral bei allem, was wir tun.” 

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Neben den Toiletten sollen in den Projekt-Schulen auch die Möglichkeiten zum Händewaschen erweitert werden. (Bild: BORDA Sambia)

WASH`n`soul ist aufwendig, dafür aber umso nachhaltiger geplant

Aktuell werden die Prozesse und die konkreten Aktivitäten für die Implementierung des Projektes erarbeitet und weitere Partner*innen für die Zusammenarbeit vor Ort akquiriert. Das heißt, die Umsetzung kann in den kommenden Wochen nach und nach starten. Dazu gehört etwa, an den Schulen, die noch keinen Zugang zur Wasserversorgung haben, neue Bohrlöcher zu bohren, abschließbare Toiletten mit Licht sowie Handwaschbecken, sogenannte Water Pipes, zu installieren, an denen die Schüler*innen nebeneinander und spielerisch das Thema Händewaschen in ihren Alltag integrieren. Auch sollen die Konstruktionen mehrerer einfacher Grubenlatrinen umgebaut werden. Und zunächst eine Schule soll mit einem der oben beschriebenen DEWATS zur Wiederverwendung von Abwasser ausgestattet werden.

Ihr merkt schon, es ist sehr zeitaufwendig, bis der erste Spatenstich erfolgt. Nicht zuletzt, weil hier mit Viva con Agua, BORDA und soulbottles drei Organisationen zusammenarbeiten, die sich immer wieder abstimmen müssen, dann wiederum brauchen wir das Feedback der lokalen Community – und dann ist ja noch Corona, was die Arbeit vor Ort zusätzlich bremst. Die Sicherheit unseres Teams und aller Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, hat absolute Priorität. Gleichzeitig ist es aktuell umso wichtiger, beispielsweise die Möglichkeiten zum Händewaschen an den Schulen zu gewährleisten. Das Team vor Ort leistet hier auf allen Ebenen super tolle Arbeit und wir sind alle richtig begeistert, dass die ersten Schritte (Festlegung der Ziele, Auswahl der Schulen, Baseline Study in den Schulen) nun abgeschlossen sind. Wir sind überzeugt, dass sich die intensive Vorarbeit und die genaue Prüfung der lokalen Gegebenheiten lohnt, um nachhaltige Lösungen für die Zukunft zu erarbeiten.

Im nächsten Blogartikel geben wir euch ein weiteres Update und Insights zu den zwei weiteren Komponenten von WASH`n`soul: Sozialunternehmer*innentum und Klimaschutz.

Und nicht vergessen: Mit jedem Kauf unterstützt ihr WASH`n`soul, denn pro soulbottle fließt 1 € an das Projekt. Schaut doch mal bei uns im Online-Shop vorbei. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Motiv Unity auf der diesjährigen soulbottle von Viva con Agua?

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